Zwei knappe Finalläufe sowie zwei Kenterungen am 2. Finaltag bei der Parallelsprint DM in Berlin

Vor den Augen von DOSB Präsident Alfons Hörmann und der DOSB Vorstandsvorsitzenden Veronika Rücker zeigten sich die deutschen Kanu-Rennportler auch am zweiten Wettkampftag in Bestform. Auf dem Programm standen die Entscheidungen bei den Kajak-Damen sowie bei den Canadier Herren. Den tausenden Fans an der East Side Gallery wurden neben spannenden Rennen – gleich mehrmals musste das Zielfoto bemüht werden – auch zwei Kenterungen von C2 Weltmeister Yul Oeltze geboten.

Steffi Kriegerstein siegt in einem engen Finale bei den Kajak-Damen

Die Dresdnerin Steffi Kriegerstein ist die erste Deutsche Meisterin im Parallelsprint bei den Kajak-Damen. (Foto: Henning Schoon)

Steffi Kriegerstein vom KC Dresden, zeigte gleich im Vorlauf, dass heute mit ihr zu rechnen ist. Auf der 160 m Strecke ließ sie ihrer Konkurrentin Sarah Brüßler von den RB Karlsruhe keine Chance und siegte mit einer halben Sekunde Vorsprung. Bei den schwierigen Bedingungen auf der Spree (Wellen durch die Schifffahrt) zeigte sich schnell, dass die junge Sportsoldatin das Paddeln auf der Elbe bei Dresden gelernt hat. „Die Bedingungen hier auf der Spree sind sehr speziell, aber ich bin es von Dresden auf der Elbe gewohnt. Da habe ich heute hier einen extremen Vorteil.“ Noch deutlicher wurde es dann im Zwischenlauf. Diesen entschied Steffi Kriegerstein mit fast 1 Sekunde Vorsprung für sich. Das Nachsehen hatte Greta Köszeghy ebenfalls von den RB Karlsruhe. Im Halbfinale traf die Dresdnerin auf ihre langjährige Partnerin im Mannschaftsboot Sabrina Hering vom HKC Hannover. Kriegerstein und Hering-Pradler sind zusammen Weltmeisterinnen und haben im K4 Silber in Rio geworden, nun paddelten sie im 1:1 gegeneinander. Und auch in diesem Rennen siegte Steffi Kriegerstein souverän mit 1.1 Sekunden Vorsprung. Damit hatte sie sich für das Goldfinale qualifiziert, das nur 16 Minuten später stattfand. Im Finale wartete Caroline Arft von der KG Essen auf die Dresdnerin. Arft hatte ihre Rennen ähnlich dominiert. Beide erwischten einen guten Start und eine noch besserer Nachstartphase. Auf der Stecke schenkten sich die beiden Paddlerinnen nichts. Am Ende war es so knapp, dass mit losem Auge nicht zu erkennen war, wer als erste die Ziellinie überquerte. Es musste das Zielfoto bemüht werden. Dieses zeigte, dass Steffi Kriegerstein knapp vor Caroline Arft durch das Ziel kam. Die Dresdnerin siegte in 32.208 Sekunden. Arft wurde in 32.375 zweite. Auf Platz 3 kam Sabrina Hering-Pradler vom HKC Hannover. „Das Finale gegen Caro war sehr sportlich, aber hat sehr viel Spaß gemacht. Die Kulisse hier vor der East Side Gallery hat wirklich gepuscht. Ich habe selten so viele Fans gehabt, die mir zugejubelt haben.“ so die frischgebackene Deutsche Meisterin Steffi Kriegerstein.

Jan Vandrey hat bei den Canadier-Herren die berühmte Bootsspitze vorn

Der Feuerwehrmann vom KC Potsdam, Jan Vandrey, lässt Nichts anbrennen und wird Deutscher Meister bei „Die Finals-Berlin 2019“. (Foto: Henning Schoon)

Dem Potsdamer Jan Vandrey gelang ein ähnlicher Durchmarsch bei den Canadier-Herren. Er siegte im Vorlauf gegen den frisch gebackenen U23 Weltmeister Tim Hecker vom SC Berlin-Grünau. Vandrey gewann mit einer halben Sekunde Vorsprung. Im Halbfinale wartete dann sein langjähriger Zweier- und Trainingspartner Sebastian Brendel auf ihn. Zusammen haben sie in Rio Gold geholt, jetzt wollten beide ins Finale, wobei ein leichter Vorteil bei Vandrey lag, der im Vergleich zu Brendel eher auf der Kurzstrecke beheimatet ist. Diesen Vorteil wusste er zu nutzen und siegte 0.4 Sekunden vor Brendel. Im zweiten Halbfinale hatte sich Peter Kretschmer vom SC DHfK Leipzig durchgesetzt, sodass es im Finale zum Duell zweier Sprintstarker Paddler kam. Im Rennen um Platz 1 erwischte Vandrey den etwas besseren Start und erkämpfte sich dadurch einen kleinen Vorsprung. Diesen gab er nicht mehr her und siegte nur denkbar knapp mit 0.021 Sekunden vor Peter Kretschmer auf Platz 2. Auch dieses Ergebnis musste erst durch das Zielfoto bestätigt werden. Sebastian Brendel kam auf Platz 3. „Mit Peter hatte ich einen sensationell starken Gegner im Endlauf. Ich bin auch nicht davon ausgegangen, dass ich gewinne. Die Chance war da, ich habe den Start ein wenig besser getroffen und bis zum Schluss gekämpft. Das ich dann noch mit dem Sieg belohnt werde, ist natürlich super.“ so Jan Vandrey nach seinem Sieg im Finale.

Alles in allem waren die Finals – Berlin 2019 und insbesondere die Deutschen Meisterschaften im Parallelsprint sowie die Deutsche Meisterschaft im SUP Cross ein großartiges und sehr erfolgreiches Event für den Kanusport. „Ich habe von allen Seiten positive Rückmeldungen bekommen. Von den Sportlern, von den Zuschauern vor Ort, von den Leuten vor dem Fernseher, aber auch von denen, die das Geld gegeben haben. Zudem sind auch die ARD und das ZDF außerordentlich glücklich. Das besondere an unserem Kanu-Event hier ist, dass wir herausstechen. Es ist was komplett Neues. Während ein Leichtathletikstadion in jeder Stadt von innen gleich aussieht, bieten wir den Zuschauern mit der Oberbaumbrücke, der East Side Gallery und dem Berliner Fernsehturm ein Stadtbild. Es ist Action auf dem Wasser und manche Sportler fallen sogar hinein. Das ist toll! Deswegen glaube ich, dass man an diesem Format festhalten sollte. Großen Dank an die vielen Helfer, die Sportler und an die Verantwortlichen der Nationalmannschaft, die das hier möglich gemacht haben.“ fasste Malte Drescher, Projektleiter die Finals – Berlin 2019 des DKV, ein unglaubliches Wochenende zusammen.  

Alle Ergebnisse gibt es bei der IMAS.

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