Sebastian Brendel – ein Leben für den Sport jenseits von besonderem Reichtum

Zwei Goldmedaillen brachte Sebastian Brendel von den Olympischen Spielen in Rio mit nach Hause. Doch von besonderer Anerkennung seiner Leistung ist im Alltag des Vollblutkanuten wenig zu spüren. Frühmorgens schon geht es für den Vater zweier Kinder zum Training mit Ralph Welke, seinem langjährigen Trainer. Bei jedem Wetter und jeder Temperatur ist Brendel auf dem Wasser unterwegs. Der Grund für die Anstrengungen ist schnell gefunden: Er arbeitet an seinem nächsten großen Ziel, den Olympischen Spielen in Tokio 2020. Als Begründung für seinen unermüdlichen Ehrgeiz hat der Kanute vor allem ein Argument parat: Er möchte sein Talent und seine jetzigen Fähigkeiten im Sinne des Sportes nutzen. Bekanntermaßen geht die Zeit als Kanute schließlich allzu schnell vorbei.

Unterstützung auf dem Weg nach Tokio 2020 für Sebastian Brendel

Seit 2004 profitiert Brendel bei seinem Training von den Erfahrungen der Trainerlegende Welke. Der seit über 30 Jahren tätige Kanutrainer bezeichnet den Kanuten als Ausnahmesportler, dem ein Trainer nur einmal begegnet. Die Ernte der Bemühungen sind freilich rar gesät. Die Verdienste im Kanusport halten sich in engen Grenzen. Auf immerhin sieben kleinere Sponsoren kann sich Brendel stützen. Allein vom Kanusport kann er allerdings dennoch nicht leben. Genau wie viele andere: 70 Prozent der Kaderathleten verdienen weniger als 3.000 Euro brutto. Eine Änderung dieser Verhältnisse ist bislang nicht in Sicht.

Ein Kommentar vom Olympiasieger Brendel dazu:

„Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch die Bundespolizei, die Sporthilfe und meine Sponsoren, die schon so lange an meiner Seite stehen und ohne die es nicht gehen würde. Es muss aber weiter daran gearbeitet werden die Strukturen zu professionalisieren, um den Anschluss an die Weltspitze nicht zu verlieren. Das gilt nicht nur für den Kanusport, sondern für den gesamten olympischen Sport in Deutschland. Erfolg darf aber auf der anderen Seite nicht dazu führen, dass noch mehr an der Sparschraube gedreht wird. Denn jede Medaille muss neu erkämpft werden.“

Mehr zu der Thematik findet ihr hier. Kanu zum Frühstück bleibt am Paddel!

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