Weltcup-Finale in La Seu: Ricarda Funk ist Gesamtweltcup-Zweite im Kajak-Cross
Das Wichtigste in Kürze
- Gesamtweltcup-Zweite: Ricarda Funk belegt in der Kajak-Cross-Wertung Platz zwei, punktgleich mit der Britin Kimberley Woods. Es gewinnt die Französin Camille Prigent mit drei Punkten Vorsprung.
- Mit einem Weltcup weniger: Prigent war bei allen fünf Weltcups am Start, Funk und Woods haben je einen ausgelassen.
- Rang fünf in La Seu: Funk kämpfte sich über den Hoffnungslauf bis ins Halbfinale. Dort bremste sie erneut eine schlechte Startposition auf der Rampe.
- Bester deutscher Mann: Marten Konrad (WSC Dormagen) erreichte nach einer starken Aufholjagd im Viertelfinale das Halbfinale.
- Olympia im Blick: Cheftrainer Thomas Apel sieht das Team im Cross der Damen gut aufgestellt. Im Slalom liege dagegen „noch jede Menge Arbeit“ vor der Mannschaft.
Eine Medaille gab es für das deutsche Team auch am letzten Tag des Weltcup-Finales in La Seu d’Urgell nicht. Zu feiern gab es trotzdem etwas. Nachdem im klassischen Slalom kein deutsches Boot ein Finale erreicht hatte, sicherte sich Ricarda Funk im Kajak-Cross den zweiten Platz im Gesamtweltcup.
Überraschend kam das auch für sie selbst. „Dass jetzt noch ein Gesamtweltcup-Zweiter herausgekommen ist, ist sehr überraschend für mich, weil ein Weltcup gefehlt hat. Ich bin sehr happy“, sagte die 34-Jährige vom KSV Bad Kreuznach.
Funk: Der Umweg über den Hoffnungslauf
Leicht machte es sich Funk an diesem Sonntag nicht. Schon ihr erster Lauf misslang. Nach einem Fehler kam sie nur als Vierte ins Ziel und musste in den Hoffnungslauf, die Repechage. Dort wurde sie Zweite und war damit wieder im Rennen.
Danach lief es. Achtel- und Viertelfinale gewann die Rheinländerin, sie traf in beiden Läufen taktisch sehr gute Entscheidungen. Im Halbfinale war dann Schluss. Wieder erwischte sie eine schlechte Startposition auf der Rampe, kam nicht ins schnelle Wasser und hatte das Nachsehen gegen Monica Doria aus Andorra und Camille Prigent. Am Ende stand Rang fünf.
„Ich bin sehr zufrieden mit meiner gesamten Cross-Saison“, sagte Funk. Sie räumte aber auch ein: „Mein Fokus lag weiter auf dem Slalom. Aber beim Cross war ich im Modus, ich konnte umschalten und habe heute auch die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Nach der Extrarunde über die Repechage habe sie sich gut erholen können.
Im Kajak-Cross starten vier Boote nebeneinander von einer Rampe. Wer eine ungünstige Position erwischt, landet nicht in der schnellen Strömung und muss den Rückstand an den Toren wieder aufholen. Bei gleich starken Gegnerinnen gelingt das selten.
Der Gesamtweltcup im Kajak-Cross der Damen
| Platz | Name | Land | Weltcups |
|---|---|---|---|
| 1. | Camille Prigent | Frankreich | alle fünf |
| 2. | Ricarda Funk | Deutschland | vier von fünf |
| 2. | Kimberley Woods | Großbritannien | vier von fünf |
Zwischen Prigent und den beiden Zweitplatzierten lagen am Ende nur drei Punkte. Funk hatte die Wertung im Vorjahr gewonnen und war mit Silber aus Vaires-sur-Marne ins Finale gereist. Knapper als drei Punkte geht es in einer Saisonwertung kaum.
Herren: Konrad kämpft sich ins Halbfinale
Marten Konrad (WSC Dormagen) war der beste deutsche Mann und zeigte, dass es sich lohnt, bis zum Schluss anzugreifen. Im Viertelfinale sah der 21-Jährige schon wie der abgeschlagene Vierte aus. Am letzten Aufwärtstor attackierte er den Drittplatzierten und zog vorbei. Weil die Jury den Franzosen Mathurin Madore, der als Zweiter ins Ziel gekommen war, wegen eines nicht korrekt befahrenen Tores nach hinten setzte, rückte Konrad auf Platz zwei vor und stand im Halbfinale.
Dort war gegen den Neuseeländer Finn Butcher, Giovanni De Gennaro aus Italien und den Schweizer Martin Dougoud nichts mehr zu holen, zumal auch Konrad eine ungünstige Startposition hatte.
Schützenhilfe vom Teamkollegen
Schon im Achtelfinale hatte Konrad Hilfe bekommen. Im selben Lauf fuhr Felix Sachers (Leipziger KC). Während sich der 19-Jährige am ersten Aufwärtstor mit dem Tschechen Vít Přindiš um die Position stritt, nahm Konrad das andere Aufwärtstor und verschaffte sich Luft. So kam er als Zweiter hinter Butcher weiter. Sachers selbst schied aus. Er hatte vorher schon den Umweg über die Repechage nehmen müssen und deshalb eine ungünstige Position auf der Startrampe.
Stefan Hengst (KR Hamm) war früh ausgeschieden. Der 32-Jährige schaffte auch über den Hoffnungslauf den Sprung ins Achtelfinale nicht.
Damen: Plochmann im Viertelfinale, Herzog mit Torfehler
Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth) setzte sich mit überzeugenden Kopf-an-Kopf-Rennen bis ins Viertelfinale durch. Dort wurde sie Dritte hinter Monica Doria (Andorra) und der Französin Marjorie Delassus und schied aus.
Andrea Herzog (Leipziger KC) hatte im Achtelfinale ein hartes Los mit Jessica Fox aus Australien, der Britin Lois Leaver und der Kanadierin Lea Baldoni. Im Ringen um die Positionen befuhr die 26-Jährige ein Abwärtstor nicht korrekt. Dafür wurde sie auf Platz vier gesetzt, das bedeutete das Aus.
Die deutschen Ergebnisse im Kajak-Cross
| Name | Verein | Klasse | Aus in |
|---|---|---|---|
| Ricarda Funk | KSV Bad Kreuznach | Damen | Halbfinale (Rang 5) |
| Marten Konrad | WSC Dormagen | Herren | Halbfinale |
| Annkatrin Plochmann | SGV Nürnberg-Fürth | Damen | Viertelfinale |
| Andrea Herzog | Leipziger KC | Damen | Achtelfinale |
| Felix Sachers | Leipziger KC | Herren | Achtelfinale |
| Stefan Hengst | KR Hamm | Herren | Hoffnungslauf |
Das Fazit von Cheftrainer Thomas Apel
Für Cheftrainer Thomas Apel war Funks Gesamtergebnis der Lichtblick des Wochenendes. „Wir sind froh, dass wir mit dem Gesamtweltcup-Ergebnis von Ricarda mit einem positiven Aspekt hier losfahren können“, sagte er unmittelbar nach dem Finale, zumal sie einen Wettkampf ausgelassen hatte. „Dieses Endergebnis ist natürlich herausragend und zeugt von ihrer Konstanz in dieser unberechenbaren Disziplin.“
Lob gab es auch für Marten Konrad, „der gezeigt hat, dass er mit den ganz Großen mithalten kann“, und für Annkatrin Plochmann: „Sie hat sich hier sehr tapfer verkauft.“
Deutlich kritischer fiel Apels Blick auf den klassischen Slalom aus. „Wir haben uns in der zweiten Saisonhälfte nicht gut verkauft, haben es nicht geschafft, stabil die Leistungen abzurufen und noch jede Menge Arbeit vor uns.“ Das gelte vor allem für die Kajak-Disziplinen: „Da werden wir im Nachgang der Saison in die Analyse gehen und schauen, welche Hebel wir ansetzen müssen.“
Was das für die Olympia-Quotenplätze heißt
Im Kampf um die Startplätze für Los Angeles 2028 steht das deutsche Team im Cross der Damen mit Ricarda Funk laut Apel sehr gut da. „Wir sind überraschenderweise […] auch mit den mittelmäßigen Leistungen von Sideris und Andrea noch in den Quotenplätzen vertreten“, sagte er über Sideris Tasiadis und Andrea Herzog. Das zeige, wie sehr sich die Ergebnisse derzeit noch durchmischen.
Beruhigen will sich der Cheftrainer darauf nicht. „Wir wissen aber auch, dass sich mit der Arithmetik bei vier Streichrennen nächstes Jahr noch viel zusammenschieben kann und dass wir da nachlegen müssen. Um es positiv zu formulieren: Wir haben viel Potenzial, uns zu verbessern.“
Für die Quotenplätze gehen die fünf besten Ergebnisse aus neun festgelegten Wettkämpfen in die Wertung ein, vier werden gestrichen. Wie das Verfahren aufgebaut ist, erklären wir in Road to LA 2028.
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Wer hat den Kajak-Cross-Gesamtweltcup 2026 gewonnen?
Wie hat Ricarda Funk beim Weltcup-Finale abgeschnitten?
Was ist eine Repechage im Kajak-Cross?
Was passiert, wenn ein Tor nicht korrekt befahren wird?
Wie steht Deutschland bei den Olympia-Quotenplätzen?
Wer war der beste Deutsche bei den Herren?
Wie siehst du das?
Hätte Funk den Gesamtweltcup mit einem Start mehr geholt, oder war Platz zwei das Maximum neben dem Slalom? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
Regeln, Wertungen und die wichtigsten Rennen erklären wir auf unserer Seite zum Kanu-Slalom.
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