Weltcupwochenende in Duisburg: 5 x Gold, 1x Silber und 5 x Bronze

Was für ein Weltcupwochenende? Nachdem unsere Kanu-Rennsportler am Freitag einen goldenen Auftakt feierten, legten Sie gestern und heute 5 x Gold, 1 x Silber und 5 x Bronze nach.

Weltcup Samstag: Rendschmidt und Oeltze/Kretschmer sorgen für weitere DKV-Siege

Im ersten Finale des gestrigen Tages mit deutscher Beteiligung ging es für die beiden Olympiasieger und Weltmeister Tom Liebscher sowie Max Rendschmidt nicht nur um Weltcup-Gold, sondern auch um die internationale Qualifikation für die Europa- und Weltmeisterschaft. Der Schnellste in diesem Duell fährt den K1 1.000m auf den beiden internationalen Höhepunkten. Nach einem guten Start führte Rendschmidt das stark besetzte Feld an, überließ kurzzeitig den Belgier Artuur Peters die Führung, holte sich diese im letzten Streckenviertel wieder zurück und machte somit den Sieg vor Peters und Liebscher perfekt. „Ich bin im K1 im Wettkampf noch nie unter 3.30 Minuten gefahren und hier jetzt 3:26.559 Minuten, das ist echt der Hammer. Mein Ziel war der A-Endlauf und dann wollte ich schauen was geht, ich habe ja im Einer international noch keine große Erfahrung. Es hat alles geklappt. Man darf aber nicht vergessen, es ist am Anfang der Saison, ich muss noch zeigen, dass ich diese Leistung halten kann, aber ich gebe mein Bestes.“ Bronzemedaillengewinner Tom Liebscher zeigte sich ebenfalls zufrieden und meinte: „Ich habe die Form nach Szeged halbwegs pünktlich wiedergefunden, Max war heute der verdiente Sieger, aber er wird es im Training in den kommenden Wochen nicht leicht haben, das kann ich ihm versprechen. Heute hat noch einiges bei mir gefehlt, aber es geht weiter nach oben“, so der Dresdner.

Das zweite Gold erkämpften sich im Canadier-Zweier über 500m die 1.000m Sieger vom Vortag Yul Oeltze und Peter Kretschmer. Mit einem ordentlichen Vorsprung kamen sie vor den Polen Kitewski und Barniak sowie dem chinesischen Boot Wang und Li durch. Kretschmer sagte zu ihrem Rennen: „Nachdem wir im Vorlauf sehr souverän gefahren sind, lief es im Finale teilweise ein bisschen holprig. Es ist ja unser erster gemeinsamer Wettkampf über diese Distanz und nach dem gestrigen Sieg nun das Sahnehäubchen.“

Der Potsdamer Sebastian Brendel holte im Canadier-Einer einen 3.Platz. Er musste den Tschechen Martin Fuksa sowie Isaquias Queiroz des Santos ziehen lassen. „Der Abstand nach vorn hätte zwar ein bisschen kleiner sein können, aber ich bin auf dem Podium, von daher ist es okay. Ich habe mich sauber qualifiziert und kann nun entspannt die nächsten Aufgaben angehen. Bis zur WM ist ja noch genug Zeit“ so Brendel.

Eine weitere Bronzemedaille steuerte der C2 der Damen über 500m mit der Berlinerin Lisa Jahn sowie Sophie Koch aus Karlsruhe bei. Nach einem starken Start und guten Rennverlauf auf der Strecke mussten sie sich lediglich den Weltmeisterinnen Vincent und Vincent-Lapointe aus Kanada sowie dem Zweier aus China Ma und Sun geschlagen geben. Lisa Jahn zu ihrem Rennen: „Ich hatte schon etwas Schiss vor dem Finale, wir hatten ja noch keine Wettkampfzeit und wussten daher nicht wo wir stehen. Ich habe mich im Finale dann voll auf die Kanadierinnen konzentriert und einfach versucht dranzubleiben. Das war auf jeden Fall gut. Aber man darf nicht vergessen, dass hier noch einige starke Nationen wie z. B. Ungarn, Russland und Weißrussland fehlten.“

Gold für den Herren K4 und Annika Loske am Weltcupsonntag

Die amtierenden Weltmeister im Kajak-Vierer Max Rendschmidt, Ronald Rauhe, Tom Liebscher und Max Lemke blieben auch heute auf der 500m Strecke ungescheschlagen und holten somit das vierte Gold für den DKV. Durch einen starken Endspurt setzten Sie sich gegen das bei der 250m Marke noch führende ungarische Boot durch und siegten am Ende mit 0,8 Sekunden Vorsprung vor Ungarn und Russland. Schlagmann Max Rendschmidt sprach nacher von einem „sehr harten Rennen“ und meinte: „Es rumpelt noch ein bisschen, aber dafür, dass wir nur wenig zusammen trainieren konnten, war es eigentlich recht gut. Bis zur EM in 14 Tagen gibt es aber noch ein paar Sachen zu tun.“ Ronald Rauhe ergänzte: „Es fehlt noch etwas an der Feinabstimmung. Wir sind alle vier ja sehr sensible Perfektionisten im Boot, von daher ist es Meckern auf hohem Niveau, wenn wir uns noch an Kleinigkeiten stören.“

Für das zweite Gold heute sorgt die Potsdamerin Annika Loske im C1 5.000m. In einem kontrollierten Rennen verwies sie die Tschechin Jana Jezova auf Platz 2 sowie Megumi Tsubota aus Japan auf Platz 3.

Max Hoff tat es ihr gleich und siegte ebenfalls auf der 5.000m Distanz im Kajak-Einer der Herren. Das fünfte Gold für die deutschen Kanuten an diesem Wochenende. Auf Platz 2 und 3 kamen die Norweger Eivind und Jon Amund Vold.

Für ein weiteres Highlight heute sorgten die beiden Canadier-Herren Stefan Kiraj und Jan Vandrey aus Potsdam. Kiraj setzte sich dabei um knapp acht Hundertstelsekunden vor seinem Vereinskollegen durch, der mit einem riskanten Zielsprung Bronze sicherte, dabei allerdings eine Kenterung in Kauf nehmen musste. „Wenn es um die Medaillen geht, muss man schon mal das höchste Risiko eingehen“, meinte Jan Vandrey. Kiraj nach dem Rennen: „Wir hatten beide gehofft eine Medaille zu kriegen und freuen uns total darüber, daran hätte auch nichts geändert, wenn Jan Silber und ich Bronze bekommen hätte. Heute waren die Bedingungen mit Gegenwind für mich etwas besser, es hätte aber auch anders ausgehen können.“

Im C1 über 500m fuhr Sebastian Brendel (Potsdam) wie schon im C1 über 1000m hinter dem Sieger Martin Fuksa (CZE) und Isaquias Queiroz des Santos (BRA) auf den Bronzerang und zeigte sich damit zufrieden: „Die beiden fahren nun schon über mehrere Jahre mit vorn und haben es auf jeden Fall verdient. Oft genug habe ich ja gewonnen. Mal sehen, ob ich den 500m-Einer auch zur WM fahre, zutrauen würde ich es mir schon. Zur EM aber werde ich mich auf die 1000 und die 5000m konzentrieren“, so der Potsdamer. Auf Platz vier im 500m-Finale kam das zweite deutsche Boot mit dem zweifachen Goldmedaillengewinner im C2 Peter Kretschmer.

Thomas Konietzko und sein Fazit

Mit siebenmal Gold, einmal Silber und fünfmal Bronze geht ein erfolgreiches Weltcup Wochenende dem Ende entgegen. Das sagt der Präsident des DKV, Thomas Konietzko: „Ich bin von den Ergebnissen nicht überrascht. Wir haben in Disburg ein bärenstarkes Kajak-Herren Team, ein gutes Canadier-Herren Team, nicht so starke Kajak-Damen und erfreuliche Fortschitte bei den Canadier Damen gesehen. Im Kajak der Damen ist uns deutlich aufgezeigt worden, dass wir mehr tun müssen. In Sachen Qualifikation ist die Entscheidung über unsere Boote in den olympischen Klassen auf dem Wasser gefallen, das eine oder andere Talent wird aber in den nichtolympischen Klassen sicher eine Chance erhalten.“

Hier geht es zu den Ergebnissen. In zwei Wochen steht der nächste Meilenstein in Richtung WM an. Es geht zur Europameisterschaft nach Belgrad.

4 Gedanken zu „Weltcupwochenende in Duisburg: 5 x Gold, 1x Silber und 5 x Bronze

  1. Herzliche Gratulation den erfolgreichen Kanuten. Es wird eine spannende Saison werden. Wie schade das die öffentlich-rechtlichen Sender diesen schönen Sport nur am Rande zur Kenntnis nehmen.Ihre begeisterte Kanuanhängerin Doris Trappe.

    1. Guten Morgen Frau Trappe,

      die Glückwünsche gebe ich gerne weiter. Bleiben Sie uns weiter so treu, lesen, teilen und kommentieren unsere Beiträge, dann werden wir ganz bestimmt auch bald wieder von den öffentlich-rechtlichen Sendern wahrgenommen. Kennen Sie eigentlich den Beitrag in der Sportschau: https://www.sportschau.de/weitere/kanu/video-kanu-weltcup-max-rendschmidt-sichert-wm-ticket-100.html ?

      Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Dienstag.

      Viele Grüße
      Hannes Wagner

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