Franz Anton und Hannes Aigner sind Weltmeister

Wiedermal hat der Deutsche Kanu-Verband (DKV) seine Vormachtstellung unter den Deutschen Sportverbänden unter Beweis gestellt. Mit zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze am Ende der Kanu-Slalom Weltmeisterschaften 2018 in Rio de Janeiro lieferten die Kanuten wieder ab. Die Hälfte der DKV-Athleten stand im Finale, in drei von vier olympischen Disziplinen waren sie sogar auf dem Podium vertreten.

WM-Gold für Franz Anton

Lange musste der Weltcup-Fünfte Franz Anton auf einen Weltmeister Titel im Canadier-Einer warten. Nun holt er sich sein WM-Gold im Einzel auf der Olympiastrecke, auf der er bei den Olympischen Spielen 2016 die Medaille im Zweier-Canadier nur knapp verpasst hatte. Der Leipziger paddelte  auf einem sehr anspruchsvoll gestecktem Kurs fehlerfrei und siegte mit knapp einer Sekunde Vorsprung auf Westley (Groß Britannien) und knapp zwei Sekunden auf seinen Teamkollegen dem Augsburger Sideris Tasiadis. Für Tasiadis ist es das erste Mal auf einem WM-Podest. Bronze holte auch die Europameisterin Ricarda Funk. Die DKV-Athletin aus Bad Kreuznach hatte bereits am Tor 2 eine Berührung, kassierte 2 Strafsekunden, ging daraufhin volles Risiko und kam 3,26 Sekunden hinter der großen Favoritin Jessica Fox aus Australien ins Ziel.

Hannes Aigner holt zweiten WM-Titel für den DKV

Am zweiten Finaltag holte der Augsburger Hannes Aigner den zweiten Weltmeistertitel für den Deutschen Kanu-Verband. Aigner ging sehr ambitioniert in den Kurs, hatte einen richtig guten Lauf und kam im Ziel mit 0,96 Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Jiri Prskavec ins Ziel. Auf Platz drei kam überraschend der Russe Pavel Eigel.

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Der Augsburger Hannes Aigner im Ziel (Quelle: www.kanuslalomteamdeutschland.de)

Die Stimmen zur Kanu-Slalom WM 2018

Franz Anton: „Ich freue mich riesig“, sagte der LKC-Athlet, der auch rückblickend auch das traurige Ereignis von 2016 vor Augen hatte:  „Ich habe gerade in diesen Tagen sehr oft an Stefan gedacht. Die guten Erinnerungen an ihn haben mir Kraft gegeben.“ (Trainer Stefan Henze war 2016 in Rio bei einem schweren Auto-Unfall ums Leben gekommen.)

Sideris Tasiadis: „Mein Finallauf war ok, ich habe unten etwas verloren. Das war ärgerlich für mich, aber ich bin trotzdem zufrieden und sehr froh, meine erste WM-Medaille geholt zu haben.

Ricarda Funk: „Nach dem ich Tor zwei berührt hatte, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich das noch bis unten bringe. Aber dann hab ich mir gesagt – ‚scheiß drauf‘, ich geb jetzt nochmal richtig Gas.“

Hannes Aigner: „Ich hab alles riskiert, hatte einen richtig guten Lauf und bin jetzt super happy, dass es geklappt hat.“

Chef-Trainer Michael Trummer: „Wir sind bei dieser WM in drei von vier olympischen Entscheidungen auf dem Podest gewesen, haben im Canadier-Einer mit Franz Anton Gold und mit Sideris Tasiadis Bronze gewonnen, im Kajak der Damen hat Ricarda Bronze geholt. Hannes legt zum Abschluss dann noch eine goldene oben drauf. Hinzu kommt das Mannschafts-Silber der Damen-Kajaks. Die Hälfte aller unserer Sportler hat im Finale gestanden. Wenn das vorher jemand gesagt hätte, das hätte wohl keiner geglaubt“

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