Weseler Kanu-Club 1925
Vereinsporträt von Kanu zum Frühstück. Die offizielle Website des Vereins ist weseler-kanu-club.de. Weitere Vereine stellen wir in der Übersicht der Kanuvereine vor.
Bootshaus und Clubgaststätte
Weseler Kanu-Club 1925
Am Yachthafen 3
46487 Wesel
Der Verein in Kürze
- Gegründet: im Mai 1925 von acht jungen Weselern in einer Gaststätte an der Werftstraße, daher der Zusatz 1925 im Vereinsnamen.
- Sitz und Revier: Bootshaus Am Yachthafen 3 im Sporthafen von Wesel, mit direktem Zugang zum Rhein bei Kilometer 816,5 und der Lippemündung gleich nebenan.
- Sparten: Kanu-Wandersport für Erwachsene und Familien, eine eigene Kanujugend mit Wildwasserfahrten, dazu Ausgleichssport und gesellige Vereinsfahrten.
- Besonderheit: Im Clubhaus liegt die öffentliche Clubgaststätte, die in Wesel als Café am Hafen bekannt ist, mit Sonnenterrasse zum Yachthafen.
- Mitmachen: Schnuppertraining in der Paddelsaison, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Der Weseler Kanu-Club 1925 e.V., oft kurz Kanu-Club Wesel oder WKC genannt, ist ein Kanuverein am Niederrhein mit Bootshaus im Sporthafen von Wesel. Wer nach der Gaststätte Weseler Kanu-Club oder dem Café am Hafen sucht, landet im selben Haus: Die Gaststätte ist die Clubgaststätte des Vereins und liegt in seinem Clubhaus Am Yachthafen 3.
Der Verein wurde 1925 gegründet und ist damit über hundert Jahre alt. Sein Schwerpunkt ist heute der Kanu-Wandersport auf Rhein, Lippe, Niers und Ruhr, getragen von einem dichten Fahrtenprogramm und einer eigenen Jugendabteilung. Dieses Porträt fasst zusammen, was sich über Geschichte, Angebot, Bootshaus und Gaststätte belegen lässt.
Geschichte: vom Selbstbauboot zum Sporthafen
Die frühe Geschichte des Vereins ist gut überliefert, weil einer der Beteiligten sie aufgeschrieben hat. Willi Breuer veröffentlichte seinen Bericht 1968 im Heimatkalender des Landkreises Rees, und der Verein stellt ihn heute auf seiner Website bereit. Breuer beschreibt, wie Weseler Jungen schon um 1910 auf selbst gezimmerten Flößen im alten Wallgraben „Halber Mond“ und auf den Altrheinarmen unterwegs waren. Der Erste Weltkrieg und die Jahre danach unterbrachen das.
Mitte der Zwanzigerjahre kam das Faltboot auf den Markt, doch für die meisten war es zu teuer. Breuer nennt rund 300 Reichsmark für ein Boot bei einem Monatsverdienst eines Angestellten von etwa 200 Reichsmark. Die Antwort war der Selbstbau in der Gemeinschaft. Im Mai 1925 trafen sich acht Freunde in der Gaststätte von Wilhelm Brasse in der Werftstraße 8 und gründeten den Weseler Kanu-Club: Otto Küpper, Erich Petermann, Wilhelm Schwaack, August Schwaack, Franz Stamm, Hermann Stamm, Theodor Stamm und Theodor Springenberg. Wilhelm Schwaack wurde Clubleiter, Otto Küpper Schriftführer.
Die ersten Boote entstanden in der Werkstatt von August Schwaack am neuen Hafen. Im Jahr darauf zählte der Club nach Breuers Erinnerung schon an die 25 Mitglieder. Fritz Kaune organisierte ein gemeinsames Bauprogramm, bei dem gleich 14 Einer nach einem Riss des Hamburger Schiffbauingenieurs Hegmann auf Kiel gelegt wurden: halbstarre Boote aus einem Holzgerippe mit Nesselbespannung, 5,10 Meter lang und 63 Zentimeter breit. Seit 1927 ermittelte der Verein in Clubregatten seinen Clubmeister.
Das erste Bootshaus war eine gebrauchte Militärbaracke, die der Verein von der Garnisonverwaltung kaufte und auf einem Grundstück etwa 150 Meter oberhalb der Eisenbahnbrücke aufstellte. Weil das Gelände nicht hochwasserfrei war, stand der Bau auf Pfählen, mit Platz für rund 20 Boote und einem kleinen Clubraum mit Blick auf den Rhein. Lange hielt er nicht. Im Februar 1927 stieg der Weseler Pegel auf 8,35 Meter, nach heutiger Messung 12,35 Meter. Die Mitglieder spannten noch Drahtseile um das Haus, doch Wasserdruck und Treibgut rissen es weg. Trümmer fanden sich später an der Eisenbahnbrücke. Breuers Bericht endet mit dem Entschluss, an der Eisenbahnbrücke ein neues Bootshaus zu bauen.
Heute hat der Verein seinen Sitz Am Yachthafen 3 im Sporthafen, wo mehrere Wassersportvereine nebeneinander liegen. Wann genau der Kanu-Club dorthin zog, geht aus den zugänglichen Quellen nicht hervor. 2025 wurde der Verein hundert Jahre alt.
Wandersport statt Medaillenspiegel
Die Satzung nennt als Vereinszweck die Pflege des Kanurenn- und Kanuwandersports, und beim Deutschen Kanu-Verband ist als Disziplin der Kanu-Wildwasserrennsport eingetragen. Aktuelle Wettkampferfolge, Meistertitel oder Kaderathleten des Vereins ließen sich für dieses Porträt aber nicht belegen. Was den Weseler Kanu-Club heute trägt, ist das Wanderpaddeln.
Das zeigt das Fahrtenprogramm für 2026. Es reicht vom Anpaddeln im März bis zur Jahresabschlussfahrt im Januar und enthält Bezirksfahrten im Kanubezirk Niederrhein, etwa auf der Niers von Wachtendonk nach Geldern, auf der Lippe von Schermbeck nach Krudenburg, auf dem Baldeneysee und bei Emmerich. Dazu kommen mehrtägige Fahrten über Ostern und Pfingsten zu befreundeten Vereinen, eine 24-Stunden-Fahrt, eine Nikolaus-Lichterfahrt und das Abpaddeln auf dem Rhein von Walsum nach Wesel. Die Kilometer tragen die Mitglieder in Fahrtenbücher ein, die einmal im Jahr abgegeben werden. Die Kanujugend fährt außerdem mit kurzen Wildwasserbooten zum Schwall in Dorsten und auf die Wildwasserstrecke in Hagen-Hohenlimburg.
Sparten und Angebot
Kanu-Freizeitsport
Der Freizeitsport ist die größte Sparte. In der Paddelsaison gibt es regelmäßiges Paddeltraining am Bootshaus, das sich an Anfänger wie Fortgeschrittene richtet, und gemeinsame Fahrten auf Rhein, Lippe und Auesee. Der Verein legt nach eigener Darstellung Wert auf Sicherheit und Naturschutz: Es gibt Sicherheitslehrgänge auf dem Rhein und im Touring, ein Kenterrollentraining und Ökolehrgänge, etwa an der Niers. Auf Vereinsfahrten gilt Schwimmwestenpflicht.
Kanujugend
Die Jugend organisiert sich als eigene Abteilung mit Jugendvorstand und Jugendordnung. Laut Satzung ist sie ein anerkannter Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe und verwaltet ihre Mittel selbst. Neben Wanderfahrten auf Rhein, Lippe, Niers und Auesee stehen Wildwasserfahrten und Jugendwochenenden auf dem Programm, außerdem Schwimmen, Eislaufen, Klettern und Trampolinspringen. Für Kinder und Jugendliche gibt es eigene Öko- und Sicherheitsschulungen, und der Verein hat ein Schutzkonzept gegen Gewalt und Grenzverletzungen mit benannten Ansprechpersonen.
Ausgleichssport und Vereinsleben
Außerhalb des Bootes bietet der Verein ein Hallen- und Stadiontraining unter dem Namen „Fitness für alle“. Radtouren, ein Wandertag, ein Vereinswochenende mit dem Dutch Oven, ein Frauenfrühstück und im Winterhalbjahr ein Frauencafé gehören ebenso zum Jahr wie Arbeitsdienste am Bootshaus und das Stiftungsfest im Dezember.
Was den Verein besonders macht
Drei Dinge heben den Weseler Kanu-Club von vielen anderen Kanuvereinen ab. Das erste ist die Lage: Vom Steg im Sporthafen sind es wenige hundert Meter bis auf den Rhein, und die Lippe mündet bei Wesel in den Strom. Wer hier paddeln lernt, lernt den großen Fluss mit Strömung und Schiffsverkehr ebenso kennen wie den ruhigen Nebenfluss.
Das zweite ist die dokumentierte Gründungsgeschichte. Kaum ein Verein kann so genau sagen, wer ihn gründete, wo das geschah und wie die ersten Boote gebaut wurden. Der Bericht von Willi Breuer mit den selbst genähten Nesselbooten und dem vom Hochwasser weggerissenen Pfahlbau ist ein Stück Weseler Stadtgeschichte.
Das dritte ist die Clubgaststätte. Anders als die meisten Vereinsheime ist sie eine öffentliche Gaststätte mit eigener Website und Terrasse, in der Paddler, Spaziergänger von der Rheinpromenade und Familien vom Auesee zusammenkommen.
Die Clubgaststätte: Café am Hafen
Die Gaststätte im Clubhaus des Weseler Kanu-Clubs tritt unter mehreren Namen auf. Auf ihrer eigenen Website heißt sie Restaurant & Café Weseler Kanu-Club und „Kanu am Yachthafen“, im Stadtgutschein von Wesel und in Kartendiensten erscheint sie als Café am Hafen oder als Gaststätte Weseler Kanu Club. Gemeint ist immer dasselbe Haus Am Yachthafen 3. Die Gaststätte bezeichnet sich selbst als Clubgaststätte des Weseler Kanu-Club 1925 e.V., wird aber von einer eigenständigen Wirtin betrieben. Der Verein verweist auf seiner Website unter „Für Gäste“ auf sie.
Die Gaststätte ist öffentlich, man muss also nicht Vereinsmitglied sein. Sie hat eine große Sonnenterrasse mit Blick auf den Yachthafen und liegt wenige Schritte vom Strandbad Auesee und von der Weseler Rheinpromenade entfernt. Die Küche ist nach eigener Beschreibung gutbürgerlich, mit wechselnden Saisonkarten, vegetarischen Gerichten und hausgemachtem Kuchen. Hunde sind willkommen. Für Feiern gibt es einen kleinen Saal für bis zu 25 Personen und einen großen Saal für größere Gesellschaften. Kanuten, die auf dem Vereinsgelände übernachten, melden sich bei ihrer Ankunft in der Gaststätte an.
Öffnungszeiten beim Betreiber. Speisekarte, Saalvermietung und Kontakt stehen auf der Website der Gaststätte. Tische werden dort nur telefonisch reserviert.
Bootshaus und Revier
Das Bootshaus liegt Am Yachthafen 3 in 46487 Wesel, in einer Sackgasse zwischen Rheinpromenade und Auesee. Von der Innenstadt fährt man am Willibrordi-Dom vorbei die Fischertorstraße Richtung Rhein, am Freibad und am Minigolfplatz vorbei, und biegt vor dem Deich zum Auesee links in die Straße Am Yachthafen ein. Der Kanu-Club ist dort der zweite Verein auf der linken Seite. Vom Wasser aus erreicht man ihn bei Rhein-Kilometer 816,5: etwa 500 Meter in den Sporthafen hinein, dann links am Steg. Der Steg wird im Frühjahr eingesetzt und im Spätherbst wieder herausgenommen.
Der Rhein ist hier ein breiter Strom und Bundeswasserstraße, auf dem man sicher paddeln können sollte, bevor man allein hinausfährt. Ruhiger ist die Lippe, die bei Wesel in den Rhein mündet und auf den letzten Kilometern ab Schermbeck und Krudenburg ein beliebtes Ziel der Vereinsfahrten ist. Was du an der Lippe beachten musst, von Befahrungsregeln bis zu Einsetzstellen, steht in unserer Übersicht zur Kanutour auf der Lippe. Für Fahrten auf der Ruhr, die ebenfalls im Programm des Vereins steht, hilft unsere Seite zum Kanuverleih an der Ruhr. Weitere Vereine, Verleiher und Kanu-Stationen am Niederrhein findest du im Branchenbuch von Kanu zum Frühstück.
Gäste auf dem Vereinsgelände
Der Weseler Kanu-Club stellt sein Vereinsgelände Mitgliedern des Deutschen Kanu-Verbands und durchreisenden Kanuten zum Übernachten zur Verfügung, sofern keine eigene Veranstaltung ansteht. Wer mit dem Boot auf dem Rhein unterwegs ist, kann also im Sporthafen anlegen und sein Zelt aufschlagen. Der Verein bittet darum, sich frühzeitig per E-Mail anzumelden und sich bei der Ankunft in der Clubgaststätte zu melden. Es gibt Strom und eine Warmwasserdusche. Die Gebühren stehen auf der Website des Vereins.
Für Wohnmobile verweist der Verein auf einen Stellplatz etwa 500 Meter weiter, für Wohnwagen auf den Campingplatz auf der Gravinsel. Einen Bootsverleih bietet der Verein nach seiner Website nicht an. Worauf es beim Leihen eines Bootes ankommt, erklärt unser Ratgeber Kanuverleih: Darauf musst du achten, und wie Übernachtungsplätze bei Vereinen funktionieren, steht auf unserer Seite Kanu-Station finden.
Mitmachen
Der einfachste Einstieg ist das Schnuppertraining. Es findet in der Paddelsaison zwischen April und Oktober an zwei festen Wochentagen am Bootshaus statt, außerhalb der Schulferien. Du brauchst Sportkleidung und Schuhe, die nass werden dürfen, und vollständige Wechselkleidung. Die genauen Termine und die Ansprechadressen für Erwachsene und für die Jugend stehen auf der Jugendseite und der Seite Kanu-Freizeitsport des Vereins.
Für Kinder gibt es zusätzlich einen Kinderpaddelkurs und in den Sommerferien ein Ferienaktionsprogramm. Die Mitgliedschaft gibt es für Schüler und Jugendliche, Erwachsene, Ehepaare und Familien. Den Mitgliedsantrag und die aktuellen Beiträge findest du auf der Anmeldeseite des Vereins. Wer sein eigenes Boot mitbringt, kann im Bootshaus einen Liegeplatz bekommen. Einen Überblick über Kanuvereine in anderen Regionen gibt unsere Seite Kanu-Club finden, und Veranstaltungen von Vereinen aus ganz Deutschland stehen in unserem Terminkalender.
