Kanu-Polo: Zwei Europameistertitel gehen nach Deutschland

Bei der Kanu-Polo Europameisterschaft haben alle vier deutschen Teams das Finale erreicht. Bei den U21-Damen und den Damen hat es für den Titel gereicht, die U21-Herren und die Herren mussten sich in spannenden Finalspielen knapp geschlagen geben.

U21-Damen gewinnen fünften Titel in Folge

Die U21-Damen blicken mittlerweile auf eine unglaubliche Siegesserie zurück. Mit der Europameisterschaft 2017 haben sie ihren fünften Titel in Folge gewonnen. Zunächst noch angeleitet von Trainerin Elena Gilles hat in diesem Jahr Jennifer Niß den Platz am Feld der Damen neben Trainer Marc Uhlmann übernommen.

Nach einem Teambuilding Wochenende beim WSV Niederrhein in Duisburg haben sich die Mädels auf den Weg nach Saint-Omer gemacht, um ihren Titel zu verteidigen. Nach einer Auftaktniederlage gegen die Auswahl aus Polen gestalteten die Damen aus Deutschland den weiteren Turnierverlauf souverän und ließen auch im Halbfinale und im Finale nichts anbrennen. Nach einem deutlichen Sieg gegen die Gastmannschaft aus Frankreich im Halbfinale (6:1) wartete im Finale erneut das Team aus Polen. Doch auch hier spielten die U21-Damen souverän und konnten schnell mit 4:0 in Führung gehen. Diesen Abstand konnten die Polinnen nicht mehr aufholen und die Damen gewannen eindrucksvoll ihren fünften Titel in Folge.

U21-Herren werden Vize-Europameister

Die Mannschaft der U21-Herren ging neu formiert in die Saison. Mit Willi Franken (MKC) steht nicht nur ein neuer Trainer am Rand, auch im Team mussten fünf Positionen neu besetzt werden, da ein großer Teil der Mannschaft aus dem letzten Jahr jetzt über 21 ist.

Nach einem Vorbereitungsturnier in Ieper (Belgien), indem sich die U21-Herren unter anderem ein knappes Duell mit den späteren Herren-Europameistern aus Spanien lieferten, ging es für die Mannschaft nach Frankreich. Hier starteten sie gut in das Turnier und gestalteten die Spiele souverän. Im Halbfinale ging es für die U21-Herren dann gegen die Mannschaft aus Russland, die sich im Turnierverlauf als unangenehmer Gegner gezeigt hat. Die Russen sind sehr wurfstark, schnell und körperlich stark. So entwickelte sich auch ein packendes Duell, was die Deutschen U21-Herren aber schließlich mit einem Treffen kurz vor der Schlusssirene für sich entscheiden konnten – nachdem sie bereits mit 0:2 hinten gelegen hatten und einige gefährliche Konter in letzter Sekunde abfangen konnten. Im Finale wartete dann – wie im letzten Jahr bei der Weltmeisterschaft – die Mannschaft aus England, die sich im Vergleich zum Weltmeisterteam von 2016 nur auf einer Position verändert hat. Leider konnten die U21-Herren dieses Spiel nicht gewinnen und werden schließlich Vize-Europameister.

Damen gewinnen den Europameistertitel

Nachdem die Damenmannschaft die World Games in Polen in diesem Jahr gewinnen konnte, waren die Erwartungen an das Team von Klaus Schmalenbach groß.

Vor der Europameisterschaft haben die Damen – gemeinsam mit den U21-Herren – ein Vorbereitungsturnier in Ieper bestritten. Elena Gilles und Caroline Sinsel konnten am Samstag noch nicht ins Turniergeschehen eingreifen, weshalb kurzfristig Nils Kirchhoff – der eigentlich als Unterstützung für seinen Bruder, René Kirchhoff, der in der U21-Herren Nationalmannschaft an den Start geht angereist war – einsprang. Mit der Unterstützung des Spielers aus Berlin (KSVHavelbrüder) konnten die Damen das Turnier in der 2. Herrenliga gewinnen.

Bei der Europameisterschaft konnten die Damen diesen Aufwind aber leider nicht mit in das Turnier nehmen und leisteten sich zum Auftakt ein Unentschieden gegen die Schweiz, die am Ende den dritten Platz belegte. Doch die Damen konnten sich im weiteren Turnierverlauf steigern und mussten keinen weiteren Punktverlust hinnehmen. Im Halbfinale trafen sie auf das Team aus Großbritannien, welches sie deutlich mit 8:2 bezwangen. Im Finale warteten dann wie bereits auf den World Games die Damen aus Frankreich. Vorangetrieben von unglaublich lauten Fanblocks beider Länder entwickelte sich ein knappes Spiel mit wenigen Toren, welches die Damen aus Deutschland aber schließlich mit 2:1 für sich entscheiden konnten.

Herren werden Vize-Europameister

Nachdem die Herren die World Games in Polen gewonnen haben, sind sie als Favoriten nach Frankreich gereist. Trainer Björn Zirotzki wollte seinen Männer etwas mehr Erholung nach einer kräftezehrenden Deutschen Meisterschaft geben und erwartete sie erst am Dienstag in Saint-Omer. Der Start in das Turnier gelang den Herren gut, sie konnten auch ohne Jakob Hosen – der angeschlagen pausierte – die ersten Spiele gewinnen. Lediglich gegen Dänemark mussten sie Punkte lassen, das Spiel ging unentschieden aus. Dennoch zogen sie souverän ins Halbfinale ein. Hier ging es gegen das Überraschungsteam aus der Schweiz – Deutschland gewann 3:0. Die zum Favoritenkreis gehörenden Franzosen verabschiedeten sich bereits am ersten Tag aus der Meisterschaft, sie verloren überraschend die ersten beiden Spiele gegen Portugal und die Niederlande.

Im Finale warteten die schnellen Spanier auf die deutsche Auswahl. Diese spielten einen überragenden Finaltag und gewannen so auch gegen die deutschen Herren mit 4:2.

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