Elena Gilles ist Teil der Athletenkommission

Die langjährige Kanu-Polo-Nationalspielerin Elena Gilles ist als Vertreterin der nicht-olympischen Sportarten in die Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbunds gewählt worden. Somit ist sie Teil des sechsköpfigen Führungsteams, welches auf der Vollversammlung der Athletenvertreter am vergangenen Wochenende, 5.-7. Oktober, in Düsseldorf gewählt wurde. Neben Gilles sind Maximilian Hartung (Fechten), Amelie Ebert (Synchronschwimmen), Moritz Geisreiter (Eisschnelllaufen), Jonathan Koch (Rudern) und Marc Zwiebler (Badminton) Teil der neu gewählten Athletenkommission. Kooptiert wird mit Manuela Schmermund (Sportschießen) ein Mitglied des Deutschen Behinderten Sportverbands.


„Ein Grundproblem für Athleten ist, dass unser Verband uns gegenüber in einer Monopolstellung ist“

Elena Gilles

Die Mitglieder der Kommission werden per Satzung Teil des Präsidiums des neu gegründeten Vereins Athleten Deutschland e.V.. Der Verein „Athleten Deutschland“ wurde vor einem Jahr gegründet, um die Interessen der Athleten gegenüber den Verbänden zu vertreten. „Ein Grundproblem für Athleten ist, dass unser Verband uns gegenüber in einer Monopolstellung ist“, untermauert Gilles die Notwendigkeit der neuen Organisationsform. So würden Athleten beispielsweise durch Athletenvereinbarung umfangreich Rechte abgeben oder Nominierungskriterien seien undurchsichtig. Insbesondere bei diesen Problemen können die Mitglieder der Athletenkommission eingreifen und zwischen Verbänden und Sportlern vermitteln, oder Vereinbarungen direkt Mitgestalten. „Die Mehrheit der Verbände ist froh über unseren Input. Dennoch wollen wir mit der Kombination aus Kommission im DOSB und unabhängigem Verein eine Möglichkeit schaffen, diese Monopolstellung gegenüber den Athleten etwas aufzuweichen und Ihnen beratend zur Seite zu stehen“, sagt Gilles über ihre neue Rolle. Um diese Unterstützung zu gewährleisten, ist die Organisationsform Verein hilfreich, da dieser hauptamtliche Mitarbeiter einstellen kann und hierfür über ein Budget von 225.000€ im zweiten Halbjahr 2018 und 450.000€ für 2019 aus dem Bundeshaushalt verfügt.


Das BMI hat uns mit dem silbernen Lorbeerblatt geehrt, wenn wir eine Goldmedaille zurückgebracht haben, uns aber danach wieder ‘vergessen‘“.

Elena Gilles zur Situation der nicht-olympischen Sportarten

Zusätzlich vertreten die Mitglieder der Athletenkommission die Athleten in unterschiedlichen Gremien. Jeweils ein Mitglied ist Mitglied im Aufsichtsrat der NADA, des Aufsichtsrats der Stiftung Sporthilfe und des Präsidiums des DOSB. Gilles ist Mitglied der Sprechergruppe der nicht-olympischen Verbände. Da viele Förderungsangebote, Leistungszentren, Gelder, aber auch Sportförderung aus der freien Wirtschaft regelmäßig nur olympischen Sportarten beziehungsweise Verbänden zur Verfügung stünden, sieht sie hier Handlungsbedarf. „Als World Games Sportart haben wir in der Vergangenheit im World Games Jahr Gelder vom DOSB erhalten, sonst nicht – das BMI hat uns mit dem silbernen Lorbeerblatt geehrt, wenn wir eine Goldmedaille zurückgebracht haben, uns aber danach wieder ‘vergessen‘“, beschreibt Gilles die Situation der nicht-olympischen Sportarten in olympischen Sportverbänden. Die stärkere Organisation der NOV-Präsidenten hat jetzt dazu geführt, dass die World Games Sportarten in Zukunft als förderfähig gelten, explizit auch dann, wenn sie, wie Kanupolo, Teil eines olympischen Spitzenverbandes sind. Diese Erfolge machen Mut, sich weiter zu organisieren und sich für die Belange der Sportler einzusetzen. 

Ein weiteres Problem sieht sie darin, dass einige wichtige Informationen die Athleten nicht direkt erreichen. Dies möchte sie ändern: „Beispielsweise ist mir erst später bewusst geworden, dass wir als Ahtleten einer nicht-olympischen Sportart auch die Möglichkeit haben, einen Antrag auf Unterstützung durch die Stiftung Sporthilfe zu stellen und das kann ich jetzt zu den Athleten weitertragen.“

Gilles ist seit 10 Jahren Kaderathletin und wird vermutlich in naher Zukunft ihre sportliche Karriere beenden. Doch die Erfahrungen, die sie in der Zeit als Teil der Nationalmannschaft einer nicht-olympischen Disziplin gesammelt hat, möchte sie weitergeben: „Die Arbeit in der Athletenkommission ist eine gute Möglichkeit, dass diese Erfahrung nicht verloren geht. Ich kann mich dafür einsetzen, dass die Athleten, die nach mir kommen, eine bessere Situation für sich vorfinden.“

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