Kanu-Rennsport Weltcup in Poznan: Der 2. Finaltag

Die äußeren Bedingungen am 2. Finaltag beim Kanu-Rennsport Weltcup in Poznan waren wiederum geprägt von Wind und Wellen. Dies schien aber insbesondere den Herren im deutschen Team Nichts auszumachen. Sie holten drei Goldmedaillen in den Mannschaftsbooten sowie einmal Silber und einmal Bronze.

Max Hoff und der junge Jacob Schopf holen Gold

Zum ersten internen deutschen Showdown des Tages kam es im Herren K2 1000 m zwischen Max Hoff/ Jacob Schopf und  Tobias Schultz/ Felix Frank. Beide deutschen Boote trainieren erst seit einer Woche in dieser Besatzung zusammen. Die deutschen Zweier kamen gut vom Start weg und führten das Feld an, wobei Schultz/ Frank die ersten 400 m die Nase vorn hatten. Dann spielte Max Hoff seine ganz Erfahrung aus und erhöhte die Schlagzahl. Hoff/ Schopf zogen an Schultz/ Frank vorbei und fuhren mit kräftigen Schlägen dem Feld davon. Bei 3.09,426 überquerten Max Hoff und Jacob Schopf die Ziellinie und wurden Erster. Auch das zweite deutsche Boot ist ein ausgezeichnetes Rennen gefahren, ließ nichts anbrennen und paddelte auf Platz 2 in 3.11,810 Minuten. Auf Platz 3 kam das Duo aus Dänemark Rene Holten Poulsen und Nils Jensen Boe in 3.12,330 Minuten.

Schopf, scherzte nach dem Rennen, dass Hoff alt genug sei, um sein Vater zu sein und sagte: “Es ist großartig, mit einer Kanu-Legende zu paddeln. Vor einigen Jahren sah ich ihn im Fernsehen und jetzt paddle ich mit ihm. Zuerst war es ein bisschen merkwürdig, aber jetzt ist es das, was wir tun.“

Yul Oeltze und Peter Kretschmer starten in die neue Saison, wie sie die letzte beendet haben, mit Gold im C2 1000 m

10 Minuten nach dem Herren Kajak-Zweier 1000 m kam es zum nächsten internen deutschen Showdown. Diesmal allerdings knieten alle Beteiligten in ihren Booten. Es hieß, Yul Oeltze/ Peter Kretschmer, die amtierenden Weltmeister, gegen Sebastian Brendel/ Jan Vandrey, die amtierenden Olympiasieger, in dieser Disziplin. Beide Boote erwischten die ersten Paddelschläge gut. Oeltze/ Kretschmer setzten sich direkt an die Spitze des Feldes und lagen bei der 500 m Zwischenzeit mit 1.42,85 Minuten eine halbe Bootslänge vor dem C2 aus China Hao Liu und Pengfei Zheng. Brendel/ Vandrey überquerten die 500 m Marke als Fünfte. Vorne an der Spitze zeichnete sich ein Dreikampf zwischen Oeltze/ Kretschmer, Liu/ Zheng und dem polnischen Duo Kaminski/ Kudla ab. Der deutsche C2 hatte weiter die Nase vorn, wurde aber hart von den Chinesen und Polen attackiert. Oeltze/ Kretschmer hatten aber immer eine Antwort parat und retteten ihren Vorsprung ins Ziel. Am Ende war es ein Wimpernschlag-Finale und Platz 1 für Oeltze/ Kretschmer in 3.30,622 Minuten. Auf Platz 2 kamen Kaminski/ Kudla in 3.30,698 Minuten. Platz 3 ging an das chinesische Duo Liu/ Zheng in 3.30,822 Minuten.

Gold für Rendschmidt, Rauhe, Liebscher und Lemke im K4

Auf das Rennen haben die deutschen Kanu-Fans gewartet und sie wurden nicht enttäuscht. Am Start ist der Herren K4 mit Max Rendschmidt (KG Essen), Ronald Rauhe (KC Potsdam), Tom Liebscher (KC Dresden) und Max Lemke (WSV Mannheim-Sandhofen) gut weggekommen, allerdings nicht ganz so gut, wie der französische Vierer. Nach gut 150 m ging es auf den längeren Streckenschlag, wo Rendschmidt, Rauhe, Liebscher und Lemke, trotz der begrenzten Vorbereitung im Training, ihre ganze Klasse zeigten und mit jedem kraftvollen Schlag an die Franzosen auf- und letztendlich auch vorbeifuhren. Bei der 250 m Marke lag das deutsche Quartett dann schon auf Platz 1. Durch einen starken Endspurt gaben sie diesen auch nicht mehr aus der Hand und kamen mit einer 1.20,006 Minuten ins Ziel. Auf Platz 2 kam das französische Boot in 1.20,474 Minuten und auf Platz 3 folgte Portugal in 1.21,366 Minuten. Seit 2017 dominieren Rendschmidt, Rauhe, Liebscher und Lemke nun in dieser neuen olympischen Disziplin.

Gold für den Herren K4 mit Max Rendschmidt (KG Essen), Ronald Rauhe (KC Potsdam), Tom Liebscher (KC Dresden) und Max Lemke (WSV Mannheim-Sandhofen) (Foto: Ute Freise)

Timo Haseleu und Kostja Stroinski fahren zu Bronze

Die 200 m Distanz ist so kurz, da wird jeder Fehler bestraft. Timo Haseleu (KC Potsdam) und Kostja Stroinski (RKC Berlin) machten an diesem zweiten Finaltag aber keinen Fehler. Sie erwischten einen großartigen Start, nahmen schnell Tempo auf und konnten die hohe Geschwindigkeit über die Strecke halten. Der Zielsprung hatte das perfekte Timing, sodass die beiden mit knappen 0.00,036 Minuten vor dem polnischen Duo auf Platz 3 die Ziellinie überquerten.

Dr. Jens Kahl zum zweiten Finaltag beim Kanu-Rennsport Weltcup in Poznan

“Der heutige Tag war geprägt von der Arithmetik der Quotenplätze. Wir versuchen, um möglichst viele Plätze zu holen, die Mannschaftsboote stark zu machen. Wie die Ergebnisse zeigen, hat das Konzept geklappt und ist aufgegangen. Wir haben im Kajak-Vierer der Herren gewonnen. Wir haben den Kajak-Zweier und Canadier-Zweier gewonnen. Bei den Damen sind wir trotz eines 4. Platz auf den richtigen Weg. Mit Caroline Arft haben wir eine neue Dame in den Vierer genommen, sodass hier noch Bedarf besteht sich richtig einzufahren. Wenn das erfolgt ist, glaube ich, sind wir auf einem guten Weg. Wie gesagt, die maximale Erringung der Quotenplätze zwingt uns in diesem Jahr etwas anders vorzugehen und erst die Großboote bzw. Mannschaftsboote stark zu machen. Im Laufe der Saison werden wir dann sehen, wie wir auch die Einer schnell machen.“ so Dr. Jens Kahl (Sportdirektor des Deutschen Kanu-Verbands e.V.)

Am kommenden Donnerstag, den 30.05.2019, geht es bereits weiter mit dem 2. Kanu-Rennsport Weltcup, dem Heim-Weltcup, in Duisburg-Wedau. Hier entscheidet sich, wer zur Weltmeisterschaft nach Szeged (Ungarn) fahren wird.

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