Kanu-Slalom-EM in Ivrea: Neun deutsche Boote im Halbfinale, dreimal Platz fünf im Team
Das Wichtigste in Kürze
- Neun von zwölf weiter: Alle sechs deutschen Canadierboote und alle drei Kajakdamen haben das Halbfinale der besten 30 erreicht.
- Bestes Ergebnis: Emily Apel wurde Zweite der Kajak-Qualifikation, Andrea Herzog Sechste im Canadier.
- Starker Nachwuchs: Die 17-jährige Nova Müller ist in beiden Bootsklassen weiter und ließ im Kajak Kimberley Woods und Camille Prigent hinter sich.
- Kajak-Herren raus: Alle drei deutschen Starter scheiterten in der Qualifikation, zwei davon an derselben Torstange.
- Teamwettbewerbe: Dreimal Platz fünf für Deutschland, im Kajak der Herren Rang elf. Die ersten Titel gingen an die Slowakei, Italien und zweimal an Frankreich.
Licht und Schatten zum Auftakt der Europameisterschaften im italienischen Ivrea: Neun der zwölf deutschen Boote haben sich am ersten Wettkampftag für das Halbfinale qualifiziert. Im Kajak der Herren erwischte es dagegen alle drei Starter, zum Teil denkbar knapp.
Erfreulich aus Sicht des Deutschen Kanu-Verbands: Alle Nachwuchsathletinnen und -athleten haben sich sehr gut verkauft, auch die beiden, für die es am Ende nicht gereicht hat.
Am Nachmittag folgten die Teamwettbewerbe und damit die ersten Medaillenentscheidungen. Dort standen für Deutschland dreimal Platz fünf und einmal Rang elf zu Buche.
Kajak der Damen: Apel Zweite, Müller im Halbfinale
Den stärksten Einstieg schaffte Emily Apel (KS Augsburg). Die Augsburgerin kam als Zweite der Qualifikation ins Ziel. Paulina Pirro (KSV Bad Kreuznach) zeigte einen guten Lauf und wurde 21.
Für Aufsehen sorgte Nova Müller (KST Rhein-Ruhr). Die 17-Jährige, jüngste Starterin im deutschen Team, qualifizierte sich als 28. für das Halbfinale der besten 30. Hinter sich ließ sie dabei große Namen wie die Britin Kimberley Woods und die Französin Camille Prigent.
Canadier der Damen: Herzog Sechste
Beste Deutsche im Canadier war Andrea Herzog (Leipziger KC). Die zweifache Weltmeisterin zeigte einen sicheren, soliden Lauf und wurde Sechste. Ihre Vereinskameradin Lucie Krech steht als 23. ebenfalls im Halbfinale.
Nova Müller war auch hier erfolgreich: Als Doppelstarterin kam sie im Canadier auf Platz 28 und ist damit in beiden Bootsklassen eine Runde weiter.
Canadier der Herren: Weber überrascht als Achter
Auch die beiden deutschen Canadier-Herren sind weiter. Herausragend war die Leistung von Anton Weber (Leipziger KC). Der 19-Jährige, einer der fünf Nachwuchsathleten im EM-Team, paddelte fehlerfrei auf den achten Platz.
Lennard Tuchscherer vom selben Verein hatte im Stangenparcours einige Schwierigkeiten. Für den 27-Jährigen reichte es mit Rang 29 aber noch ins Halbfinale der besten 30.
Kajak der Herren: Zweimal dieselbe Torstange
Bitter lief es im Kajak der Herren. Alle drei deutschen Starter schieden bereits in der Qualifikation aus.
Besonders ärgerlich war es für Kilian Käding (Leipziger KC). Eine unglückliche Stabberührung an Tor 16 kostete den 18-Jährigen den Halbfinaleinzug. Ansonsten zeigte er ein starkes Rennen und war als 32. bester deutscher Kajakpaddler. Auf Rang 30, den letzten Halbfinalplatz, fehlten ihm 1,01 Sekunden.
Direkt hinter ihm reihte sich Stefan Hengst (KR Hamm) ein. Der Routinier touchierte dasselbe Tor und verbaute sich ebenfalls das Weiterkommen. Jakob Ungvari (Leipziger KC) ärgerte sich nach seinem Zieleinlauf sehr: Er kam an einem Aufwärtstor zu weit von der Linie ab und musste sich zurück stromaufwärts kämpfen. Das kostete den 18-Jährigen rund zwei Sekunden. Am Ende stand Rang 37 in einem Feld von 57 Booten.
Wer im Kanuslalom eine Torstange berührt, bekommt zwei Strafsekunden auf seine Laufzeit. Bei Läufen, die nur Zehntel auseinanderliegen, entscheidet das über das Weiterkommen. Ein nicht befahrenes Tor kostet sogar 50 Sekunden.
Die deutschen Ergebnisse der Qualifikation
| Name | Verein | Klasse | Platz |
|---|---|---|---|
| Emily Apel | KS Augsburg | Kajak Damen | 2. (Halbfinale) |
| Paulina Pirro | KSV Bad Kreuznach | Kajak Damen | 21. (Halbfinale) |
| Nova Müller | KST Rhein-Ruhr | Kajak Damen | 28. (Halbfinale) |
| Andrea Herzog | Leipziger KC | Canadier Damen | 6. (Halbfinale) |
| Lucie Krech | Leipziger KC | Canadier Damen | 23. (Halbfinale) |
| Nova Müller | KST Rhein-Ruhr | Canadier Damen | 28. (Halbfinale) |
| Anton Weber | Leipziger KC | Canadier Herren | 8. (Halbfinale) |
| Lennard Tuchscherer | Leipziger KC | Canadier Herren | 29. (Halbfinale) |
| Kilian Käding | Leipziger KC | Kajak Herren | 32. (ausgeschieden) |
| Stefan Hengst | KR Hamm | Kajak Herren | direkt hinter Käding (ausgeschieden) |
| Jakob Ungvari | Leipziger KC | Kajak Herren | 37. (ausgeschieden) |
Teamwettbewerbe: dreimal Platz fünf
Am Donnerstagnachmittag fielen die ersten Medaillenentscheidungen. Für die deutschen Boote gab es drei fünfte Plätze und einen elften. Angesichts der vielen Neubesetzungen mit jungen Athletinnen und Athleten ist das ein gutes Ergebnis.
Kajak Damen: Platz fünf vor Spanien und Großbritannien
Emily Apel, Paulina Pirro und Nova Müller starteten gut, verloren auf der Strecke dann Zehntel um Zehntel. Dazu kamen vier Strafsekunden. Am Ende stand ein sehr guter fünfter Platz unter zehn Nationen, vor Spanien, Slowenien, Großbritannien und Tschechien. Europameisterinnen wurden die Slowakinnen vor Italien und Frankreich.
Canadier Damen: schnell, aber acht Strafsekunden
Auch im Canadier waren die Damen schnell unterwegs. Andrea Herzog, Lucie Krech und Nova Müller paddelten ebenfalls auf Platz fünf und ließen Spanien, Slowenien und Tschechien hinter sich. Mehr wäre drin gewesen: Acht Strafsekunden waren zu viel für einen Angriff auf die Medaillen. Den Titel holte Italien vor Frankreich und Großbritannien.
Canadier Herren: fehlerfrei durch den Parcours
Lennard Tuchscherer, Anton Weber und Jakob Ungvari meisterten den Parcours ohne eine einzige Torstabberührung. Das reichte für Platz fünf, vor Nationen wie der Slowakei, Großbritannien und Slowenien. Europameister wurde Frankreich vor Tschechien und Italien.
Kajak Herren: Platz elf unter 14 Nationen
Stefan Hengst und die beiden jungen Jakob Ungvari und Kilian Käding kamen auf den elften Platz von 14 Nationen. Sechs Strafsekunden warfen das Boot zurück: Die reine Fahrzeit von 90,66 Sekunden hätte für Platz neun gereicht. Europameister wurde Frankreich in 86,30 Sekunden vor Tschechien und Großbritannien.
| Teamwettbewerb | Gold | Silber | Bronze | Deutschland |
|---|---|---|---|---|
| Kajak Damen | Slowakei | Italien | Frankreich | 5. |
| Canadier Damen | Italien | Frankreich | Großbritannien | 5. |
| Canadier Herren | Frankreich | Tschechien | Italien | 5. |
| Kajak Herren | Frankreich | Tschechien | Großbritannien | 11. |
Drei Boote einer Nation starten gemeinsam und fahren denselben Parcours. Gestoppt wird, wenn das letzte Boot im Ziel ist. Strafsekunden aller drei Boote zählen zusammen, deshalb entscheiden dort oft nicht die schnellsten Fahrten, sondern die saubersten.
Wie es weitergeht
Am Freitag ab 9 Uhr fallen alle Entscheidungen in den Slalom-Disziplinen: erst die Halbfinals, dann die Finals im Kajak und im Canadier. Am Samstag steht der Kajak-Cross auf dem Programm. Den kompletten Zeitplan und das deutsche Aufgebot findest du in unserem Vorbericht zur EM in Ivrea.
☕ Kaffee spendieren und Kanu zum Frühstück unterstützen
Hinter Kanu zum Frühstück steckt kein Medienkonzern, sondern echtes Herzblut für den Kanu- und Wassersport. Wenn du magst, dass wir die Saison weiter so begleiten, freuen wir uns über einen Kaffee.
☕ Jetzt Kanu zum Frühstück einen Kaffee spendieren ➞Wie siehst du das?
Traust du Emily Apel oder Andrea Herzog am Freitag eine Medaille zu? Schreib uns deinen Tipp in die Kommentare.
- Verleiher, Werkstatt oder Kanu-Station finden: Das bringt dir unser Branchenbuch - 24. September 2026
- Kanu-Slalom-EM in Ivrea: Neun deutsche Boote im Halbfinale, dreimal Platz fünf im Team - 24. September 2026
- Clean River Project sammelt für Umweltbildung: 100.000 Euro, damit Kinder selbst anpacken - 23. September 2026
