Kanu-Slalom-EM in Ivrea: Emily Apel holt Bronze im Kajak
Das Wichtigste in Kürze
- Bronze für Emily Apel: Die Augsburgerin paddelt im Kajakfinale zu ihrer ersten großen internationalen Medaille, einen Tag vor ihrem 24. Geburtstag.
- Europameisterin wurde die Polin Klaudia Zwolinska vor der Italienerin Lucia Pistoni.
- Andrea Herzog Sechste: Die zweifache Weltmeisterin war das einzige deutsche Boot im Canadierfinale.
- Knapp vorbei: Anton Weber lag im Halbfinale bis zum letzten Tor auf Finalkurs, dann kosteten ihn zwei Strafsekunden den Einzug.
- Am Samstag: Der Kajak-Cross entscheidet die EM, erstmals mit Nachtrennen unter Flutlicht.
Was für ein Lauf. Nach all den Rückschlägen und den vielen 50 Strafsekunden, die Emily Apel (KS Augsburg) in der Vergangenheit verkraften musste, ist ihr bei den Europameisterschaften im italienischen Ivrea ihr erster ganz großer Erfolg gelungen: Bronze im Kajak. Einen Tag vor ihrem 24. Geburtstag.
Dass der Lauf saß, war ihr schon im Ziel klar. Entsprechend groß war die Freude bereits dort.
„Mit einer Medaille nach Hause zu fahren, ist doppelt schön“
„Es ist irgendwie schön, wenn ein Lauf gelungen ist, auf den man auch stolz sein kann und dann auch noch mit einer Medaille belohnt wird“, sagte Emily Apel nach dem Finale. Ihr Ziel sei ein zufriedenstellender Lauf gewesen, „mit einer Medaille nach Hause zu fahren, ist doppelt schön“.
Ob das ihr schönstes Geburtstagsgeschenk sei? „Das sehe ich morgen, was ich noch bekomme“, antwortete sie lachend. „Aber das ist schon ein sehr schönes Geschenk, vor allem sich das selber zu machen. Es selber in der Hand zu haben und es selber auch zu Ende zu bringen, macht mich sehr stolz.“
Zufrieden war auch Cheftrainer Thomas Apel, der sie trainiert und zugleich ihr Vater ist. „Emily hatte bereits eine sehr gute Qualifikation gefahren, war sehr solide im Halbfinale. Und dann hat sie im Finale noch eins draufgesetzt“, resümierte er.
Europameisterin wurde die Polin Klaudia Zwolinska, Silber ging an die Italienerin Lucia Pistoni.
Emily Apel war schon als Zweite der Qualifikation ins Halbfinale gefahren. Im Teamwettbewerb stand für sie, Paulina Pirro und Nova Müller am Donnerstag Platz fünf.
Andrea Herzog: Platz sechs im Canadierfinale
Im Canadier hatte sich als einziges deutsches Boot Andrea Herzog (Leipziger KC) für das Finale qualifiziert. Anders als im Halbfinale kam die 26-Jährige ohne Torstabberührung durch den Parcours, doch das Boot lief etwas zäh. Schon im ersten Abschnitt verlor sie Zeit, die sie danach nicht mehr aufholen konnte. Am Ende stand Platz sechs.
„Es ist natürlich immer ärgerlich, als Sechste im Finale dazustehen. Es waren noch Möglichkeiten in meinem Lauf drin. Es lief nicht alles optimal“, sagte sie. An der Torkombination 16/17 habe sie Geschwindigkeit verloren, „und vor allem im Zielsprint stand ich auch noch einmal quer“. Mehr wäre möglich gewesen, „vielleicht auch bis aufs Podest, aber im Finale immer alles zusammen zu bekommen, ist eben genau die Schwierigkeit in unserer Sportart“.
Trotzdem nimmt sie ein positives Gefühl in die nächste Saison mit. Zunächst richtet sich ihr Blick aber auf den Kajak-Cross am Samstag: „Ich hoffe, die Nachtrennen noch mitzuerleben.“
Gold im Canadier der Damen holte die Britin Mallory Franklin vor der Französin Doriane Delassus und Tereza Kneblova aus Tschechien.
Die Halbfinals: viel Licht, ein bitteres Aus
Anton Weber: zwei Strafsekunden am letzten Tor
Richtig ärgerlich verlief das Halbfinale für Anton Weber (Leipziger KC). Nach seinem starken achten Platz in der Qualifikation lag der 19-Jährige bis zum letzten Tor auf Finalkurs. Dort unterlief ihm ein Fehler, er berührte die Torstangen. Zwei Strafsekunden, und der Finaleinzug war weg. Platz 17.
Sein Vereinskamerad Lennard Tuchscherer hatte im Stangenparcours erneut zu kämpfen und handelte sich sechs Strafsekunden ein. Der 27-jährige Canadierspezialist wurde 28.
Nova Müller: 19. beim ersten Start auf diesem Niveau
Stark präsentierte sich die 17-jährige Nova Müller (KST Rhein-Ruhr). Bei ihrem ersten Start auf höchstem internationalem Niveau wurde sie im Kajak-Halbfinale 19. Dass sie mehr wollte, war ihr nach dem Zieleinlauf anzusehen.
Am Nachmittag saß sie erneut im Boot, diesmal im Canadier. Dort zeigte sie zunächst einen sehr schönen Lauf, verlor nach Tor 15 aber komplett die Linie. Dazu kamen zwei Torstabberührungen und damit vier Strafsekunden. Platz 28.
Pirro und Krech verlieren Zeit im Mittelteil
Für Paulina Pirro (KSV Bad Kreuznach) lief das Kajak-Halbfinale nicht nach Wunsch. Die 20-Jährige hatte im mittleren Abschnitt große Probleme, kam bei Tor 13 nicht aus dem wilden Wasser frei und verlor viele Sekunden. Als 26. verpasste sie das Finale der besten zwölf deutlich.
Lucie Krech (Leipziger KC) gelang ein sehr guter Start. Dann misslang ihr die Torkombination acht/neun, sie verlor viel Zeit und touchierte zusätzlich einen Torstab. Im Halbfinale wurde sie 22.
Die drei deutschen Kajak-Herren waren bereits am Donnerstag in der Qualifikation ausgeschieden. Den Titel sicherte sich Jakub Krejci aus Tschechien vor den beiden Italienern Xabier Ferrazzi und Giovanni De Gennaro.
Die deutschen Ergebnisse im Slalom
| Name | Verein | Klasse | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Emily Apel | KS Augsburg | Kajak Damen | Bronze |
| Andrea Herzog | Leipziger KC | Canadier Damen | 6. im Finale |
| Anton Weber | Leipziger KC | Canadier Herren | 17. im Halbfinale |
| Nova Müller | KST Rhein-Ruhr | Kajak Damen | 19. im Halbfinale |
| Lucie Krech | Leipziger KC | Canadier Damen | 22. im Halbfinale |
| Paulina Pirro | KSV Bad Kreuznach | Kajak Damen | 26. im Halbfinale |
| Lennard Tuchscherer | Leipziger KC | Canadier Herren | 28. im Halbfinale |
| Nova Müller | KST Rhein-Ruhr | Canadier Damen | 28. im Halbfinale |
Am Samstag entscheidet der Kajak-Cross
Zum Abschluss der EM steht am Samstag der Kajak-Cross auf dem Programm. Die Einzelläufe beginnen am Nachmittag, die Ausscheidungsrennen ziehen sich bis in den Abend. Wegen der späten Startzeiten wird zum ersten Mal unter Flutlicht gefahren. Für Deutschland sind unter anderem Andrea Herzog, Emily Apel, Paulina Pirro, Stefan Hengst, Felix Sachers und Marten Konrad dabei.
☕ Kaffee spendieren und Kanu zum Frühstück unterstützen
Hinter Kanu zum Frühstück steckt kein Medienkonzern, sondern echtes Herzblut für den Kanu- und Wassersport. Wenn du magst, dass wir die Saison weiter so begleiten, freuen wir uns über einen Kaffee.
☕ Jetzt Kanu zum Frühstück einen Kaffee spendieren ➞Wie siehst du das?
Glückwunsch an Emily Apel: Schreib ihr deine Gratulation gern in die Kommentare. Und wer holt am Samstag im Kajak-Cross unter Flutlicht die Titel?
- Kanu-Slalom-EM in Ivrea: Emily Apel holt Bronze im Kajak - 25. September 2026
- Verleiher, Werkstatt oder Kanu-Station finden: Das bringt dir unser Branchenbuch - 24. September 2026
- Kanu-Slalom-EM in Ivrea: Neun deutsche Boote im Halbfinale, dreimal Platz fünf im Team - 24. September 2026
