Die Kanu-Rennsport Weltmeisterschaft 2019 – Alle Infos und Links

Die Kanu-Rennsport Weltmeisterschaft 2019 steht vor der Tür. In Szeged werden nicht nur Weltmeistertitel vergeben, sondern auch die Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. Für die Kanu-Rennsportler des Deutschen Kanu-Verbands ist die Kanu-WM wohl einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zu Olympiagold. Wir haben für euch einige Highlights der anstehenden Weltmeisterschaft herausgesucht. Zudem findet ihr in dem Beitrag alle wichtigen Links zum Livestream, zu den Ergebnissen und natürlich zu den Starterlisten. Dieses Inhaltsverzeichnis vereinfacht euch die Navigation. Einfach auf den Punkt klicken, zu dem ihr mehr erfahren wollt.

  1. Holt sich Brendel Gold bei der Kanu-Rennsport WM 2019?
  2. Hoff und Schopf stehen vor ihrer ersten großen Bewährungsprobe
  3. Yul Oeltze und Peter Kretschmer wollen den Hattrick
  4. Deutschland vs. Spanien – Das Duell im K4 500 m
  5. Die Links zu den Starterlisten/ Ergebnissen und zum Livestream

Holt sich Brendel Gold bei der Kanu-Rennsport Weltmeisterschaft 2019?

Sebastian Brendel ist zweimaliger Olympiasieger im C1 1.000 m. Nachdem er 2012 in London sein erstes Olympiagold geholt hatte, triumphierte er 2016 auch in Rio. Seit 2014 gewann der Spitzenathlet vom KC Potsdam jeden Weltmeistertitel über diese Distanz. In dieser Saison war seine Form noch nicht herausragend. Ein 4. Platz beim Eröffnungs-Weltcup in Poznan, dann eine Woche später wieder nur die Holzmedaille beim Heim-Weltcup in Duisburg. Es ist lange her, dass der 31-Jährige eine Weltcup-Saison ohne Podium erlebt hat. Doch Brendel ist so erfahren, dass er sich im Laufe einer Saison immens steigert. In 2017 und 2018 war es genauso. Allerdings haben da auch noch ein paar andere Canadier-Fahrer ein Wort mit zureden.

Fuksa, dos Santos und Cordova machen Brendel Konkurrenz im C1 1.000 m

Für Sebastian Brendel wird ein harter Kampf um WM-Gold. (Bild: Martina Tirolf)

Der Tscheche Martin Fuksa ist müde bei einer WM immer nur hinter Brendel ins Ziel zu kommen. Silber hinter dem Deutschen bei den letzten drei Weltmeisterschaften, sein Triumph in Baku, gab dem 26-Jährigen endlich einen Vorgeschmack darauf, wie es sich anfühlt, im C1 1.000 m ganz oben auf dem Podium zu stehen. Der Brasilianer Isaquias Queiroz dos Santos jagt Brendel seit den Olympischen Spielen in Rio. Bei seinen Heimspielen belegte er den 2. Platz. Bei der Kanu-Rennsport WM 2017 und 2018 wurde er jeweils dritter. Er ist gerade erst 25 Jahre alt und hat das Alter auf seiner Seite. Ob das ausreichen wird, sehen wir in der nächsten Woche. Der erst 18-jährige Kubaner José Cordova sorgte für Gänsehaut, als er auf der Innenbahn als er bei der Saison Eröffnung beim Weltcup in Poznan an allen namhaften Athleten vorbeiflog und letztendlich auch siegte. Er startete nicht in Duisburg, sondern zeigte mit einer beeindruckenden Goldmedaille bei der Junioren-WM, dass mit ihm auch in Szeged 2019 zu rechnen ist.

Max Hoff und Jacob Schopf stehen vor ihrer ersten großen Bewährungsprobe

2 Generationen ein Ziel: Kanu-Rennsport Weltmeister 2019 (Foto: Martina Tirolf)

Die Leistungstiefe bei den deutschen Kajak-Herren ist so groß, dass man beliebig viele K2 1.000 m Kombinationen zusammenstellen kann und eine überdurchschnittliche Chance auf den Gewinn einer WM-Goldmedaille hat. Max Rendschmidt, jetzt Schlagmann im Herren K4 500 m, und Marcus Gross gewannen 2016 in Rio Gold. Bei der Kanu-Rennsport WM im vergangenen Jahr holte Groß mit dem Rennsport-Veteran Max Hoff von der Kanusport-Gemeinschaft Essen ebenfalls Gold. Es sah so aus, als hätten sich die Bundestrainer um Arndt Hanisch auf diese Kombination für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 festgelegt. Doch dann kam alles anders. Durch lange Krankheit zum Anfang der Saison fiel der Berliner Marcus Groß aus, sodass sich Hoff nach einem neuen Partner umsehen musste. Das Rennen machte der Youngster Jacob Schopf vom Köpenicker Kanusportclub Berlin. „Jacob hat in den nationalen Prüfungen so gute Arbeit geleistet und wir wussten, dass er einer der schnellsten in unserem Team ist, aber es ist nicht so einfach. Nur weil man die beiden schnellsten Leute zusammenbringt, bedeutet das nicht, dass man das schnellste Boot hat, aber von Tag zu Tag wird es besser. Wir haben noch viel zu tun.“ so Max Hoff. Beim ersten Kanu-Rennsport Weltcup in Poznan holten das neu zusammengestellte Duo direkt Gold mit mehr als 2 Sekunden Vorsprung.

Auch die internationale Konkurrenz will WM Gold in Szeged

Doch die internationale Konkurrenz schläft nicht. So mussten sich Hoff/ Schopf in Duisburg den Franzosen Cyrille Carre und Etienne Hubert geschlagen geben. Bei der Kanu-Rennspport WM 2019 in Szeged haben wir noch ein paar andere Boote auf dem Zettel, die Hoff und Schopf den Weltmeister titel streitig machen könnten. Ganz oben stehen da die Spanier Francesco Cubelos und Ingo Pena. Sie sind die Vizeweltmeister vom Vorjahr. Dann dürfen wir nicht die Serben vergessen. Marko Tomicevic und Milenko Zoric holten in Rio Silber, 2017 sogar WM Gold. Bei der Weltmeisterschaft im Portugal im letzten Jahr kamen sie auf den 3. Platz. Und dann wären da noch das junge Boot aus Australien. Riley Fitzsimmons und Jordan Wood sind ehemalige U23-Weltmeister und landeten bei der Kanu-WM im letzten Jahr auf den 5. Platz. Sie sind noch jung, lernfähig und heiß auf WM-Gold.

Yul Oeltze und Peter Kretschmer wollen den Kanu-WM Hattrick

Oeltze und Kretschmer wollen den Hattrick (Bild: Martina Tirolf)

Enttäuschung war fehl am Platz, als Yul Oeltze vom Sportclub Magdeburg und Peter Kretschmer von der SCDHfK Leipzig im C2 1.000 m „nur“ als Zweite beim Heim-Weltcup in Duisburg die Ziellinie überquerten. Was für sie noch wichtiger war, war das Team im Canadier-Zweier, das den vierten Platz belegte – die amtierenden Olympiasieger Sebastian Brendel und Jan Vendrey. Nur das erste deutsche Boot, das die Linie überquerte, buchte einen Platz bei der Kanu-Rennsport Weltmeisterschaft 2019 in Szeged. Sie waren fast vier Sekunden vor Brendel und Vandrey ins Ziel gekommen und hatten damit ihren Platz bei der Kanu-Rennsport WM gebucht. Oeltze und Kretschmer haben es verdient, bei den Herren C2 1.000 m bei den Meisterschaften und Olympiaqualifikationen in Ungarn als Favorit auf die Goldmedaille zu starten, und das nicht nur, weil sie seit 2017 fast unschlagbar sind. Sie haben bis heute die besten der Welt geschlagen, aber in vielerlei Hinsicht war das der einfache Teil. Die größte Herausforderung für Oeltze und Kretschmer ist es manchmal nur zu beweisen, dass sie die Besten im eigenen Land sind.

Diese C2 1.000 m Teams wollen den Hattrick verhindern

Unter denjenigen, die versuchen, den WM-Hattrick von Oeltze und Kretschmer zu verhindern, sind die Rio-Zweiten Erlon do Souza Silva und Isaquias dos Santos. Die Brasilianer waren 2015 in Mailand Weltmeister und 2017 Vierter. Auch auf die Kubaner Serguey Torres Madrigal und Fernando Jorge Enriquez sollte das deutsche Duo im Auge behalten. Sie sind die Silbermedaillengewinner hinter Oeltze und Kretschmer bei den letzten beiden Weltmeisterschaften. Hao Liu, der die Deutschen in Duisburg zusammen mit seinem Partner Pengfei Zheng geschlagen hat, wird in Szeged sein, aber Pengfei Zheng ist aus dem Boot, ersetzt durch Hao Wang. China hat eine unglaubliche Tiefe in den Kanu-Klassen und die Kombination Liu/Wang wird in Ungarn sicher für Aufmerksamkeit sorgen.

Deutschland vs. Spanien – Das Duell im K4 500 m bei der Kanu-Rennsport WM 2019

Rendschmidt, Rauhe, Liebscher und Lemke wollen das dritte WM-Gold in Folge. (Bild: Martina Tirolf)

Als Land, das für seine Präzision bekannt ist, war es nicht verwunderlich, dass das Team vom Deutschen Kanu-Verband die ersten waren, die die neue olympische Disziplin der Herren im K4 500 m meisterte. Der Übergang vom weltbesten K4 1.000 m zum weltbesten K4 500 m verlief nahezu reibungslos. Ein Triumph, den der Rest der Kanu-Rennsport Welt seit jeher versucht nachzuahmen. Natürlich hilft es, wenn man, wie die beiden Bundestrainer Herren Arndt Hanisch und Stefan Ulm, auf eine derart einzigartige Leistungstiefe zurückgreifen kann. Hanisch und Ulm haben einen ganzen Schrank voller 1.000 m und 200 m Paddler von denen jeder jederzeit im Kajak-Einer um Gold kämpfen könnte. Ins Boot haben es Max Rendschmidt von der Kanurenngemeinschaft Essen und Tom Liebscher vom Kanu Club Dresden geschafft. Beide saßen bereits im Gold K4 von Rio. Weiter gehört Max Lemke vom Kanu Club Potsdam zur Crew. Mit seinen 22 Jahren ist er der Jungspund im Boot. Das vierte Mitglied ist eine wahre Kanu-Legende. Ronald Rauhe ebenfalls vom Kanu Club Potsdam ist fünfacher Olympionik, Olympiasieger, Weltmeister und wohl der Dreh- und Angelpunkt des Herren K4. Zusammen sind sie Weltrekordhalter und Weltmeister 2017 sowie 2018. Allerdings können sich die vier auf einen harten Kampf bei der Kanu-Rennsport Weltmeisterschaft 2019 einstellen.

Spanien ist WM-Silber müde

Die Spanier haben bei den Kanu-Rennsport Weltmeisterschaften 2017 und 2018 jeweils Silber hinter dem Deutschen Boot geholt. Allerdings haben Sie den deutschen K4 auch schon geschlagen. Bei der EM 2018 siegten sie in einem atemberaubenden Finish mit 0,014 Sekunden vor Rauhe und Co. Auch die Spanier sind hervorragend besetzt. Mit Marcus Walz sitzt der amtierende Olympiasieger im K1 1.000m im Boot. Dazu kommt Saul Craviotto, der in London im K1 200 m Silber gewann. Zudem sollte man den russischen Kajak-Vierer auf der Rechnung haben. Sie gehen mit dem gleichen K4 an den Start, der in Minsk bei den European Games Gold gewann. Natürlich sind auch die Tschechen und Ungarn nicht zu unterschätzen.

Selbstredend ist diese Aufzählung von Highlights unvollständig. Es gehen natürlich noch weitere Athleten des Deutschen Kanu-Verbands mit Medaillenchancen bei der WM an den Start. Hier fallen uns als erste der Damen K4 500 m mit Sabrina Hering-Pradler, Franziska John, Caroline Arft und Tina Dietze ein. Auch der Damen K2 500 m mit Jasmin Fritz und Steffi Kriegerstein wird als WM-Dritter des Vorjahres auch dieses Jahr um die Medaillen mitfahren und natürlich wird auch der aktuelle Weltmeister, der Herren K4 über die 1.000 m seinen Titel verteidigen wollen. Dieses Jahr im Boot Tobias-Pascal Schultz, Lukas Reuschenbach, der frischgebackene U23 K1 1.000 m Weltmeister Jakob Thordsen und Felix Frank. Wir wünschen den Athleten und Betreuern der Deutschen Mannschaft maximale Erfolge.

Livestream und Ergebnisse zur Kanu-Rennsport-WM 2019

Die Kanu-Rennsport Weltmeisterschaft 2019 ist bereits die vierte Kanu-WM in Szeged. Die Ungaren sind echte Kanufreaks! Die Regattastrecke ist neu gestaltet worden und der Ungarische Kanu-Verband hat viel investiert, damit die Athleten und vor allem auch die Zuschauer ein Weltklasse-Erlebnis haben.

Im Livestream könnt ihr die Rennen live miterleben

Der Internationale Kanu-Verband (ICF) hat einen Livestream auf der Verbandswebsite zur Verfügung gestellt. Hier geht es direkt zum Livestream. Solltet ihr einige Rennen verpasst haben, so könnt ihr auf der rechten Seite, des Players euch den jeweiligen Wettkampftag aussuchen und nachgucken.

Die Ergebnisse und Starterlisten zur Kanu-WM 2019

Die Ergebnisse bzw. Starterlisten könnt ihr ebenfalls auf der Eventwebsite der Kanu-Rennsport Weltmeisterschaft 2019 des ICF abrufen. Hier geht es direkt zu den Ergebnissen.

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