Potenzialeinstufung der Olympischen Sommersportarten kommt bis Mitte 2019

Bis Mitte 2019 will die PotAS-Kommission (Potenzialanalysesystem) für den Bereich der Sommersportarten, zu denen sowohl Kanu-Rennsport als auch Kanu-Slalom gehören, die Aufteilung in die drei Cluster, Exzellenzcluster, Potenzialcluster und Cluster mit wenig oder keinem Potenzial abgeschlossen haben. Das sagte der Vorsitzende der Kommission, Professor Urs Granacher, am Mittwoch vor dem Sportausschuss. Die Einordnung in das jeweilige Cluster bestimmt unter anderem die Höhe der Fördermittel.

Was steckt hinter PotAS?

Zur Zeit laufen die Funktionstests von PotAS, die „sehr gut aussehen“, so Granacher. Bis Ende Mai müssen die Sportverbände, so auch der Deutsche Kanu-Verband (DKV) für 16 Hauptattribute sowie 53 Unterattribute ganze 151 Fragen beantworten. Dieser Datenerhebung schließt sich eine Anhörung der Verbände an. Nach dieser werden die Daten ausgewertet und die Einteilung in das Cluster vollzogen wird. Die Ergebnisse der computergestützten PotAS stellen dann die Grundlage für der Strukturgespräche des Bundesministerium des Innern sowie des DOSB mit den Verbänden dar.

PotAS ist nicht in der Lage individuelle Leistungsentwicklungen zu prognostizieren. Das stellte Granacher klar. Viel mehr geht es darum, die Rahmenbedingungen zur Erhöhung der Erfolgwahrscheinlichkeit zu verbessern. So diente die internationale Spliss-Studie (Sport Policy Factors Lead to International Sporting Succes) als Orientierung für die Entwicklung von PotAS. Zudem sei PotAS in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden erarbeitet worden. Es gab Trainer- und Athletenbefragungen entgegnet Granacher der Kritik mehrerer Abgeordneter, die Sportler selbst kämen bei der PotAS-Bewertung zu kurz.

Bundesstützpunkte sollen besser ausgestattet werden

Der Abteilungsleiter Sport im Bundesministerium des Innern, Gerhard Böhm, machte zugleich deutlich, dass Sportarten, die im „Cluster mit wenig oder keinem Potenzial“ landen, zumindest eine Basisförderung erhalten sollen. Nach dem Konzept zur Reform der Spitzensportförderung gibt es eine Konzentration von Fördermitteln sowohl im Stützpunkt- als auch im Kadersystem. Dabei solle die Konzentration im Stützpunktsystem als Beitrag zur signifikanten Steigerung der Qualität der Einrichtung verstanden werden. Für Bundesstützpunkte wie auch für die Olympiastützpunkte seien die inhaltlichen Vorbereitungen zur Ausgestaltung zwischen DOSB und den Ländern weitgehend abgeschlossen, sagte Böhm.

Auch bei der Kaderkonzentration seien „weitere wichtige Schritte“ gemacht worden. Die Konzentration auf weniger Stützpunkte und auf weniger Sportler, so Böhm, eröffne die Möglichkeit, die Bundesstützpunkte besser auszustatten und den dort Trainierenden bessere Bedingungen zu schaffen. Schließlich wolle man, dass sich die Sportler aus eigenem Interesse für die Bundesstützpunkte entscheiden statt sie dahin zu beordern.

Was die Finanzen angeht, so habe Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) deutlich gemacht, dass die vorhandenen Mittel zielgerichteter eingesetzt werden müssten. Wenn aber ein Mehrbedarf überzeugend begründet werde, setze sich der Minister auch für einen Aufwuchs der Mittel ein, betonte der BMI-Vertreter. Was nur, wenn Thomas de Maizière gar kein Minister mehr ist? 🙁

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