7 Weltmeistertitel für den DKV

Acht Medaillen wurden als Ziel vom Sportdirektor des Deutschen Kanu-Verbands Dr. Jens Kahl ausgegeben. Na wenn es weiter nichts ist! „Leider“ sind wir von unseren Topathleten erfolgsverwöhnt. Dem Druck haben Sebastian Brendel, Steffi Kriegerstein, Max Rndschmidt und co. stand gehalten.

Zwei Weltmeistertitel am ersten Finaltag

Zwei WM-Titel und drei weitere Podiumsplätze holte die DKV-Flotte bereits am ersten Finaltag. Ein Start nach Maß! 

Yul Oeltze und Peter Kretschmer verteidigen Ihren WM-Titel im C2 1.000m

Mit einem Start-Ziel-Sieg von Yul Oeltze vom SC Magdeburg und Peter Kretschmer von der SC DHfK Leipzig ließen die alten und neuen Weltmeister im C2 1.000m nichts anbrennen. Auch den Angriff von Madrigal/Enrique aus Kuba bei der 500m Marke parierten gekonnt. Oeltze/ Kretschmer sind seit 28 Jahren die Ersten, die ihren Weltmeistertitel in dieser Diziplin verteidigen konnten.  „Das ist ein Riesending, toll, dass wir das geschafft haben“, freute sich Peter Kretschmer und fügte hinzu: „Wir hatten einen sehr guten Start und wenn man einmal vorn liegt, kann man mit den Kräften haushalten. Gegen unseren Endspurt hatten die Kubaner dann nichts mehr gegenzusetzen. Zweimal hintereinander die WM gewonnen zu haben, gibt uns Selbstvertrauen auf dem Weg nach Tokio.“

Gold auch für Max Hoff und Marcus Groß im K2 1.000m

Nur zehn Minuten später durfte das Team des Deutschen Kanu-Verbands erneut jubeln, denn auch  Max Hoff von der KG Essen sowie Marcus Groß vom RKV Berlin sind gut ins Rennen gekommen. Nur der K2 aus Frankreich war am Start schneller, wobei sich Hoff und Groß davon nicht beeindrucken ließen. Sie gewannen mit rund acht Zehntelsekunden Vorsprung vor den Spaniern Cubelos/Pena und den aktuellen Europameistern aus Serbien Tomicevic und Zoric. Überglücklich bekannte Max Hoff nach dem Rennen: „Ich bin super zufrieden und total dankbar für diesen Sieg. Seit 2013 habe ich darauf gehofft. Jetzt habe ich über die 1000m in allen Bootsklassen den WM-Titel gewonnen.“

DKV-Boote paddeln auch am zweiten Finaltag auf der Erfolgswelle

Drei Goldmedaillen gab es für den DKV. Am zweiten Finaltag konnte die Auswahl des Deutschen Kanu-Verbands nahtlos an die Erfolge vom ersten Finaltag anknüpfen.

Sebastian Brendel eröffnet den Medaillenregen mit dem vierten Weltmeistertitel im C1 1.000m in Folge

Der Potsdamer Sebastian Brendel startete offensiv in sein 1.000m Finale und wodurch ihm ein Start-Ziel-Sieg vor seinen Dauerkontrahenten Martin Fuksa aus Tschechin und Isaquias dos Santos aus Brasilien gelang. „Es hat alles geklappt, ich habe versucht, das Feld von Beginn an zu kontrollieren, konnte zwischendurch sogar etwas ‚runterschalten mit dem Wissen, die beiden im Endspurt auf Distanz halten zu können. Ich bin stolz, diesen Titel nun zum vierten Mal in Folge gewonnen zu haben“, so Brendel nach der Siegerehrung.

Weber und Dietze profitieren von 8 Jahren in einem Boot

Das Franziska Weber dieses Jahr sich auf ihr Studium fokussiert hat und Tina Dietze lange verletzt war, sah ihnen im Endlauf K2 200m niemand an. Weber und Dietze zeigten sich in alter Stärke und harmonierten wie eh und je. Mit vier Hundertstelsekunden Vorsprung sicherten sie sich den Titel vor den Neuseeländerinnen Imrie und Fisher. Bronze ging an Kichasova-Skoryk und Horlova aus der Ukraine. Franziska Weber konstatierte nach dem Rennen: „Dass wir hier den Titel holen, hätte Anfang des Jahres keine von uns beiden geglaubt. Als wir ins Boot stiegen, war es wie immer, wir haben uns sofort wieder gefunden. Wir paddeln nun das achte Jahr zusammen, davon profitieren wir. Ich habe jetzt Blut geleckt für Tokio.“ Tina Dietze ergänzte: „Nach meiner Schulterverletzung war es mein Ziel, überhaupt bei der WM starten zu dürfen. Dass wir nun Gold geholt haben, bedeutet mir wahnsinnig viel.“

Der Herren K4 1.000m stürmt zum Sieg

Für das dritte DKV-Gold am heutigen Tag sorgte im letzten Finalrennen des Tages der K4 der Herren über 1.000m mit Tamas Gecsö (Potsdam), Jacob Schopf (Berlin), Jakob Thordsen (Hannover) und Lukas Reuschenbach (Oberhausen). Das deutsche Quartett stürmte mit einem Start-Ziel-Sieg überraschend zum Titel vor dem Boot aus der Slowakei und dem Quartett aus Spanien. „Anders als bei der EM konnten wir diesmal ganz ohne Druck ins Rennen gehen. Wir hatten sehr gut trainiert und wollten diesmal zeigen, dass wir es besser können als bei der EM“, bilanzierte Tamas Gecsö ihren Coup.

Das vierte Gold in einer Olympischen Disziplin gab es am dritten Finaltag

Am dritten Finaltag sorgten der Herren K4 500m sowie Sebastian Brendel im C1 5.000m für einen goldreichen Abschluss der Kanu-Rennsport WM 2018 in Portugal.

Start verpennt und trotzdem Gold geholt

Obwohl das DKV-Boot „den Start ein bisschen verpennt“ hatte, wie Schlagmann Max Rendschmidt einräumte, eroberten sich die vier im Verlauf des Rennens die Führung und hielten schließlich bis zur Ziellinie die Europameister aus Spanien sowie die noch bei Hälfte der Distanz knapp führenden Ungarn in Schach. Mit rund vier Zehntelsekunden Vorsprung sicherten sich die Deutschen unter dem Jubel der zahlreichen Deutschen Fans erneut den Titel. Abgesehen vom nicht ganz optimalen Start „lief es dann auf der Strecke umso besser. Die Jungs haben mächtig Druck gemacht, so konnte ich mein Ding ‚runterfahren. Wir wussten, dass die anderen Boote stark sind. Aber wir waren gut vorbereitet und wissen auch, was wir können“, äußerte Max Rendschmidt nach dem Rennen. Ronny Rauhe, der mit dem heutigen Sieg seinen insgesamt 15. WM-Titel errang sagte: „Wir hatten genau analysiert, wo die Spanier mit ihrem Endspurt anfangen und wollten mit unserem vor ihnen beginnen. Das habe ich am Ende dann ganz schön gemerkt, wir sind auf den letzten 20-30 Metern auch etwas langsamer geworden. Aber egal, es hat zum Sieg gereicht, ich bin super glücklich.“ Auch Tom Liebscher genoss den Sieg im K4 und verteilte im Siegerinterview auch ein großes Kompliment an die Zuschauer. „Die Portugiesen machen hier mächtig Stimmung, da macht es einfach Spaß zu fahren.“

10. WM-Titel für Sebastian Brendel

In den abschließenden Langstreckenrennen war im C1 der Herren nunmehr zum 5. Mal in Folge 1000m-Weltmeister Sebastian Brendel erfolgreich. Der Potsdamer setzte sich souverän vor dem Kubaner Fernando Enrique und Kirill Shamshurin aus Russland durch und erkämpfte damit seinen insgesamt 10. WM-Titel.

Das Fazit vom Sportdirektor

„Wir hatten vor dieser WM etwas Bammel, da wir zwischen den Spielen vor vier Jahren in Moskau unter unseren Möglichkeiten geblieben waren. Aber wir haben daraus die richtigen Schlüsse gezogen, das Trainerteam verändert, das Training wissenschaftlich unter die Lupe genommen und das Bootsmaterial mit Hilfe der FES optimiert. Das hat sich nicht nur kurzfristig, sondern auch nun langfristig ausgezahlt. Der Schatten, der zu Beginn der Saison beim Weltcup in Duisburg noch über unserem Abschneiden lag, ist nun eingedampft. Und das nicht nur, weil hier in Portugal die Sonne höher steht, sondern weil in und um die Mannschaft gut gearbeitet wurde. Das Ergebnis hier in Montemor liegt jedenfalls über unseren Erwartungen.“ fasste der Sportdirektor des DKV Dr. Jens Kahl zusammen.

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