Kanu-Slalom Weltcup 2026 in Augsburg: Ricarda Funks Triumphzug
Was für ein Wochenende war das am legendären Eiskanal in Augsburg! Wenn du das Spektakel verpasst hast oder die aufregendsten Momente noch einmal Revue passieren lassen willst, bist du hier bei Kanu zum Frühstück genau richtig. Wir haben die Action aus dem Eiskanal für dich analysiert.
Doppel-Gold: Ricarda Funk ist die Königin im Eiskanal

Ein Heim-Weltcup vor Familie und Freunden ist immer eine ganz besondere Motivation. Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach) hielt diesem Druck stand und sicherte sich im Kajak-Einer (K1) eindrucksvoll die Goldmedaille.
- Perfekter Lauf: Mit einer grandiosen Leistung nahm sie der stark fahrenden Französin Camille Prigent ganze 1,15 Sekunden ab.
- Zufriedenheit: Funk selbst nannte es einen „nahezu perfekten Lauf“, bei dem nicht viel mehr drin war.
- Konkurrenz patzt: Ihre australische Dauerrivalin Jessica Fox schied überraschend schon im Vorlauf aus, während Klaudia Zwolinska aus Polen Bronze holte.
Auch das zweite Gold ließ nicht lange auf sich warten: Im Cross-Einzelzeitfahren (Cross Individual) am Sonntag setzte sich Funk hauchdünn mit 0,02 Sekunden Vorsprung gegen die Tschechin Tereza Kneblova durch. Bronze sicherte sich hier Evy Leibfarth aus den USA.

Harte Bandagen im Kajak-Cross: Der Kampf bis zum letzten Tor
Nach dem Sieg im Zeitfahren ging es im Kajak-Cross-Finale der Damen richtig zur Sache. Diesmal hatte Ricarda Funk jedoch das Nachsehen und landete auf dem vierten Platz.
- Das Podium: Tereza Kneblova (Tschechien) siegte vor Evy Leibfarth (USA) und der Schweizerin Alena Marx.
- Der Rennverlauf: Funk berichtete von einem echten Kampf. Sie erwischte schlechtes Wasser, konnte sich nicht befreien und wurde von den Gegnerinnen regelrecht „in die Zange genommen“.
- Fazit: Trotz der harten Gegenwehr zeigte sie sich mit der Finalplatzierung zunächst glücklich, auch wenn sie wusste, dass „ein kleines bisschen mehr“ möglich gewesen wäre.
Auch für die anderen deutschen Cross-Spezialisten lief es in den K.o.-Runden unglücklich:
- Stefan Hengst (KR Hamm): Er schied als bester deutscher Mann denkbar knapp als Dritter im Halbfinale aus. In einem Zweikampf verstrickt, musste er zusehen, wie ein dritter Fahrer an ihm vorbeizog. Den Sieg bei den Herren holte sich der Brite Joseph Clarke vor David Llorente (Spanien) und Gabriel de Coster (Belgien).
- Andrea Herzog (Leipziger KC): Für sie war im Viertelfinale Endstation. Nach dem Startsprung von der Rampe wurde sie so stark eingeklemmt, dass sie ihr Paddel anfangs kaum einsetzen konnte. Im selben Lauf schied auch die Olympiasiegerin Noemi Fox (Australien) aus. Zuvor war Herzog noch ein sehr cleveres Achtelfinale gefahren.
- Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth): Sie kämpfte sich im Achtelfinale stark auf Platz zwei vor. Am letzten Aufwärtstor wurde sie jedoch von der bis dato drittplatzierten Evy Leibfarth attackiert und verpasste das Weiterkommen.
Wie schlugen sich die anderen DKV-Athleten?
Neben dem Kajak-Cross standen natürlich auch die regulären Slalomwettbewerbe im Fokus.
- Emily Apel: Die K1-Fahrerin landete auf einem starken fünften Platz. Leider kostete sie eine Torstabberührung zwei Strafsekunden und damit die sichere Bronzemedaille.
- Sideris Tasiadis: Der Lokalmatador fuhr im Canadier-Einer (C1) im Vorlauf mit 97,37 Sekunden die absolute Bestzeit. Im Finale unterlief ihm jedoch ein „Leichtsinnsfehler“ beim zweiten Tor. Am Ende reichte es für den vierten Platz hinter dem Sieger Raffaello Ivaldi aus Italien.
4 Takeaways vom Weltcup-Wochenende in Augsburg
- Formkurve zeigt nach oben: Die Fitness stimmt und das deutsche Team ist bereit für die kommende WM.
- Jeder Fehler wird bestraft: Der Eiskanal verzeiht nichts. Selbst der Weltranglistenerste Titouan Castryck kassierte im K1-Finale gleich zweimal die 50-Sekunden-Höchststrafe.
- Kajak-Cross ist unberechenbar: Wer am Start eingeklemmt wird, wie Andrea Herzog, oder am Tor ausmanövriert wird, wie Annkatrin Plochmann, scheidet schnell aus.
- Tasiadis ist zurück: Nach einem Jahr Wettkampfpause bewies der Routinier mit seinem Finaleinzug sofort wieder seine Extraklasse im C1.
Anleitung: So analysierst du Kajak-Cross-Rennen wie ein Profi
Du möchtest beim nächsten Weltcup im Stream genau verstehen, wer taktisch am cleversten fährt? Achte auf diese 3 Schritte:
- Den Startsprung bewerten: Der Sprung von der Rampe ist entscheidend. Wer hier eingeklemmt wird, wie Andrea Herzog, verliert wertvolle Meter und kann sein Paddel nicht optimal einsetzen.
- Die Linienwahl im Pulk beobachten: Kajak-Cross ist ein harter Kampf. Achte darauf, wie Athleten versuchen, das „schlechte Wasser“ zu meiden. Wer sich in Zweikämpfen verstrickt, riskiert, dass ein dritter Fahrer lachend vorbeizieht, wie es bei Stefan Hengst passierte.
- Die Aufwärtstore analysieren: Das letzte Aufwärtstor ist der ultimative Hotspot für Attacken. Schau genau hin, wer durch aggressive Manöver den Gegner verdrängt, wie es Evy Leibfarth erfolgreich gegen Annkatrin Plochmann anwandte.
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