Die Drachenboot Europameisterschaft 2018: Lena`s EM-Tagebuch

Die Drachenboot Europameisterschaft 2018 in Brandenburg an der Havel, die Heim-EM, ist für die Nationalmannschaften des Deutschen Drachenboot-Verbands der Saisonhöhepunkt. Die Trainerin der Premier Nationalmannschaft, Lena Zettl, hält uns auf dem Laufenden in Ihrem EM-Tagebuch.

Lena`s EM-Tagebuch

Die Drachenboot-EM in Brandenburg an der Havel – Die letzten Trainingseinheiten

Nach 4 Tagen Feinschliff in den letzten Trainingseinheiten auf der Regattastrecke am Beetzsee sitzen jetzt die meisten Namen der Teammitglieder und wir sind heiß auf die heute beginnende Europameisterschaft im eigenen Land. Am Sonntag bezogen wir unser Teamcamp und durften in einer kurzen, knackigen Einheit schon mal Beetzsee Wasser verschieben. In den folgenden Einheiten auf und neben dem Wasser fanden wir uns weiter zu einer Einheit zusammen. Mit der Eröffnungsfeier am Mittwoch Abend wurde es nun endlich offiziell – es geht los! Damit ihr kein Rennen verpasst, geht es hier zum Livestream. Weiteres in Kürze, Sport frei

Die Premier Nationalmannschaft 2018 des DDV. (Quelle: https://www.facebook.com/DrachenbootMaenner2013/)

Der erste Wettkampftag bei der Drachenboot Europameisterschaft 2018 in Brandenburg an der Havel

Nach vier Tagen Training ging es endlich los! Die EM wurde mit den 1.000 m Zeitläufen eröffnet, die dieses Jahr neu in das Programm aufgenommen wurden. Hier galt es für jedes Team nur einen Lauf zu fahren und die Zeit entschied über die Platzierung. Der Wecker klingelte früh und voller Spannung machten wir uns auf zur Strecke. Heute endlich konnten wir uns mit den anderen Nationen Europas messen!

Beginnen durfte das Mixedboot, welches sich gleich nach einem sehr guten Start vors Feld setzten konnte. Diesen Vorsprung bauten wir bis ins Ziel aus und gewannen den Zeitlauf mit 7 sek Vorsprung. Große Freude, denn das Boot lief gut! Jetzt mussten wir auf den 2ten Mixedlauf warten. Nachdem die Zeiten veröffentlicht wurden, war der Jubel groß. GOLD für das Mixedboot vor Großbritannien und Ukraine.

Am Nachmittag durften die Männer und Frauen zeigen, wofür sie trainiert haben. Erst starteten die Frauen und dominierten das Feld von Anfang an. Unter großem Jubel von der Tribüne fuhr das Boot souverän mit viel Druck und Schub ins Ziel. GOLD vor Ukraine und Italien.

Den Abschluss machten die Männer. Der Start saß und wir katapultieren das Boot aus dem Start. Doch die starke Ukraine schob sich Schlag für Schlag in Führung. Über die Strecke versuchten wir alles um uns wieder in Führung zu katapultieren. Mit einem monströsem Endspurt konnten wir uns zwar ran kämpfen, aber kamen nicht vorbei. SILBER hinter Ukraine und vor Großbritannien.

Alles in allem ein gelungener Start in unsere Heim-EM. Jetzt sind wir heiß auf die heutigen 2000 m!

Viele Grüße vom Flieder und der Rotbuche 🙂

Der zweite Renntag der Drachenboot-EM im heimischen Brandenburg.

Es standen die 2000m auf dem Programm. Nach den tollen Leistungen des ersten Renntages, freuten wir uns auf diese anspruchsvolle Strecke.

Gestartet wurde nach den Platzierungen der 1000m. So hieß es für das Mixed- und Damenboot, dass man bei den jeweiligen Rennen als erstes starten durfte und somit den Vorteil des freien Wassers hatte. Unsere Männer hatten die 1000m als zweitplatziertes Boot beendet, starteten daher hinter der Ukraine.

Unser Mischboot wurde wieder als erstes von der Leine gelassen. Nach einem kontrollierten Start, wurde über die Strecke hart gearbeitet. Mit einem knallharten langen Hammer brachten wir die zwei Runden hinter uns. Im Ziel war klar, es reicht! Wir sind Europameister! Damit konnten wir das Ergebnis vom Vortag bestätigten.

Im weiteren Verlauf des Tages mussten unsere Drachenbootfrauen sowie -Männer die 2000 Meter hinter sich bringen. Die Frauen machten da weiter, so sie aufgehört hatten und erkämpften sich erneut souverän den Europameistertitel! Bei unseren Drachenbootmännern reichte es für einen dritten Platz.

Nachdem alle Medaillen verteilt waren und unsere Athleten wieder im Mannschaftsquartier eingetroffen waren, gab es nach einer kleinen Stärkung noch einen Überraschung. Zu viel darf nicht verraten, eines kann jedoch gesagt werden. Es war ein schönes Training für unsere Bauchmuskeln und Balsam für die Seele unseres Teams, nach bisher zwei anstrengenden Wettkampftagen.

Die 200m Distanz und der dritte Wettkampftag

Der dritte Wettkampftag steht nun an. Diesmal geht’s im Klein- sowie Großboot auf die 200 Meter. Die Karten werden neu gemischt, wir werden weiterhin alles dafür geben, an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen.

Gestern ging es mit den 200m weiter. Dies ist die Sprintdistanz und wird von vielen gefürchtet, da hier eine geringe Reaktionszeit gefordert ist und die Paddelfrequenzen auf das maximal Mögliche steigt.

Wie bereits in den letzten Tagen waren unsere Mischboote als erstes auf dem Wasser gefordert. Während das kleine Mischboot sich mit einem überragenden Vorlauf direkt für das Finale qualifizieren konnte, musste das Standardboot 3 Zeitläufe absolvieren. Das Finale vom kleinen Mischboot war vom Anfang bis zum Ende extrem knapp. Wir konnten uns dabei als Dritter, hinter Schweden als Sieger und der Ukraine als Zweiter, auf dem Siegertreppchen präsentieren. Das große Boot ließ in allen drei Läufen nichts anbrennen und krönte sich somit zum Europameister.

Am Nachmittag ging es dann für die Drachenbootfrauen und -Männer weiter. Die Frauen knüpften an die Leistung der letzten Tage nahtlos an und sicherten sich nach drei Zeitläufen souverän den Titel. Die Männer hatten es sich in den beiden Bootsklassen vorgenommen, dies den Frauen gleichzutun. Nachdem das kleine Boot und das Standardboot dies auch eindrucksvoll umsetzten, war im gesamten Team die Freude riesengroß. Am Ende dieses Renntages errang das deutsche Premier Team viermal mal Gold und einmal Bronze. Für alle ein glorreicher Tag. Ein Hoch auf den schokometer

Der letzte Tag bei der Drachenboot EM in Brandenburg – Das letzte Drachenboot-Finale für Ronny Keil und mich

Sonntag – der letzte Tag der EM, 500m. Nach 3 wirklich tollen und erfolgreichen Tagen wollten wir die Drachenboot Europameisterschaft natürlich Krönen. Für Ronny Keil und mich war ein großes Ziel schon am Samstag vollbracht: Jedes Mannschaftsmitglied hatte sich eine goldene Klimperkette erpaddelt!!

Am Vormittag startete das Mixedboot mit einem soliden ersten und zweiten Zeitlauf, aber es fühlte sich anders als bisher schwer an. Jetzt wollten wir nochmal einen richtigen Finallauf hinlegen… als kleine Motivation packte Ronny eine nagelneue Rennhose aus und verkündete, dass dies sein letztes Rennen als Teamchef der deutschen Mannschaft sein wird! Nach 7 erfolgreichen Jahren ist es Zeit für was neues. Danke Ronny Keil für die tolle Arbeit in den letzten Jahren und ganz besonders für das letzte gemeinsame Jahr! Die Motovation war geglückt – wir legten einen granaten Start und Nachstart hin und haben der Ukraine gezeigt wie schnell so eine Rakete ist. Germany lets rock…
Die Mittagspause habe ich wirklich gebraucht und dann gingen wir alle in den finalen Nachmittag. Die Männer haben im Grossboot in 3 Zeitläufe versucht an die bärenstarke Ukraine heran zu kommen und konnten die EM mit einer tollen Silbermedaille abschließen. Im Smallboot mussten die jungs sich über das Halbfinale ins Finale kämpfen. Dort setzten sie alles auf eine Karte, ein starkes Rennen von Start bis Ziel wurde gekrönt mit dem Titel!! HAMMER.
Tja und meine Mädels.. im ersten Zeitlauf machten wir uns es selbst etwas schwer und siegten nur knapp vor den Britinnen. Ich gönnte mir im zweiten Lauf eine Pause, aber auch ohne mich lief das Boot sehr gut. Und dann kam es, dass letzte Rennen der EM für uns nach 10 Monaten arbeit –  mein allerletztes Rennen. Mit Final charakter und voll motiviert haben wir unseren letzten Kräfte gebündelt und nochmal gezeigt was wir drauf haben. WE LIKE TO MOVE IT Danke für den tollen Abschluss.
Nach einem tollen Jahr, einer spaßigen Woche und natürlich einem goldenen Ergebnis verabschieden Ronny Keil und ich uns in die Drachenboot Rente.. Tschüss und Danke.
Lena

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