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Kaufberatung

Trockenanzug fürs Kajak: Kaufberatung, Klassen und Preise

Ein Trockenanzug hält kein Wasser ab, er hält es draußen: Das ist der Unterschied zum Neoprenanzug, und daran hängt fast alles andere. Diese Seite sortiert die Klassen von 509 bis 1.353 Euro und erklärt die drei Entscheidungen, die vor dem Preis kommen.

  • Vier Klassen: leicht ohne Kamin ab 509 €, Semidry ab 535 €, Trockenanzug ab 670 €, Oberklasse ab 995 €
  • Die erste Entscheidung ist nicht der Preis, sondern Latex oder Neopren am Hals
  • Derselbe Anzug kostet je nach Größe bis zu 237 Euro mehr oder weniger

5 Modelle vergleichen

Vier Trockenanzüge nebeneinander: NRS Crux, Hiko Odin, NRS Navigator Herren und NRS Navigator Damen

Inhaltsverzeichnis 18 Abschnitte

  • NRS Crux Trockenanzug, Hiko Odin Trockenanzug, NRS Navigator GORE-TEX Pro, Palm Bora Trockenanzug und Palm Atom Trockenanzug im Vergleich
  • Passendes Zubehör
  • Trockenanzug oder Neopren: die Frage, an der alles hängt
  • Was ein Trockenanzug kostet, und welche vier Klassen es gibt
  • Latex oder Neopren am Hals: die eine Entscheidung
  • Fronteinstieg, Schulter oder Rücken
  • Die Zahlen im Datenblatt und was sie wert sind
  • Warum derselbe Anzug je nach Größe verschieden kostet
  • Was auf dem Warnhinweis steht und kaum jemand liest
  • Was du darunter anziehst
  • Trockenanzug fürs SUP
  • Trockenanzug für Damen
  • Kinder und Jugendliche
  • Taucher-Trockenanzug und „Neopren-Trockenanzug“: zwei Missverständnisse
  • Pflege: drei Bauteile entscheiden über die Lebensdauer
  • Wann eine Paddeljacke reicht
  • Häufige Fragen zu Trockenanzug
  • Wie geht es weiter?

NRS Crux Trockenanzug, Hiko Odin Trockenanzug, NRS Navigator GORE-TEX Pro, Palm Bora Trockenanzug und Palm Atom Trockenanzug im Vergleich

Dieselben Merkmale nebeneinander, aus denselben Quellen wie die Einzelseiten. Die Preise sind der jeweils günstigste Shop aus unserem täglichen Abgleich. Ein leeres Feld heisst, dass dazu gerade kein geprüfter Preis vorliegt, nicht dass das Produkt nichts kostet.

NRS Crux Trockenanzug, Hiko Odin Trockenanzug, NRS Navigator GORE-TEX Pro, Palm Bora Trockenanzug und Palm Atom Trockenanzug im Vergleich
Merkmal NRS Crux Trockenanzug Trockenanzug Hiko Odin Trockenanzug Trockenanzug NRS Navigator GORE-TEX Pro Trockenanzug Palm Bora Trockenanzug Trockenanzug Palm Atom Trockenanzug Trockenanzug
Preis 790,00 € günstigster von 2 Shops: Denk Outdoor Herren, Blue, Größe L. S 819 €, XXL 820 €, M 877,10 €. Damen ab 790 € 929,00 € bei Denk Outdoor Inferno, Größe L. Alle Größen und Farben kosten dasselbe 1.255,50 € günstigster von 2 Shops: Sport Schröer Damen und Herren, alle Größen zum selben Preis 1.039,00 € günstigster von 2 Shops: Denk Outdoor Fiesta/Samba, Größe L. MB und LT kosten 1.057,42 € k. A.
Bauart Trockenanzug mit diagonalem Fronteinstieg Trockenanzug mit Rückeneinstieg Trockenanzug mit Fronteinstieg Trockenanzug mit Schulterreißverschluss Trockenanzug mit Schulterreißverschluss
Gewicht 1.300 g Herren, 1.230 g Damen k. A. ca. 1.600 g Herren, ca. 1.500 g Damen k. A. k. A.
Material Eclipse, 4 Lagen, 100 % Nylon Air4.X, 4 Lagen, Nylon-Membran mit Cordura PAD 500D GORE-TEX Pro, 3 Lagen, Oberstoff 100 % recyceltes Nylon Seawastex XP, 4 Lagen, 100 % Nylon mit Polyurethan XP 4-Lagen-Seawastex aus recyceltem Nylon
Wassersäule k. A. 25.000 mm k. A. 30.000 mm 30.000 mm
Atmungsaktivität k. A. 5.000 g/m² in 24 h k. A. 5.000 g/m² in 24 h 5.000 g/m² in 24 h
Verstärkungen zusätzliche Lage am Gesäß und unterhalb der Knie Cordura 500D an Sitzfläche, Knien, Unterarmen und Ellbogen rundum verstärkter, elastischer Beinabschluss 320D an Sitz und Knien k. A.
Halsabschluss Latex mit GlideSkin-Neopren darüber und Mesh-Drainage Latex, mit Neopren abgedeckt Comfort-Neopren mit Halfzip und Fleece-Gesichtsschutz GlideSkin-Neopren, Latexkragen optional Latexmanschette mit GlideSkin-Neopren darüber
Armabschluss Latex mit GlideSkin-Neopren darüber und Mesh-Drainage Latex, mit Neopren abgedeckt Latex mit GlideSkin-Neopren darüber und Mesh-Drainage Latexmanschetten mit Neopren-Übermanschetten Latexmanschetten mit GlideSkin-Abschlüssen
Kapuze keine keine verstellbar und verstaubar abnehmbar, größenverstellbar, helmkompatibel k. A.
Füße Socken aus Eclipse, Nähte an Ferse und Zehen doppelt getapt integrierte, wasserdichte Cordura-Socken Socken aus GORE-TEX Pro Socken aus demselben Vierlagenmaterial, Sohle 320D doppelt verstärkte Füßlinge
Reißverschlüsse YKK AquaSeal diagonal vorn unter Klettklappe, dazu Entlastungszipper TIZIP am Rücken, TIZIP vorn als Entlastungszipper YKK AquaSeal diagonal vorn, dazu Pinkel- beziehungsweise Damen-Toilettenzipper YKK AquaSeal an Schulter und als Toilettenzipper YKK AquaSeal, einzeln druckgeprüft, plus Relief-Zip
Taschen eine spritzwassergeschützte Brusttasche keine zwei Ärmeltaschen mit Reißverschluss YKK AquaGuard an Brust und als Kängurutasche eine YKK-AquaGuard-Brusttasche
Größen Herren S, M, MT, L, LT, XL, XXL; Damen XS bis XL S bis XXL, unisex Herren S bis XXL, Damen XS bis XL S, M, MB, L, LT, XL, XXL S, M, MB, L, LT, XL, XXL
Chemie k. A. zu PFAS k. A. zu PFAS k. A. zu PFAS PFAS-frei, Material und Imprägnierung PFAS-freie DWR, Seawastex nach GRS zertifiziert
Zur Seite NRS Crux Trockenanzug ansehen Hiko Odin Trockenanzug ansehen NRS Navigator GORE-TEX Pro ansehen Palm Bora Trockenanzug ansehen Palm Atom Trockenanzug ansehen

k. A. heisst: Zu diesem Merkmal liegt uns für das Produkt keine Angabe vor. Es heisst nicht, dass das Produkt die Eigenschaft nicht hat.

Passendes Zubehör

Das brauchst du zusätzlich

Ohne diese Teile kommst du nicht aufs Wasser. Sie gehören nicht zum Lieferumfang.

Funktionsunterwäsche

Ein Trockenanzug hält trocken, nicht warm. Palm schreibt das sogar auf den Warnhinweis. Die Wärme kommt aus der Schicht darunter, und Baumwolle ist dafür die falsche.

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Neoprenschuhe

Fast alle Trockenanzüge haben angearbeitete Socken. Die sind wasserdicht, aber keine Sohle und nach wenigen Uferwanderungen durch.

Decathlon Neoprenschuhe Kajak/SUP 1,5 mm 15,99 € −20 %
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Schwimmweste

Der Anzug schützt vor Auskühlung, nicht vor dem Untergehen. Beides gehört zusammen, und auch das steht auf dem Warnhinweis.

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Rettungsmesser oder Sicherheitsschere

Auf Fließgewässern verlangt der Hersteller sie ausdrücklich, um den Anzug im Notfall entlüften zu können. Sie gehört an die Weste, nicht in die Bootstasche.

Denk Outdoor NRS Pilot Kajakmesser 44,00 € −20 %
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Sinnvoll, aber nicht nötig

Das hier macht die Sache leichter. Losfahren kannst du auch ohne.

Reißverschlusspflege

Ein Sandkorn in der Dichtung reicht, damit der Anzug nicht mehr dicht ist. Der Pflegestift kostet weniger als eine Reparatur.

Angebote ansehen

Packsack für den Anzug

Ein nasser Trockenanzug im Kofferraum ist genau die Lagerung, vor der jeder Hersteller warnt.

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Trockenanzug oder Neopren: die Frage, an der alles hängt

Beide Anzüge sollen dasselbe verhindern, nämlich das Auskühlen im kalten Wasser. Sie tun es auf entgegengesetzte Weise, und deshalb passen sie zu verschiedenen Arten zu paddeln.

Der Neoprenanzug lässt Wasser herein. Zwischen Haut und Gummi steht ein dünner Film, den der Körper aufwärmt und den das Neopren isoliert. Das funktioniert, solange man im Wasser ist oder nass bleibt. Es funktioniert schlechter, sobald man im Wind sitzt, denn dann kühlt die nasse Außenhaut ab wie ein feuchtes Handtuch auf der Leine. Genau das ist die Lage im Kajak: nass, aufrecht, im Fahrtwind.

Der Trockenanzug lässt kein Wasser herein. Latex oder Neopren an Hals und Handgelenken, verschweißte Socken an den Füßen, ein wasserdichter Reißverschluss dazwischen. Er wärmt dabei selbst überhaupt nicht. Die Wärme kommt aus der Funktionswäsche darunter, und wer nichts darunterzieht, friert in einem Anzug für tausend Euro.

Palm schreibt diesen Satz sogar in den Warnhinweis: „Dieser Anzug bietet keinen Schutz vor Kälte. Trage dem Einsatz entsprechend Funktionsunterbekleidung.“ Das ist keine juristische Floskel, sondern die zentrale Bedienungsanleitung.

Der zweite Unterschied ist die Bewegung. Ein Paddelschlag ist eine Rumpfrotation mit hoch gehaltenen Armen, tausendfach wiederholt. Neopren arbeitet dagegen, ein Trockenanzug nicht, weil er weit geschnitten ist und nur an drei Stellen dicht sitzt.

Und der dritte ist der Preis. Ein Neoprenanzug fürs Paddeln kostet einen Bruchteil: Decathlon führt einen 2-mm-Longjohn für Herren zu 52,99 Euro und eine Longjane für Damen zu 47,99 Euro, dickere Modelle mit 3 bis 4 Millimetern liegen zwischen 74,94 und 109,95 Euro. Wer zweimal im Frühjahr aufs Wasser geht, fährt damit besser. Wer von Oktober bis April paddelt, an der Küste unterwegs ist oder mit Kenterungen rechnet, kommt an einem Trockenanzug nicht vorbei.

  • Neopren passt warmes Wasser, kurze Fahrten, viel Kontakt mit dem Wasser, kleines Budget
  • Neopren passt SUP im Sommer und Frühherbst, wo man ohnehin nass wird
  • Trockenanzug passt kaltes Wasser, langes Sitzen im Wind, große Entfernung zum Ufer
  • Trockenanzug passt alles, wo eine Kenterung ein Problem und keine Abkühlung ist
  • Trockenanzug passt Mehrtagestouren, bei denen nichts trocknet

Die Frage, ab welcher Wassertemperatur ein Trockenanzug nötig ist, beantwortet kein Hersteller mit einer Zahl, und wir erfinden keine. Was zählt, sind Wassertemperatur, Lufttemperatur, Wind, Entfernung zum Ufer und die Wahrscheinlichkeit, unfreiwillig schwimmen zu gehen.

Was ein Trockenanzug kostet, und welche vier Klassen es gibt

Bei unseren Partnershops reicht die Spanne am 20. September 2026 von 499,00 Euro für einen Kinderanzug bis 1.353,00 Euro für die teuerste Größe des NRS Navigator. Dazwischen liegen vier Klassen, und die Grenzen verlaufen nicht dort, wo man sie vermutet. Die Preisspannen überlappen sich, weil nicht der Preis die Klasse bestimmt, sondern die Bauart.

Leicht und ohne Spritzdeckenkamin, 509 bis 651 Euro. Diese Anzüge haben keinen Doppelkamin an der Taille, also nichts, was sich mit einer Spritzdecke verbindet. Sie sind für SUP, Kanadier, Packraft und Sit-on-Top gebaut und wiegen entsprechend wenig. Der Dry Fashion SUP-Performance kostet bei Sport Schröer 509,00 bis 549,00 Euro und wiegt 850 Gramm, der Dry Fashion Advance 539,00 bis 579,00 Euro bei 860 Gramm; beide kommen aus deutscher Fertigung. Der Palm Fuse liegt bei 651,00 Euro, wiegt 1.400 Gramm und hat dafür eine abnehmbare, helmtaugliche Kapuze. Noch darunter liegt der SUP-Trockenanzug von Light Board Corp für 399,95 Euro, den Decathlon über seinen Marktplatz anbietet.

Semidry mit Neoprenabschlüssen, 535 bis 670 Euro. Hier sitzt an Hals und Handgelenken Neopren statt Latex. Der Anzug ist damit nicht vollständig dicht, aber deutlich bequemer, und beim Kentern kommt nur wenig Wasser herein. Der Palm Rogen kostet 535,00 Euro und hat trotzdem ein recyceltes Vierlagenmaterial mit 25.000 Millimetern Wassersäule. Der Kokatat SuperNova liegt bei 669,99 Euro.

Vollwertiger Trockenanzug, 670 bis 930 Euro. Latex am Hals, verschweißte Socken, Doppelkamin, Entlastungszipper. Der Palm Cascade kostet 669,99 Euro (UVP 810,00), der Spade Raindancer 690,00 Euro (UVP 890,00), der NRS Crux je nach Größe 790,00 bis 895,00 Euro, der NRS Pivot mit Rückeneinstieg 798,00 Euro, der Palm Fuse Action Suit 899,00 Euro, der Palm Atom 910,00 Euro und der Hiko Odin 929,00 Euro.

Oberklasse, 995 bis 1.353 Euro. Hier zahlt man für eine gekaufte Membran wie GORE-TEX Pro, für Kapuzen, für recycelte und PFAS-freie Materialien oder für Damenschnitte aus eigener Entwicklung. Der Level Six Odin und der Level Six Freya kosten 995,00 Euro, der Palm Bora 1.039,00 Euro, der NRS Axiom 1.229,00 Euro, der NRS Jakl 1.299,00 Euro und der NRS Navigator 1.116,00 bis 1.353,00 Euro.

Was in dieser Aufstellung auffällt: Der Anzug mit der höchsten Abriebfestigkeit ist nicht der teuerste, sondern der Hiko Odin für 929 Euro. Und der einzige ohne jede Datenblattangabe ist der teuerste.

Palm ist mit Rocket, Rogen, Fuse, Cascade, Atom und Bora der Hersteller mit dem breitesten Programm. Wer sich innerhalb dieser Marke entscheiden will, findet den Vergleich auf unserer Seite zu den Palm Trockenanzügen.

  • Light Board Corp SUP-Trockenanzug 399,95 € über den Marktplatz von Decathlon
  • Dry Fashion SUP-Performance, ohne Kamin 509,00 bis 549,00 € bei Sport Schröer
  • Dry Fashion Advance, ohne Kamin 539,00 bis 579,00 € bei Sport Schröer
  • Palm Rogen Semidry 535,00 €
  • Palm Rocket, Kindergrößen KM bis KXL 499,00 €, bei Sport Schröer 449,10 €
  • Palm Fuse, ohne Kamin, mit Kapuze 651,00 €
  • Kokatat SuperNova Semidry 669,99 €
  • Palm Cascade, Herren und Damen 669,99 € (UVP 810,00 €)
  • Spade Raindancer 690,00 € (UVP 890,00 €)
  • NRS Crux, Herren und Damen 790,00 bis 895,00 €
  • NRS Pivot mit Rückeneinstieg 798,00 €, Damen 877,10 €
  • Level Six Freya, Damen 799,99 bis 995,00 €
  • Palm Fuse Action Suit 899,00 €
  • Palm Atom 910,00 €
  • Hiko Odin 929,00 €
  • Palm Rescue Suit 960,00 € bei Sport Schröer
  • Level Six Odin 995,00 €
  • Palm Bora 1.039,00 €, Zwischengrößen 1.057,42 €
  • NRS Navigator 1.116,00 bis 1.353,00 €
  • NRS Axiom GORE-TEX Pro 1.229,00 €, Damen 1.295,00 €
  • NRS Jakl GORE-TEX Pro 1.237,50 € bei Sport Schröer, 1.299,00 € bei Denk Outdoor

Alle Preise vom 20. September 2026 bei Denk Outdoor, wo nicht anders angegeben. Bei mehreren Größen ist die Spanne genannt, weil derselbe Anzug je nach Größe verschieden kostet.

Latex oder Neopren am Hals: die eine Entscheidung

Wer zwei Anzüge derselben Preisklasse vergleicht, vergleicht fast immer den Halsabschluss. Alles andere folgt daraus, auch die Frage, ob der Anzug für dich überhaupt in Frage kommt.

Latex liegt eng an und hält auch dann, wenn der Kopf minutenlang unter Wasser ist. Genau das passiert beim Rollen und beim Schwimmen in der Walze. Der Preis dafür ist Komfort: Nach ein paar Stunden merkt man den Abschluss, und wer empfindlich ist, merkt ihn von Anfang an. Latex ist außerdem ein Verschleißteil, das altert und irgendwann reißt. Ersetzen lässt es sich: Eine einzelne Latexmanschette kostet bei Denk Outdoor 12,00 Euro, dazu kommt die Arbeit.

Neopren liegt weich an und drückt auch nach Stunden nicht. Es ist aber nicht vollständig dicht: Bei längerem Aufenthalt mit dem Kopf unter Wasser kommt etwas durch. Gute Anzüge dieser Bauart haben deshalb einen kleinen Reißverschluss am Kragen, mit dem sich der Abschluss enger stellen lässt.

An den Handgelenken sitzt bei beiden Bauarten meistens Latex, weil dort die Dichtigkeit vor dem Komfort geht. Darüber liegt eine Neopren-Übermanschette, und die hat zwei Aufgaben: Sie schützt das Latex vor UV-Strahlung und vor dem Hängenbleiben, und bei NRS hat sie Mesh-Löcher, damit eingedrungenes Wasser wieder abläuft.

In unserem Feld haben Crux, Odin, Atom und Cascade Latex am Hals. Navigator, Bora und Rogen haben Neopren.

Wie weit dieser Unterschied trägt, zeigt ein Blick auf die Ladenschilder. Denk Outdoor führt den NRS Navigator als Trockenanzug, Sport Schröer denselben Anzug als SemiDry Suit. Beide haben recht. Wo Neopren am Hals sitzt, ist der Anzug nicht vollständig dicht, und wer das weiß, kauft ihn bewusst.

  • Latex Wildwasser, viel Rollen, Rettungseinsatz, kurze bis mittlere Tage
  • Latex wenn eine Kenterung wahrscheinlich ist und nicht bloß denkbar
  • Neopren Seekajak, lange Tourentage, Touring und Mehrtagesfahrten
  • Neopren wenn du empfindlich am Hals bist oder eine Latexallergie hast

Produkte mit Latexabschlüssen können Allergien auslösen. Dieser Hinweis steht ausdrücklich auf den Warnhinweisen von Palm Equipment.

Fronteinstieg, Schulter oder Rücken

Die zweite Bauentscheidung betrifft die Stelle, an der man hineinkommt. Sie wirkt nebensächlich und ist es nicht.

Fronteinstieg läuft meistens diagonal über den Oberkörper und ist die häufigste Lösung. Man kommt allein hinein und wieder heraus. Der Reißverschluss liegt dabei im Bereich, den die Spritzdecke und die Weste bedecken; gute Anzüge decken ihn zusätzlich mit einer Klettklappe ab. NRS Crux, NRS Navigator, Palm Cascade und Palm Rogen sind so gebaut.

Schultereinstieg verläuft quer über die Schultern. Vorn liegt nichts, und man kommt mit etwas Übung noch allein hinein. Palm baut Atom und Bora so.

Rückeneinstieg ist die dichteste und unbequemste Lösung. Vorn bleibt der Schnitt völlig glatt, was beim Vorbeugen ins Boot und beim Rollen angenehm ist. Dafür brauchst du jemanden, der zuzieht. Hiko baut den Odin so, NRS den Pivot.

Wer oft allein am Wasser steht, sollte den Rückeneinstieg meiden, so gut er sonst sein mag.

Die Zahlen im Datenblatt und was sie wert sind

Bei Trockenanzügen stehen vier Zahlen im Datenblatt, und drei davon sind weniger aussagekräftig, als sie aussehen.

Die Wassersäule sagt, wie viel Druck das Gewebe aushält, bevor Wasser durchgeht. Im Paddelsport liegen die Werte zwischen 20.000 Millimetern (Palm Cascade) und 33.000 (Level Six Freya); der Palm Bora nennt 30.000, der Hiko Odin 25.000. Warum die Zahl beim Paddeln so hoch sein muss: Wer im Kajak sitzt, presst den Sitzbereich dauerhaft gegen nasses Material, und bei jeder Kenterung kommt Druck dazu. Eine Jacke, die beim Wandern trocken hält, gibt an dieser Stelle nach.

Die Atmungsaktivität wird in Gramm je Quadratmeter in 24 Stunden angegeben, meist 5.000 bis 6.000. Vergleichbar sind die Werte nur bei gleicher Messmethode, und die nennt fast niemand. Palm nennt A-1, die übrigen Hersteller schweigen dazu. Praktisch gilt ohnehin: Bei starker Anstrengung schafft kein Membranmaterial den Schweiß vollständig nach draußen.

Die Zahl der Lagen sagt mehr über die Haltbarkeit als über die Dichtigkeit. Drei Lagen sind leichter, vier robuster. Dass vier Lagen nicht die teurere Bauweise sein müssen, zeigt der Vergleich im eigenen Haus: Der NRS Crux hat vier Lagen und kostet 790 Euro, der NRS Navigator hat drei und kostet ab 1.116 Euro.

Und bei GORE-TEX Pro steht gar nichts. Gore veröffentlicht zu seinen Laminaten keine Einzelwerte, sondern wirbt mit einer Garantie. Die drei teuersten Anzüge im Feld sind damit die einzigen ohne Datenblattzahlen. Wer nach Tabellen kauft, kann sie nicht einsortieren.

Die fünfte Zahl, die niemand nennt und die trotzdem zählt, ist das Denier der Verstärkungen. Palm legt 320D an Sitz und Knie, Hiko Cordura 500D an Sitz, Knie, Unterarme und Ellbogen. NRS nennt beim Crux nur „eine zusätzliche Lage“ ohne Zahl.

Die Wassersäule wird nach EN 20811 gemessen, die Atmungsaktivität nach mehreren konkurrierenden Verfahren. Zwei Zahlen aus verschiedenen Verfahren nebeneinanderzulegen ergibt keinen Vergleich.

Warum derselbe Anzug je nach Größe verschieden kostet

Das ist der Befund, der bei der Preisprüfung am meisten überrascht hat, und er betrifft jeden Besteller.

Denk Outdoor preist bei mehreren Modellen jede Größenvariante als eigenen Artikel aus. Beim Damenmodell des NRS Navigator liegen zwischen der günstigsten und der teuersten Größe 237 Euro: 1.116,00 Euro für S, 1.353,00 Euro für L und XL. Beim NRS Crux sind es bis zu 105 Euro, beim Palm Bora 18 Euro für die Zwischengrößen.

Andere Anzüge haben diese Spanne nicht. Der Hiko Odin kostet in jeder Größe und jeder der drei Farben 929,00 Euro, und Sport Schröer verlangt für den NRS Crux 895,00 Euro unabhängig von der Größe.

Daraus folgen zwei Dinge. Erstens: Vor dem Bestellen die eigene Größe und die Nachbargröße einzeln aufrufen. Zweitens: Ein Preis, den ein Shop oder ein Preisvergleich ohne Größenangabe nennt, ist meistens der niedrigste über alle Varianten. Genau so entsteht der Eindruck, ein Anzug koste 712 Euro, den es in dieser Größe und Farbe nur einmal gibt.

Auf unseren Modellseiten steht deshalb bei jedem Angebot die Größe dabei, auf die der Knopf zeigt, und der Hinweis nennt die Preise der übrigen Größen.

Was auf dem Warnhinweis steht und kaum jemand liest

Palm Equipment druckt zu seinen Paddelanzügen einen Warn- und Sicherheitshinweis, den Denk Outdoor auf den Produktseiten mit abbildet. Er enthält drei Punkte, die auf keiner Produktbeschreibung stehen und die den Umgang mit einem Trockenanzug tatsächlich verändern.

Erstens: Luft aus dem Anzug lassen. Palm schreibt: „Überschüssige Luft entfernen: Gehe in die tiefe Hocke und lasse überschüssige Luft durch Weiten der Halsmanschette mit den Händen entweichen. Zuviel Luft im Anzug kann die Schwimmlage negativ beeinflussen.“ Ein Trockenanzug ist dicht, also bleibt die Luft darin. Wer sie nicht herauslässt, schwimmt bei einer Kenterung mit einem Ballon an den Beinen.

Zweitens: Sicherheitsschere oder Messer. „Bei der Verwendung in Fließgewässern Sicherheitsschere oder Messer mitführen, um den Anzug im Notfall entlüften zu können oder Wasser ablaufen zu lassen.“ Das Messer gehört an die Schwimmweste, wo man es mit einer Hand erreicht, nicht in die Bootstasche.

Drittens: alle Reißverschlüsse schließen. Klingt selbstverständlich und ist es nicht. Der Entlastungszipper vorn wird nach dem Gebrauch am Ufer gern vergessen, und ein offener Frontzipper macht aus einem Trockenanzug einen Wassersack.

Dazu kommt der Satz, mit dem alles anfängt: Der Anzug bietet keinen Schutz vor Kälte. Er hält dich trocken. Warm hält dich, was du darunter trägst.

Die Zitate stammen wörtlich vom Warn- und Sicherheitshinweis, den Palm Equipment zu Rogen und Cascade veröffentlicht. Andere Hersteller formulieren ähnlich, viele veröffentlichen gar nichts.

Was du darunter anziehst

Ein Trockenanzug isoliert nicht. Das übernimmt die Schicht darunter, und sie entscheidet darüber, ob der Anzug sein Geld wert ist.

Direkt auf der Haut gehört etwas, das Feuchtigkeit weiterleitet und im nassen Zustand noch wärmt. Merinowolle oder ein Synthetikgewebe, niemals Baumwolle. Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll und kühlt dann aus, und im geschlossenen Anzug bleibt sie den ganzen Tag nass. Wir haben dazu Seiten zu den drei Gewichten von NRS: Silkweight für warme Tage, Lightweight für die Übergangszeit und Expedition Weight für den Winter.

Darüber im Winter ein Fleece, am besten als Einteiler, weil dann in der Mitte nichts verrutscht. Denk Outdoor führt den NRS Lightweight Fleeceanzug für 116,00 Euro und den Palm Tsangpo Fleeceanzug für 154,00 Euro, beide auch in Damenausführung.

An den Füßen Wollsocken oder Fleecesocken über die Funktionswäsche und Neoprenschuhe über die angearbeiteten Socken des Anzugs. Die Socken sind wasserdicht, aber keine Sohle. Im Füßling selbst wärmt Fleece übrigens besser als Neopren, weil dort kein Wasser ist; mehr dazu auf unserer Seite zu den Neoprensocken.

An Händen und Kopf bleibt der Anzug ohne Antwort. Dafür gibt es Neoprenhandschuhe und Paddelpfötchen sowie Neoprenmützen, und die NRS HydroSkin deckt die Zwischenzone ab, in der ein Trockenanzug noch zu viel ist.

  • Hautnah Merino oder Synthetik, lange Arme und Beine, keine Baumwolle
  • Winter Fleece-Einteiler statt Jacke und Hose getrennt
  • Füße Wollsocken innen, Neoprenschuh außen
  • Hände Neoprenhandschuhe, die der Anzug nicht abdeckt
  • Kopf Mütze oder Neoprenhaube, wenn der Anzug keine Kapuze hat

Trockenanzug fürs SUP

Auf dem SUP gelten dieselben Bauarten, aber andere Gewichtungen. Das liegt daran, dass man steht statt sitzt, und dass keine Spritzdecke im Spiel ist.

Der Doppelkamin ist überflüssig. Das ist der breite Neoprenbund an der Taille, mit dem sich ein Kajakanzug wasserdicht mit der Spritzdecke verbindet. Auf dem Board verbindet er sich mit nichts und trägt nur auf. Einige Hersteller bauen deshalb Anzüge ohne ihn, und die sind spürbar leichter: Der Dry Fashion SUP-Performance wiegt 850 Gramm, der Dry Fashion Advance 860, während ein Kajakanzug wie der NRS Crux bei 1.300 Gramm liegt. Beide Dry-Fashion-Modelle gibt es bei Sport Schröer, der SUP-Performance ab 509,00 Euro, der Advance ab 539,00 Euro. Palm baut mit dem Fuse für 651,00 Euro einen ähnlich gedachten Anzug, der zusätzlich eine abnehmbare Kapuze hat.

Der günstigste Einstieg steht bei Decathlon, allerdings nicht von Decathlon: Der SUP-Trockenanzug von Light Board Corp kostet 399,95 Euro und wird über den Marktplatz des Shops von einem Drittanbieter verkauft. Das ist rund 110 Euro unter dem günstigsten Anzug der Fachhändler. Verkauf, Versand und Rückgabe laufen dabei nicht über Decathlon selbst, und zum Material gibt es keine Angaben.

Wer steht, fällt ganz ins Wasser und steigt danach wieder auf. Ein Trockenanzug muss deshalb nicht nur dicht sein, sondern auch beim Aufknien und Aufstehen mitgehen. Anzüge mit Vorformung an Knien und Ellbogen sind hier im Vorteil.

Die Füße sind das eigentliche Thema. Auf dem Board steht man auf einer rauen Oberfläche, und angearbeitete Socken aus Membranmaterial mögen das nicht. Ein Schuh darüber ist auf dem SUP noch wichtiger als im Kajak. Die beiden Dry-Fashion-Anzüge lösen das anders und haben an den Beinen Latexmanschetten statt Füßlingen, sodass man einen normalen Schuh trägt.

Eine Kapuze ist seltener im Weg als im Wildwasser, weil kein Helm sitzt. Wer im Winter aufs Board geht, ist mit dem Palm Fuse oder einem Kajakanzug mit Kapuze gut bedient.

Und die Neoprenfrage stellt sich auf dem SUP anders: Im Sommer und Frühherbst ist ein Neoprenanzug die richtige Wahl, weil man ohnehin nass wird und sich viel bewegt. Ab November kippt es zum Trockenanzug.

Umgekehrt gilt: Wer im Kajak mit Spritzdecke sitzt, sollte keinen Anzug ohne Doppelkamin kaufen. Genau an dieser Naht läuft sonst das Wasser hinein, das die Spritzdecke abhält.

Trockenanzug für Damen

„Unisex“ heißt bei Trockenanzügen in der Praxis: ein Herrenschnitt in kleinen Größen. Das ist kein Etikettenschwindel, sondern eine Kostenfrage, aber es führt zu Anzügen, die an Hüfte und Oberschenkeln spannen und im Oberkörper schlackern.

Vier Hersteller in unserem Feld bauen eigene Damenschnitte. NRS führt Crux, Navigator, Pivot, Axiom und Phenom jeweils in einer Damenausführung mit eigener Größentabelle von XS bis XL und mit Toilettenzipper statt Pinkelzipper. Palm hat Damenausführungen von Atom, Bora, Cascade und Fuse. Level Six baut mit dem Freya einen reinen Damenanzug, dessen Schnitt laut Hersteller nach einer Umfrage unter Paddlerinnen überarbeitet wurde: mehr Platz an Hüfte und Oberschenkeln, angepasster Sitzbereich, weniger Nähte. Er kostet 799,99 bis 995,00 Euro und ist mit 33.000 Millimetern Wassersäule und PFAS-freiem Material technisch das Aufwendigste im Feld.

Hiko baut den Odin nur unisex.

Der wichtigste praktische Punkt ist der Entlastungszipper. Bei Herrenanzügen ist er ein senkrechter Schlitz vorn, bei Damenanzügen verläuft er hinten und deutlich länger. Wer lange Etappen fährt, sollte darauf achten, dass er überhaupt vorhanden ist; in der Einstiegsklasse fehlt er manchmal.

Die Verfügbarkeit ist bei Damenanzügen oft dünner als bei Herrenanzügen. Am 20. September 2026 war der Level Six Freya bei Denk Outdoor nur noch in einer Größe lieferbar, der NRS Crux Damen dagegen in allen fünf.

Kinder und Jugendliche

Der Markt ist klein, und das hat einen Grund: Ein Trockenanzug muss passen, und Kinder wachsen aus ihm heraus, bevor er verschlissen ist.

In unseren Partnershops gibt es dazu ein einziges Modell, den Palm Rocket in den Kindergrößen KM, KL und KXL zu 499,00 Euro bei Denk Outdoor und 449,10 Euro bei Sport Schröer. Das ist viel Geld für ein Kleidungsstück mit begrenzter Tragezeit.

Für Vereine und Familien mit mehreren Kindern lohnt der Blick auf den Gebrauchtmarkt und auf Vereinsbestände. Wichtig ist dabei nur eines: Latexmanschetten altern auch ungenutzt. Ein zehn Jahre alter Anzug aus dem Vereinskeller kann eine gute Hülle mit drei kaputten Dichtungen sein, und der Manschettentausch kostet Geld.

Taucher-Trockenanzug und „Neopren-Trockenanzug“: zwei Missverständnisse

Zwei Begriffe führen beim Suchen regelmäßig zu den falschen Produkten.

Ein Tauchtrockenanzug ist kein Paddelanzug. Er hat ein Einlassventil an der Brust und ein Auslassventil am Arm, mit denen der Taucher den Auftrieb steuert. Er ist dicker, schwerer und auf Bewegung unter Wasser ausgelegt, nicht auf eine Rumpfrotation im Sitzen. Paddelanzüge haben grundsätzlich keine Ventile: Die Luft wird vor dem Einsteigen von Hand herausgedrückt. Umgekehrt ist ein Paddelanzug zum Tauchen ungeeignet, weil sich der Auftrieb nicht regeln lässt.

„Neopren-Trockenanzug“ ist ein Widerspruch, jedenfalls im Paddelsport. Gemeint ist meistens ein Semidry, also ein Anzug mit Neoprenabschlüssen an Hals und Handgelenken, der fast dicht ist. Der Palm Rogen für 535,00 Euro und der Kokatat SuperNova für 669,99 Euro sind solche Anzüge. In der Tauchwelt gibt es tatsächlich Trockenanzüge aus Neopren als Material, aber die gehören zur Kategorie oben.

Und Dry Fashion ist keine Verwechslung, sondern eine Marke aus Halstenbek bei Hamburg, die aus dem Segel- und Jollensport kommt. Sport Schröer führt zwei ihrer Anzüge: den SUP-Performance für 509,00 bis 549,00 Euro und den Advance für 539,00 bis 579,00 Euro. Beide sind dreilagig, wiegen unter 900 Gramm und haben keinen Spritzdeckenkamin. Für Kajakfahrer mit Spritzdecke sind sie deshalb nicht gedacht, für SUP, Kanadier und Tourenpaddler ohne Kamin dagegen sehr wohl.

Und was Decathlon angeht: Der Shop führt unter eigener Marke keine Trockenanzüge, sondern Neoprenanzüge fürs Paddeln ab 47,99 Euro. Alles, was dort unter „Trockenanzug“ auftaucht, kommt von Drittanbietern über den Marktplatz, darunter Segelanzüge von Dry Fashion für 329,90 Euro und der SUP-Anzug von Light Board Corp für 399,95 Euro.

Pflege: drei Bauteile entscheiden über die Lebensdauer

Nicht das Wasser macht Trockenanzüge kaputt, sondern Lagerung und Vernachlässigung. Bei jedem Modell sind es dieselben drei Stellen: die Manschetten, der Reißverschluss und die Imprägnierung.

Latex altert durch UV-Strahlung, Ozon und Fett. Deshalb liegen die Neopren-Übermanschetten darüber, und deshalb gehört der Anzug nicht in die Sonne. Manschetten sind Verschleißteile und ersetzbar; das ist kein Grund, einen Anzug wegzuwerfen.

Der Reißverschluss ist das teuerste Einzelteil. AquaSeal-Reißverschlüsse brauchen Wachs, TIZIP braucht Silikonfett, und beide brauchen vor allem Sauberkeit. Ein Sandkorn in der Dichtung reicht, damit der Anzug nicht mehr dicht ist.

Und die Membran atmet nur, solange das Wasser außen abperlt. Sobald sich der Oberstoff vollsaugt, fühlt sich der Anzug innen klamm an, obwohl er dicht ist. Das ist kein Defekt, sondern ein Fall für die Imprägnierung.

  • Nach jeder Fahrt außen abspülen, nach Salzwasser gründlich
  • Nie nass einlagern, das steht in jeder Pflegeanleitung
  • Hängend und im Schatten trocknen, nie in der Sonne
  • Reißverschluss nach dem Trocknen reinigen und pflegen
  • Latexmanschetten fettfrei halten, kein Sonnenöl an den Handgelenken
  • Imprägnierung nachbehandeln, sobald das Wasser nicht mehr abperlt
  • Zum Waschen nur Spezialwaschmittel, kein Weichspüler

Wann eine Paddeljacke reicht

Nicht jeder, der über einen Trockenanzug nachdenkt, braucht einen. Zwischen Sommerkleidung und Trockenanzug liegen zwei Stufen, und beide kosten deutlich weniger.

Die Paddeljacke deckt den Oberkörper ab und hat je nach Bauart Neopren- oder Latexabschlüsse. Sie hält Spritzwasser und Wind ab, macht aber beim Kentern nicht trocken. In Kombination mit einer Neoprenhose und einer Spritzdecke ist sie für Tagestouren im Frühjahr und Herbst oft genug. Mehr dazu auf unserer Seite zu den Palm Paddeljacken.

Neopren-Paddelbekleidung in dünner Ausführung ist die andere Zwischenstufe. Die NRS HydroSkin mit 0,5 Millimetern ist keine Isolierung im eigentlichen Sinn, sondern eine zweite Haut gegen Wind und Verdunstungskälte.

Die Grenze verläuft dort, wo eine Kenterung von einem Ärgernis zu einem Problem wird: weit vom Ufer, kaltes Wasser, allein unterwegs. Ab da ist der Trockenanzug nicht mehr Komfort, sondern Ausrüstung.

Häufige Fragen zu Trockenanzug

Was kostet ein guter Trockenanzug fürs Kajak?

Bei unseren Partnershops beginnt ein vollwertiger Trockenanzug mit Latexabschlüssen bei 690 Euro (Spade Raindancer) beziehungsweise 790 Euro (NRS Crux). Semidry-Anzüge mit Neoprenabschlüssen gibt es ab 535 Euro (Palm Rogen). Nach oben reicht die Spanne bis 1.353 Euro für die teuerste Größe des NRS Navigator.

Trockenanzug oder Neoprenanzug: was ist besser zum Paddeln?

Zum Paddeln in kaltem Wasser der Trockenanzug. Neopren wärmt über einen Wasserfilm auf der Haut, und der funktioniert schlecht, wenn man aufrecht im Fahrtwind sitzt statt im Wasser zu schwimmen. Für warmes Wasser, kurze Fahrten und ein kleines Budget ist Neopren die richtige Wahl.

Hält ein Trockenanzug warm?

Nein. Er hält trocken, mehr nicht. Palm schreibt das sogar auf den Warnhinweis: Der Anzug bietet keinen Schutz vor Kälte. Die Wärme kommt aus der Funktionswäsche darunter, und Baumwolle ist dafür die falsche.

Latex oder Neopren am Hals?

Latex ist dicht, auch wenn der Kopf minutenlang unter Wasser ist, drückt aber nach Stunden. Neopren ist bequem und nicht vollständig dicht. Für Wildwasser und viel Rollen also Latex, für Seekajak und lange Tourentage Neopren.

Welche Wassersäule braucht ein Trockenanzug?

Die Anzüge im Handel liegen zwischen 20.000 und 33.000 Millimetern. Zum Vergleich: Im Outdoorbereich gilt eine Jacke ab 10.000 Millimetern als wasserdicht. Die höheren Werte sind nötig, weil man im Kajak dauerhaft gegen nasses Material presst. Bei GORE-TEX-Pro-Anzügen steht gar kein Wert im Datenblatt.

Was ist ein Semidry?

Ein Anzug, der an Hals und Handgelenken Neopren statt Latex hat und deshalb fast, aber nicht ganz dicht ist. Beim Kentern kommt etwas Wasser herein. Dafür ist er deutlich bequemer und günstiger. Der Palm Rogen für 535 Euro und der Kokatat SuperNova für 669,99 Euro sind solche Anzüge.

Braucht ein Trockenanzug einen Doppelkamin?

Nur im Kajak mit Spritzdecke. Der Doppelkamin ist der breite Neoprenbund an der Taille, der sich mit der Spritzdecke verbindet. Auf dem SUP, im Kanadier und im Sit-on-Top verbindet er sich mit nichts und trägt nur auf. Anzüge ohne ihn wiegen rund 850 Gramm statt 1.300 und kosten weniger.

Was taugen die Trockenanzüge von Dry Fashion?

Dry Fashion ist ein Hersteller aus Halstenbek, der aus dem Segel- und Jollensport kommt und in Deutschland fertigt. Sport Schröer führt zwei Modelle: den SUP-Performance für 509,00 bis 549,00 Euro und den Advance für 539,00 bis 579,00 Euro. Beide sind dreilagig, wiegen unter 900 Gramm und haben keinen Spritzdeckenkamin, sind also für SUP, Kanadier und Tourenpaddler ohne Kamin gedacht.

Kann ich einen Taucher-Trockenanzug zum Paddeln nehmen?

Besser nicht. Ein Tauchtrockenanzug hat Ventile zur Auftriebssteuerung, ist dicker und schwerer und auf Bewegung unter Wasser ausgelegt. Paddelanzüge haben keine Ventile, die Luft wird vor dem Einsteigen von Hand herausgedrückt. Umgekehrt ist ein Paddelanzug zum Tauchen ungeeignet.

Warum kostet derselbe Anzug je nach Größe verschieden viel?

Weil manche Shops jede Größenvariante als eigenen Artikel auspreisen. Beim Damenmodell des NRS Navigator liegen zwischen der günstigsten und der teuersten Größe 237 Euro. Es lohnt sich deshalb, vor dem Bestellen die eigene und die benachbarte Größe einzeln aufzurufen.

Gibt es Trockenanzüge für Damen?

Ja. NRS führt Crux, Navigator, Pivot, Axiom und Phenom in eigenen Damenschnitten, Palm die Modelle Atom, Bora, Cascade und Fuse. Level Six baut mit dem Freya einen reinen Damenanzug, dessen Schnitt nach Herstellerangabe auf einer Umfrage unter Paddlerinnen beruht.

Wie pflege ich einen Trockenanzug?

Nach jeder Fahrt außen abspülen, hängend im Schatten trocknen, nie nass einlagern. Den Reißverschluss nach dem Trocknen reinigen und wachsen, die Latexmanschetten fettfrei halten und die Imprägnierung nachbehandeln, sobald das Wasser nicht mehr abperlt. Waschen nur mit Spezialwaschmittel, kein Weichspüler.

Was brauche ich zusätzlich zum Trockenanzug?

Funktionsunterwäsche, Neoprenschuhe über die angearbeiteten Socken und eine Schwimmweste. Auf Fließgewässern verlangen die Hersteller außerdem eine Sicherheitsschere oder ein Messer, um den Anzug im Notfall entlüften zu können. Rechne 150 bis 300 Euro für Unterwäsche und Schuhe dazu.

Gibt es Trockenanzüge bei Decathlon?

Unter eigener Marke nicht. Decathlon führt Neoprenanzüge fürs Kajak und SUP ab 47,99 Euro. Was dort als Trockenanzug angeboten wird, stammt von Drittanbietern über den Marktplatz, etwa der SUP-Anzug von Light Board Corp für 399,95 Euro oder Segelanzüge von Dry Fashion ab 329,90 Euro.

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