Nie wieder auf einer Regatta zelten – PaulCamper im Test

PaulCamper? Wer ist eigentlich PaulCamper?

Frei, individuell und einfach. Dafür steht PaulCamper. Ein junges Unternehmen aus Berlin das 2013 von Dirk Fehse ins Leben gerufen wurde. Warum? Weil er 2010 für 3 Monate mit einem einfachen Camper ohne viel Klimbim Australien entdeckte. Zurück auf europäischen Boden mit dem Plan, auch hier einfach und unkompliziert mit einem Camper zu den schönsten Plätzen unseres Kontinents zu fahren und den Australientraum einfach weiter zu leben, kam die Erkenntnis: nope. Es folgte die Anschaffung des eigenen Campers „Paul“ der neben den eigenen Reisen an Freunde und Bekannte vermietet wurde. Die Idee, Wohnmobile unkompliziert und persönlich von Campern für Camper zur Verfügung zu stellen, dem ganzen noch einen engen Kontakt zwischen Mietern und Vermieter zu ermöglichen und Fahrzeuge, die nicht frisch und unberührt vom Band kommen, sondern Kilometer, Geschichten und einen eigenen Namen auf dem Buckel haben, war geboren. Der Name? Selbsterklärend und selbstverständlich. Camper „Paul“ war hierbei behilflich.

Die Testbedingungen für PaulCamper

Wir, Anna (32), Leni (14 Monate), unsere Labradorhündin Käthe (5 Jahre), das Surfski Vajda Next und ich Hannes (24, na gut … 32!) beschlossen im März 2018 unser Camper Debüt im Juni nach Boltenhagen zu starten. Grundsätzlich haben wir uns im Vorfeld noch nie wirklich mit Wohnwagen bzw. -mobilen beschäftigt.

Wohnmobil mieten Hamburg – Der Weg zu Yoda, einem VW T4 California Ocean

Die Suche nach Camper Vermietungen im Internet brachte uns schnell auf die Internetseite von PaulCamper. Wohnmobil mieten Hamburg suchen, auf www.paulcamper.de klicken und los geht`s. Die Website kam einfach sehr authentisch rüber und wir fühlten, dass wir hier richtig sind. Wer schon einmal auf airbnb unterwegs war, versteht auch schnell, wie bei PaulCamper der Hase läuft.

Zunächst musst du angeben von wo die Reise starten soll. In unserem Fall einfach. Zuhause, also Hamburg. Dann gibst du deinen gewünschten Reisezeitraum an und los geht die Suche nach deinem Camper auf Zeit. Natürlich kannst du die Suche noch weiter Filtern:

  • Welchen Fahrzeugtyp (z. B. Campingbus, Kastenwagen oder Alkoven) möchtest du haben?
  • Wie ist dein Budget?
  • Welche Ausstattung soll dein Camper haben? Dusche, Heizung und Fahrradträger?
  • Wie viele Sitze und Schlafplätze benötigst du?
  • Und für uns ganz wichtig! Sind Hunde erlaubt?

Die Filter waren für uns sehr hilfreich, gibt es doch in Hamburg mehr als 10 potenzielle Fahrzeuge auf paulcamper.de. Und falls ihr nicht direkt neben der Elbphilamonie wohnt, zeigt euch die Karte alle passenden Angebote in eurem zuvor ausgewählten Radius (Mit Sicherheit gibt’s auch nette Campermobile direkt neben der Elbphilarmonie). Nun hatten wir „unseren“ Camper gefunden: Die Macht ist mit uns! „Yoda“, ein T4 California Ocean mit 4 Schlafplätzen, Küche, Aufstelldach etc. – ein Träumchen. Pascal (der Mensch zu Yoda) hat alle Details, wie Motorleistung, Kraftstoff, Fahrzeuglänge, Zuglast, Kilometerstand und Getriebe sowie die Ausstattung auf „Yoda´s“ Startseite angegeben und uns nach dem ersten „Wow“ auch weiter auf seiner Seite gehalten. Cool war auch das „Yoda“ mit Dachträgern ausgestattet ist, so sollte der Transport des Kanus ein Kinderspiel werden.

Nun hieß es eine kurze Nachricht an Pascal zu schreiben und ein Angebot von ihm zubekommen. Gesamtpreis für unsere gewünschten Nächte, Kaution, Versicherung (Vollkasko und Reduzierung des Eigenanteils von 750 auf 250 Euro sind dank einer Kooperation mit der Allianz Versicherung schon mit drin bzw. können durch einen geringen Aufpreis dazu gekauft werden). Kilometerbegrenzung gibt es nicht. Wir wollten „Yoda“ früh abholen (bis dann alle und alles drin ist dauert´s ja doch immer gefühlt ewig…) und spät abholen (als Hamburger muss man jeden potenziellen Sonnenstrahl mitnehmen). Kein Problem! Paulcamper bietet dir diese Option an. Allerdings kostet das dann auch noch mal ´n bisschen was extra. Pascals Angebot folgte am nächsten Tag. Übersichtlich aufgelistet und mit einer 5 tägigen Reservierung des Campers für unseren gewünschten Zeitraum. Nun nur noch das Angebot annehmen, Geld überweisen und Tage, Stunden, Minuten zählen bis es losgehen kann. Aber ein Gedanke bleibt im Hinterkopf, was ist, wenn … Leni krank wird, wir krank werden, das Wetter auch für nen Hamburger zu mies wird und, und, und…!? Dann kann man stornieren. Allerdings gilt je früher man das macht desto mehr Geld bekommt man erstattet. Das wird prozentual berechnet. Wäre doof für uns, ist aber fair.

Die Reise beginnt

Es ist so weit. Heute geht’s los. Ich bin schon unterwegs zu Pascal um „Yoda“ abzuholen. Wann und wo haben wir am Vorabend gemütlich auf der Couch per Whatsapp beschnackt.

Dort angekommen erklärt Pascal bei einer leckeren Tasse Kaffee wie „Yoda“ so tickt, was er mag, was er gar nicht mag und wie wir mit ihm den maximalen Komfort und Spaß haben können. Dann noch eine schriftliche Erhebung und Festhaltung des „Istzustandes“ (Protokoll stellt PaulCamper zur Verfügung) und Übergabe der Kaution (natürlich quittiert auf nem Vordruck von PaulCamper) und los geht die Reise.

Zuhause angekommen warteten meine drei Mädels schon und wir fingen gleich an „Yoda“ zu bepacken, das Kanu aufzuladen und loszufahren. Die Fahrt war … langsamer, gemütlicher, schön. Und in Boltenhagen angekommen bezogen wir gleich unseren Platz schlossen den Strom an und zogen auch schon den Bikini aus dem Kofferraum… gut, ich trug ne Badeshorts und Käthe ihren Ball… aber das Ziel war für alle gleich: Strand. Unser Campingplatz war nur 100m von der Ostsee entfernt. Also Handtücher, Strandspielzeug, Leni in den Kinderwagen, das Surfski auf die Schulter und los geht`s.

Sonne, eine frische Brise, Ostsee. Einfach wundervoll! Ich habe mir gleich das Surfski geschnappt und bin ein paar Pointers gefahren. Die Bedingungen waren nahezu perfekt und der Vajda Next hat richtig spaß gemacht. Nach zwei Stunden im Kanu haben mich Annas böse Blicke vom Wasser geholt ;-).

Kaum zu glauben das wir nur zwei Stunden später bei Starkregen und Gewitter mit nassen Klamotten und vor allem (!) nassem Hund im Auto saßen. Nicht gut für frisch gebackene Camper! Zu zweit…romantisch. Mit Kleinkind und Hund? Nervig, anstrengend, Nass, Langweilig, dreckig… ich könnte da noch so einiges aufzählen. Aber gut. Nützt ja nix. Es ist ja das ursprüngliche und der enge Kontakt zur Natur den wir uns alle, im Vorfeld auf der Couch, beim Campen wünschen. Von Regen war aber in unseren Träumen nie die Rede!

Der nächste Tag brach an. Leni war um 6 Uhr wach. Draußen ist es noch nass, kalt und feucht. Es ist eng. Und selbst der Bäcker öffnet erst um 7 Uhr seine Tore. Also hieß es, kuscheln, spielen, singen, alles was so auf 3 qm möglich war. Doch es wurde 7 Uhr, es wurde wärmer, auch dank „Yoda`s“ Standheizung, die Sonne kämpfte sich durch die Wolken. Wir arrangierten uns mit dem kleinen Platzangebot und frühstückten, alle zusammen, ganz eng. Irgendwie ungewohnt. Aber wirklich schön. Und der Tag versprach noch schöneres Wetter und ermöglichte es uns draußen zu sein, den Strand, Boltenhagen und auch die Zeit bei „Yoda“ in vollen Zügen zu genießen. Klar war ich auch noch ne Runde paddeln. Das Wetter war einfach zu gut, sodass es mich wieder auf das Wasser gezogen hat. Das schlechte Wetter war vergessen, weggeblasen, nicht mehr der Rede wert.

Abends schlief Leni, völlig k.o. vom Tag friedlich im Camper während wir davor saßen bei Grillwurst, kaltem Bier und den Geräuschen, Gesprächen und visuellen Eindrücken des Campingplatzes. Alles war offener, schwerer zu verheimlichen, individuell. So verging die Zeit wie im Flug, ohne Fernseher, Radio und mit sehr langsamen WLAN. Wir entschleunigten. Lebten anders als zu Hause. Waren immer eng zusammen, denn zurückziehen konnte man sich in „Yoda“ nun wirklich nicht. Und es war gut so.

Am dritten Tag zeigte uns „Yoda“ an das er seinen Strom nicht mehr über den Stromkasten bezog. PANIK! Zwar hatte er eine Campingbatterie neben der normalen Batterie, aber wir sahen uns schon als Dauercamper in Boltenhagen… Pascal war aber gut erreichbar, beruhigte uns und konnte uns sagen woran man erkennt ob „Yoda“ auch das meint was er „anzeigt“. Alles wird gut.

PaulCamper-Test_Kanu-zum-Frühstück_1

Alles hat ein Ende

Die Abfahrt stand an. Wir packten „Yoda“ wieder fahrbereit, schnallten das Surfski auf dem Dach fest und fuhren nach einem letzten Gang zum Strand los. Zu Hause angekommen, freuten wir uns zwar über unser schönes, großes Haus und all den Platz aber wir begannen nach der ersten Euphorie auch wehmütig „Yoda“ auszuräumen und wieder Abgabebereit zu machen (Staubsaugen, feucht abwischen etc.) und dann startete ich auch schon wieder in Richtung Innenstadt. „Yoda“ fuhr nach Hause. Dort machten Pascal und ich erneut einen Rundgang und Kontrolle des Autos und ich erhielt die Kaution in voller Höhe zurück. Stieg in meinen VW Up GTI und kam nach Hause. Der Trip war nun offiziell zu Ende.

Mein Fazit: Ein Wohnmobil mieten mit PaulCamper? Jederzeit wieder!

Was aber nicht offiziell am Sonntagabend zu Ende war, war unser Glück und unsere Freude darüber das alles so gemacht zu haben. Es ist tatsächlich völlig anders als mit dem Auto irgendwo hinzufahren und in einer Ferienwohnung oder im Hotel zu wohnen. Da wir aktuell nicht die monetären Mittel haben, um uns einen eigenen Camper zu kaufen, ist PaulCamper perfekt für uns. Es ist tatsächlich individuell, aufregend, unvorhersehbar (Wetter) und persönlich, denn das Auto wird zum Reisepartner in allen Lebenslagen. Machen wir das wieder? Jep. Allerdings das nächste Mal im Alkoven. Kein Problem dank PaulCamper!

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