Kanutour auf der Ostsee – Die „Fahrt ins Blaue“ nach Poel

Wer ins Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten guckt, findet schnell die Bedeutung des Ausdrucks „Eine Fahrt ins Blaue machen“ heraus. Es geht um eine Ausflugsfahrt mit unbekannten oder ungenannten Ziel. Und so Unwissend standen alle Reisegäste am Treffpunkt in Hamburg. Pünktlich! Plötzlich kommt sogar unser treuer Gast Mario um die Ecke. Er musste die Tour kurzfristig absagen. Aber er will es sich nicht nehmen lassen, uns zu verabschieden. Wir steigen ins Fahrzeug, die Fahrt geht los – und nur der Reiseleiter weiß wohin.

Je dichter wir dem Ziel kommen, desto bohrender werden die Fragen. Wohin geht es denn? Irgendwann, als es fast schon offensichtlich ist, gibt der Reiseleiter dem Druck nach: „Nach Poel“ platzt es aus ihm heraus. Poel, vor Wismar gelegen, ist noch weitestgehend vom Massentourismus der Ostsee verschont geblieben. Die Insel entwickelt sich langsam und bleibt, so der erste Eindruck, sich selbst treu. Bevor man so eine Kanutour auf der Ostsee überhaupt durchführen kann, muss man sich vorab über die Begebenheiten vor Ort informieren. Also nochmal ein Schritt zurück!

Die Erkundung vor der Tour

Mit dem Finger auf der Landkarte entstand zunächst die Idee für das Ziel der mittlerweile traditionellen „Fahrt ins Blaue“. Poel, warum nicht. Die Recherchen klangen einladend: kleine Insel, viel Natur und viel Naturschutz, langsame Entwicklung, ländlich. Am Wochenende vor dem 1. Mai war es dann soweit, wir erkundeten die Tour. Der Reiseleiter sammelte einen Freund ein und es ging Richtung Osten. Zunächst fuhren wir mit dem Auto die Campingplätze ab, erkundeten die Öffnungszeiten (einige waren in der Tat noch geschlossen) und die Lage. Wo können wir einkaufen, Essen gehen, wie können wir anlanden, wo das Fahrzeug mit dem Hänger später abstellen? Das waren die Fragen, die wir uns am ersten Erkundungstag stellten.

Seekajak im Himmel
Spiegelglattes Wasser und ein Seekajak (Foto: Lutz Müller)

Wir landeten schließlich in Timmendorf auf Poel. Zuvor schauten wir bei der Touristeninfo vorbei und wurden reichlich mit Informationen versorgt. Damit wir sie nicht vergessen, gab es auch gleich noch eine Mail nach Hause.

Seekajakdoppel vor Leuchtturm
Seekajakdoppel vor dem Leuchtturm in Timmendorf Strand (Foto: Lutz Müller)

Am nächsten Tag stiegen wir direkt am Campingplatz-Strand in unseren Zweier und paddelten los. Einmal um die Insel. Gut 25 Kilometer, ein erfahrener und ein unerfahrener Paddler. Nach 6 Stunden waren wir wieder am Strand. Glücklich der Erfahrene, mit schlappen Armen der Unerfahrene. Abends im Bistro bei einheimischen Bier und lokalem Essen ließen wir den Tag Revue passieren. Poel ist nett, unsere schöne Route werden wir finden. Und jetzt wieder ein Schritt vor!

Los geht die Kanutour auf der Ostsee

Wir starten nachmittags in Boiensdorfer Werder. Nur zehn Kilometer versprechen eine gemütliche Nachmittags-Tour. Doch nachdem wir Langenwerder passieren, sehen wir sie vor uns, die dunkle Wolkenwand. Jetzt muss es auf den letzten Kilometern doch schneller gehen.

Im Seekajak um Poel
Schwäne und eine Kogge vor dem Seekajak (Foto: Lutz Müller)

Anlanden in Timmendorf Strand. Während der Reiseleiter die Gruppe anmeldet, packt der Rest der Gruppe die Boote aus. Schnell die Zelte aufbauen. Gerade rechtzeitig. Ein Donnerschlag und schon prasselt der Regen los. Der kurze Schauer ist schnell vorbei. Die Zwischenzeit wurde zum Umdekorieren der eigenen Person genutzt. Frisch geputzt gehen wir in den Ort zum Essen.

Am nächsten Tag geht es mit leeren Kajaks Richtung Wismar. Weiter nach Kirchdorf, wo wir in der Fischräucherei einkehren. Zum Abend sind wir wieder in Timmendorf zurück. Diesmal testen wir die italienische Pizzeria.

Seekajak meets Fisherman
Ein Männlein steht im Wasser und fängt ’nen Fisch (Foto: Lutz Müller)

Morgens wieder Boote packen und über die Südspitze von Poel nach Boiensdorfer Werder zurück. Wir können viele Wasservögel beobachten. Unter einem Baum haben sich Schafe versammelt, sie suchen Schatten, Mitte Mai und tagsüber ist es ziemlich warm. Ankunft in Boiensdorfer Werder, es schleicht sich schon fast wieder Tourenroutine ein. Es ist zu merken, dass die meisten schon öfter mit Club Aktiv auf Tour waren. Unterwegs hatten wir schon für den Grillabend eingekauft. Und so lassen wir den Tag gemütlich ausklingen. Unterbrochen durch einen kurzen Strandbesuch – der Sonnenuntergang ruft.

Abendstimmung
Abenstimmung Boiensdorfer Werder (Foto: Lutz Müller)

Poel ist umgeben von Naturschutzgebieten. So nehmen wir am letzten Tag noch an einer Führung mit dem Vogelwart der Vogelinsel Langenwerder, die Poel im Nordosten vorgelagert ist, teil. Unglaublich, was der Mann alles weiß. Erstaunen lässt ihn die Gruppengröße: 15 Personen, das hat er noch nicht erlebt.

Fazit

Poel hat allen gut gefallen. Und es es ist ein lohnendes Wochenendziel in einem anderen Bereich der Ostsee. Poel ist für Wochenend-Ausflüge fest eingeplant. Anreise ist ab/bis Wismar. Dann kann das Wochenend-Abenteuer beginnen. Alle weiteren Infos zur Kanutour im Seekajak um die Insel Poel findest du unter hier. Hier findest du die Infos für die nächste „fahrt ins Blaue“. Eins kann ich ich schon jetzt verraten: es geht 2021 nicht nach Poel!

Lutz Müller
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