Dreifacher Kanu-Wildwasser Weltmeister träumt von Olympia

Ondra Rolenc hat fast alles erreicht, was er sich in seinem Sport, Kanu-Wildwasser, erhofft hatte. Allerdings fehlt noch ein Teil – und seine Chancen, diesen Meilenstein zu erreichen, liegt nicht in seinen Händen.

Nach 2014 und 2016 gewann Rolenc letztes Jahr seinen dritten ICF Kanu-Wildwasser C1 Weltmeistertitel. „2017 war ein Knaller. Ich war überglücklich und bin es immer noch“, sagte Rolenc diese Woche. „Es war eine Traumsaison. Ich gewann die  Weltmeisterschaft in Pau, die Europameisterschaft in Skopje und die Gesamtwertung im Weltcup.“ Rolencs drei Weltmeistertitel sind drei mehr, als er zu Beginn seiner Paddelkarriere vor zehn Jahren erwartet hatte. In diesem Jahr will er den vierten Titel, wenn die Weltmeisterschaften am Muota River in der Schweiz stattfinden. „Es ist ein schöner, aber schwieriger Fluss in einer wunderschönen Landschaft. Und diese Berge! Also ich freue mich schon sehr darauf. Ich habe meine Ziele erreicht und das Triple gewonnen.  Jetzt fahre ich nur noch zum Vergnügen Rennen.“

Die 3 Kanu-Wildwasser C1 Weltmeistertitel des Ondra Rolenc

Rolenc zu fragen, welcher seiner Weltmeistertitel sein Favorit ist, ist eine unfaire Frage, aber wir haben sie trotzdem gestellt. „Es ist schwer, die Rennen zu vergleichen“, sagte er. „Jedes von ihnen war auf unterschiedliche Weise schwierig. Es wird gesagt, the first cut is the deepest, ich würde sagen, der Gewinn der Weltmeisterschaften 2014 war für mich der schwierigste. Der Moment, in dem man merkt, dass man gegen die Besten, der besten Wildwasserfahrern,  antreten wird, das war gar nicht so einfach. Der zweite Titel im Jahr 2016 war anders. Der Druck war größer. Mein Umfeld hatte Erwartungen und ich selbst natürlich auch. Zudem hatte ich auch 2015 in Wien nicht gewonnen, der Kurs passte mir überhaupt nicht. Danach war es noch schwieriger.

Der Kurs ist anspruchsvoll, sehr technisch, abwechslungsreich und schwierig. Er zwingt dich, bei hohem Risiko bis an die Grenzen zu gehen. Er verzeiht dir keine Fehler, deshalb braucht man auch etwas Glück.“

Und schließlich die Meisterschaften 2017 in Pau, das war alles nochmal ganz anders. Der Kurs ist anspruchsvoll, sehr technisch, abwechslungsreich und schwierig. Er zwingt dich, bei hohem Risiko bis an die Grenzen zu gehen. Er verzeiht dir keine Fehler, deshalb braucht man auch etwas Glück.“

Der Traum von Olympia

Was ist also mit diesem Ziel, das ihm völlig aus den Händen gerät? Es ist der gleiche Traum, den die meisten Wildwasser-, Freestyle-, Marathon- und Ozeanpaddler haben. „Der Einstieg in die Olympischen Spiele wäre fantastisch für unseren Sport“, sagte er. „Es wäre großartig, Wildwasser dorthin zu bringen, besonders wenn der Slalom bereits in Betrieb ist. Die Weltmeisterschaften in Pau im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass es möglich ist. Und ich glaube, wir haben es alle sehr genossen. Es stimmt immer noch, dass der olympische Sport stärker gefördert wird, und selbst wenn wir versuchen, uns auf die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu konzentrieren, ist es die Begeisterung einzelner Personen, die diesen Sport vorantreibt.“ Zum ersten Mal fanden im vergangenen Jahr die Wildwasser-Weltmeisterschaften im Zusammenhang mit den ICF Kanu-Slalom-Weltmeisterschaften 2017 statt. Während die beiden Veranstaltungen zuvor am selben Ort stattfanden, war dies das erste Mal, dass ihre Programme kombiniert wurden. Rolenc zweifelt nicht daran, dass es ein riesiger Erfolg war, der neue Fans für Kanu-Wildwasser begeistern konnte und zeigte, wie leicht er in das olympische Programm passen würde. Ich habe Pau wirklich sehr genossen“, sagt er. „Es war eine wunderbare Woche voller Dramen, Siege und Niederlagen in jeder Disziplin. Die Fans waren unglaublich und gaben dem Rennen eine elektrisierende und unvergessliche Atmosphäre. Selbst jetzt, wenn ich darüber nachdenke, fange ich wieder an, ein wenig nervös zu sein, als wäre ich wieder am Start.“

„Wir versuchen, Medien und Sponsoren für Wildwasser in Tschechien zu gewinnen … Allein die Tatsache, dass das tschechische Fernsehen über jedes Rennen berichtet, ist großartig, und die Leute werden mit diesem Sport besser vertraut.“

Mit 26 Jahren hat Rolenc noch viele Jahre Hochleistungssport vor sich. Er hat es sich zum Ziel gemacht, die Popularität des Wildwassers zu verbessern. In Tschechien kann er sich einer wachsenden Fangemeinde rühmen, aber er möchte, dass die Zahl der Fans auf der ganzen Welt zunimmt. „Ich möchte so viel wie möglich zur Popularisierung dieses Sports beitragen“, sagt er. „Wir versuchen, Medien und Sponsoren für Wildwasser in Tschechien zu gewinnen. Und dank guter Ergebnisse wird es von Jahr zu Jahr besser. Allein die Tatsache, dass das tschechische Fernsehen über jedes Rennen berichtet, ist großartig, und die Leute werden mit diesem Sport besser vertraut. Die ICF Wildwasser-Weltmeisterschaft 2018 findet vom 31. Mai bis 3. Juni in Muotathal, Schweiz, statt.

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