Kanu-Club Fröndenberg
Vereinsporträt von Kanu zum Frühstück. Die offizielle Website des Vereins ist kc-froendenberg.de. Weitere Vereine stellen wir in der Übersicht der Kanuvereine vor.
Bootshaus
Kanu-Club Fröndenberg
Ruhrstraße 19d
58730 Fröndenberg/Ruhr
Der Verein in Kürze
- Gegründet: 1933, als sich die Fröndenberger Paddler aus einem gemeinsamen Verein mit Mendener Kanuten lösten. Nach dem Krieg folgte 1953 eine erneute Gründungsversammlung.
- Bootshaus an der Ruhr: an der Ruhrstraße in Fröndenberg, hinter dem Bahndamm am rechten Ufer, 1958 bis 1962 von den Mitgliedern selbst gebaut. Von hier führt die Ruhretappe nach Schwerte, laut Vereinsprogramm 17 Kilometer bis zum Bootshaus des Kanu- und Surf-Vereins Schwerte.
- Sparten: Wanderfahren und Wildwasser, im Sommer auf der Ruhr, im Winter auf den Kleinflüssen des Sauerlands. Renn- und Slalomsport betreibt der Verein derzeit nicht.
- Kein Verleih: Der KCF ist ein Mitgliederverein mit 83 Mitgliedern, rund 30 davon Kinder und Jugendliche. Einen Bootsverleih nennt er nicht, Vereinsboote gibt es für Schüler und Neulinge.
- Mitmachen: Nach den Osterferien bietet der Verein Schnupperpaddeln für Neueinsteiger an, trainiert wird im Sommer auf der Ruhr am Bootshaus und im Winter im Lehrschwimmbecken in Langschede.
Der Kanu-Club Fröndenberg 1933 e.V., kurz KCF oder KC Fröndenberg und meist als „Kanu Club Fröndenberg“ gesucht, ist der Kanuverein der Stadt Fröndenberg an der Ruhr. Beim Deutschen Kanu-Verband steht er als „Kanu-Club 1933 e.V. Fröndenberg“. Sein Bootshaus liegt an der Ruhrstraße, gleich hinter dem Bahndamm und damit mitten in der Stadt. Es ist ein Ausgangspunkt für Touren auf der Ruhr in Richtung Schwerte.
Der Verein paddelt vor allem Wanderfahrten und Wildwasser und versteht sich ausdrücklich als Familienverein. Wer „Kanu Club Fröndenberg“ sucht, sollte außerdem wissen: In Fröndenberg liegen die Bootshäuser von drei weiteren Vereinen, deren Namen auf Wickede, Unna und Holzwickede verweisen, und am anderen Ufer der Ruhr hat der Kanu Club Menden sein Vereinshaus. Sie stellen wir am Ende dieser Seite kurz vor.
Bootshaus und Revier
Die Anschrift des Vereins lautet Ruhrstraße 19d, 58730 Fröndenberg/Ruhr. Der Verein weist selbst darauf hin, dass das Bootshaus keine eigene Hausnummer hat: Die Nummer 19 liegt vor dem Bahndamm, das Bootshaus dahinter auf der linken Seite. Nach dem Auszug aus dem Deutschen Flusswanderbuch, den der Verein auf seiner Website zeigt, liegt es am rechten Ufer hinter der Eisenbahnbrücke, nahe der Straßenbrücke zwischen Fröndenberg und Menden. Am linken Ufer, vor der Brücke, liegt das Bootshaus des Kanu Club Menden. Ein kurzes Stück flussabwärts mündet von rechts die Hönne in die Ruhr.
Hausrevier ist die obere Ruhr zwischen Wickede, Fröndenberg und Schwerte. Das Vereinsprogramm führt die Strecke vom Bootshaus bis zum Kanu- und Surf-Verein Schwerte mit 17 Kilometern. Auf dem Tourenportal Outdooractive ist dieselbe Etappe bis Schwerte mit 18,5 Kilometern beschrieben. Ein Nutzer empfiehlt dort, an einem Kanuclub schräg gegenüber einer Tankstelle einzusetzen, und berichtet, dass er unterwegs viermal umtragen musste. Ein Bootswagen ist auf dieser Strecke also nützlich. Flussaufwärts liegt bei Fröndenberg-Warmen das Bootshaus des Kanuclub Wickede-Ruhr. Einen Überblick über Vereine, Bootshäuser und Verleiher am ganzen Fluss gibt unsere Seite zum Kanuverleih an der Ruhr.
Für den Winter plant der Verein Fahrten auf Kleinflüssen, die nur bei passendem Pegel gehen, darunter Alme, Lenne, Möhne, Wenne, Volme und die Hönne von Balve bis zum eigenen Bootshaus. Im Sommer geht es auch auf Wanderflüsse wie die Lippe. Wie eine Tour dort aussieht, beschreibt unsere Seite zur Kanutour auf der Lippe.
Geschichte: vom Bombentrichter zum Clubraum
Die Vereinschronik beginnt 1930. Damals gründeten Kanuten aus Fröndenberg und Menden gemeinsam einen Kanuverein. Der Andrang war so groß, dass sich die Fröndenberger 1933 selbstständig machten und den heutigen Kanu-Club Fröndenberg gründeten. Bis in die Vierzigerjahre wuchs der Verein schnell. Nach dem Krieg, in dem viele Mitglieder gefallen oder in Gefangenschaft geraten waren, brachte die ältere Generation den Kanusport nur langsam wieder in Gang. 1953 hielt der Club eine erneute Gründungsversammlung ab.
Zum 25-jährigen Bestehen 1958 bekam der Verein vom Kreis die Baugenehmigung für ein eigenes Bootshaus. Die Mitglieder bauten es nach der Chronik vollständig in Eigenleistung, im Mai 1962 wurde es eingeweiht. Ab 1975 zeigten sich Risse in den Wänden, im Fundament und im Boden, und es stellte sich heraus, dass das Haus auf einem großen Bombentrichter stand. 1982 beschloss der Verein, das Bootshaus zu sanieren und zu erweitern. Mit Zuschüssen des Regierungspräsidenten und des Landessportbunds begann der Bau 1988, im Dezember 1989 wurde das erweiterte Bootshaus eingeweiht. 2020 ließ der Verein mit bewilligten Fördergeldern das Dach sanieren, Anfang 2021 folgte die Renovierung des Clubraums.
Wandersport statt Rennsport
Olympiasieger oder Meistertitel nennt der KCF nicht. Seine Chronik misst den Erfolg in Kilometern. 1966 paddelten die Mitglieder zusammen 4.000 Kilometer, 1969 schon 11.000. 1971 gewann der Club mit 25.000 Kilometern den Wanderpokal, den der Landesverband für den Bezirk Obere Ruhr ausgeschrieben hatte. 1975 waren es 18.600 Kilometer auf 74 Flüssen im In- und Ausland.
Als Höhepunkt der Vereinsgeschichte nennt die Chronik das Jahr 1970. Damals richtete der KCF das jährliche Wanderfahrertreffen in den Ruhrwiesen aus und versorgte rund 1.500 Kanuten. In den Siebzigerjahren kamen Wildwasserfahrten fest ins Programm, und der Verein nahm an Slalomregatten auf der Ruhr teil und richtete selbst welche aus. Seit den Neunzigern sind die Mitglieder nach Angaben des Vereins auf Flüssen in ganz Deutschland, in West- und Osteuropa, Skandinavien, den USA und Kanada gepaddelt.
Sparten und Angebot
Wanderfahren
Der Wandersport ist der Kern des Vereins. Vom Bootshaus aus starten die Vereinsfahrten, und über das Jahr verteilt stehen feste Fahrten im Kalender: eine Osterfahrt, eine Pfingstfahrt, eine Seniorenfahrt, Herbstfahrten, die Bezirksfahrten des Bezirks Obere Ruhr und eine Ausfahrt zum Saisonabschluss. Die Rückblicke auf der Website zeigen Ziele wie Lippe, Ems, Möhnesee, den Niederrhein bei Emmerich und Kleve oder das niederländische Alkmaar. Einen Überblick über den Wandersport gibt unsere Rubrik Kanu-Wandern.
Wildwasser
Beim Wildwasser geht es um Bootsbeherrschung, Paddeltechnik und die Kenterrolle, und zwar Schritt für Schritt auf höhere Schwierigkeitsgrade. Geübt wird auf den sportlichen Kleinflüssen des Sauerlands, im Sommer fahren Mitglieder zur Wildwasserwoche der Kanuverbände Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in die Alpen. Mehr zum Thema steht in unserer Rubrik Kanu-Wildwasser.
Kinder und Jugend
Rund 30 der 83 Mitglieder sind Schüler und Jugendliche. Sie trainieren in der Saison auf der Ruhr vor dem Bootshaus, im Winter üben sie im Lehrschwimmbecken der Sonnenbergschule in Langschede das Kentern und Rollen. Vereinsboote stehen für Schüler und Neulinge bereit.
Was den Verein besonders macht
Der KCF ist ein kleiner Verein, und er macht daraus ein Programm. Er versteht sich als familienfreundlich und freut sich nach eigenen Worten besonders, wenn die ganze Familie paddelt. Dazu passt das Vereinsleben am Bootshaus: ein Familienwochenende im Sommer, Grillabende, ein Wandertag, eine Weihnachtsfeier und ein monatlicher Nachmittagstreff der älteren Mitglieder. Im Sommer ist das Gelände mit seiner Zeltwiese der Treffpunkt des Vereins, mit Zelt oder Wohnwagen und mit Lagerfeuer für die Kinder.
Das Zweite ist das Bootshaus selbst. Die Mitglieder haben es 1958 bis 1962 vollständig in Eigenleistung gebaut, nach der Entdeckung des Bombentrichters saniert und erweitert und zuletzt Dach und Clubraum erneuert. Die Arbeit hört nicht auf: Arbeitseinsätze am Bootshaus stehen regelmäßig im Kalender.
Und schließlich nimmt der Verein den Naturschutz ernst. Er richtet sich nach den zehn goldenen Regeln für Wassersportler in der Natur und verweist auf seiner Website auf die Befahrungsregeln des Kanuverbands, damit Mitglieder und Gäste vor einer Fahrt wissen, welche Strecken gesperrt sind.
Gäste, Zelten und Bootsverleih
Viele, die nach dem Kanu Club Fröndenberg suchen, wollen eigentlich auf der Ruhr paddeln. Deshalb klar vorweg: Einen öffentlichen Bootsverleih nennt der KCF auf seiner Website nicht, und im Verzeichnis des Deutschen Kanu-Verbands ist er nicht als DKV-Kanu-Station eingetragen. Nach eigenen Angaben ist das Sport- und Zeltgelände im Sommer ein Anziehungspunkt für Mitglieder und auch für Gäste. Wer als Wasserwanderer übernachten möchte, fragt am besten vorher beim Verein nach.
Eine eingetragene DKV-Kanu-Station gibt es ein paar Kilometer flussaufwärts: den Kanuclub Wickede-Ruhr in Fröndenberg-Warmen, der Übernachtungen am Bootshaus anbietet. Verleiher und weitere Vereine mit Zeltplatz an der Ruhr findest du im Branchenbuch von Kanu zum Frühstück.
Mitmachen
Der KCF trainiert das ganze Jahr. Von den Osterferien bis zu den Herbstferien paddelt er einmal pro Woche auf der Ruhr am Bootshaus, in den Sommerferien ruht das Training, weil dann Jugend- und Vereinsfahrten anstehen. Von den Herbstferien bis zu den Osterferien geht es ins Lehrschwimmbecken der Sonnenbergschule in Langschede. Wenn es nach den Osterferien warm genug ist, bietet der Verein Schnupperpaddeln für Neueinsteiger an. Die aktuellen Zeiten stehen im Jahresprogramm des Vereins.
Du willst anfangen? Dann komm zum Training ans Bootshaus und sprich die Leute an, oder melde dich beim Sport- und Wanderwart oder beim Jugendwart. Willkommen sind laut Verein alle, ob jung oder älter, allein oder als Familie. Aufnahmeantrag, Satzung und Beitragsordnung stehen als Dokumente auf der Seite Mitgliedschaft, dort findest du auch das Schutzkonzept des Vereins gegen sexualisierte Gewalt. Veranstaltungen anderer Vereine findest du in unserem Terminkalender.
Weitere Kanuvereine in Fröndenberg
Fröndenberg hat an der Ruhr mehr Bootshäuser, als der Name eines einzigen Vereins vermuten lässt. Wer „Kanu Club Fröndenberg“ sucht, kann deshalb auch einen dieser Vereine meinen.
Der Kanuclub Wickede-Ruhr e.V., meist KC Wickede genannt, hat sein Bootshaus auf einer Insel in der Ruhr bei Fröndenberg-Warmen. Die Anschrift lautet Am Kraftwerk 3, 58730 Fröndenberg, denn Warmen gehört seit 1968 zur Stadt Fröndenberg. Der Verein wurde 1949 gegründet, hat nach eigenen Angaben um die 160 Mitglieder, ist DKV-Kanu-Station und paddelt vor allem Wanderfahrten und Wildwasser. Am 11. Juli 2026 startete dort die Paddel-Festival-Tour des Deutschen Kanu-Verbands mit knapp 100 Teilnehmenden. Im Januar 2027 lädt der KC Wickede zu seiner Verbandsfahrt Wilde Kleinflüsse im Sauerland ein. Mehr auf der Website des KC Wickede.
In Fröndenberg-Dellwig am Ohlweg liegen die Bootshäuser von zwei Vereinen aus den Nachbarstädten Unna und Holzwickede: Der Kanuklub Unna 1949 e.V. hat dort seinen Sitz, zählt fast 200 Mitglieder und betreibt neben Wandern und Wildwasser auch Slalom und SUP. Der Kanu-Verein Holzwickede e.V., 1950 gegründet, nutzt die obere Ruhr bei Dellwig ebenfalls als Haus- und Trainingsgewässer. Am gegenüberliegenden Ufer, schon auf Mendener Gebiet an der Fröndenberger Straße 220, liegt schließlich das Vereinshaus des Kanu Club Menden e.V.
