Freestyle-Weltcup in Krakau: Deutschland gewinnt die Nationenwertung
Das Wichtigste in Kürze
- Platz eins in der Nationenwertung: Das deutsche Team setzt sich beim Weltcup-Finale in Krakau vor Freestyle-Nationen wie England und Frankreich.
- Zweimal Gold, zweimal Silber am Finaltag, an dem alle Finals zusammen gefahren wurden.
- Lukas Ramsayer gewinnt das Junioren-Kajak und damit den Gesamtweltcup.
- Lucia Hacker wird Zweite im Canadier und Zweite im Gesamtweltcup.
- Zwei WM-Tickets: Ramsayer und Hacker sind für die Weltmeisterschaft 2027 im spanischen Sort qualifiziert.
Es war ein Finaltag, an dem alles auf einmal entschieden wurde: Beim Kanu-Freestyle-Weltcup im polnischen Krakau fuhren am 27. September 2026 alle Finals gemeinsam. Aus den Ergebnissen ergaben sich nicht nur die Tagessieger, sondern auch die Entscheidungen im Gesamtweltcup 2026.
Für das deutsche Team lief es dabei so gut wie selten: zwei Goldmedaillen, zwei Silbermedaillen und am Ende Platz eins in der Nationenwertung. Damit setzte sich die Mannschaft gegen etablierte Freestyle-Nationen wie England und Frankreich durch.
Sebastian Nelle: erst Silber, dann Gold
Den Auftakt machten am Finalmorgen die Herren im Canadier. Sebastian Nelle sicherte sich mit 926,67 Punkten Silber hinter dem Franzosen Tom Dolle, Dritter wurde der Brite Harry Price. Knapp dahinter verpasste Leon Schacher von den Ulmer Paddlern das Podest. Für ihn war es die erste internationale Finalteilnahme.
Am Nachmittag legte Nelle im offenen Canadier nach. Mit 170,00 Punkten im ersten Lauf setzte er sich gegen den Iren Eoghan Kelly durch und holte die erste Goldmedaille für das deutsche Team.
Lucia Hacker: Silber, Platz zwei im Gesamtweltcup und das WM-Ticket
Im Finale der Canadier-Damen kam Lucia Hacker vom KS Augsburg mit 416,67 Punkten auf den zweiten Platz, hinter der Britin Ottilie Robinson-Shaw und vor der Österreicherin Jasmin Stangl-Brachnik.
Dieses Ergebnis entschied zugleich den Gesamtweltcup: Nach ihrem vierten Platz beim ersten Weltcup lag Hacker punktgleich mit der Polin Zofia Tula. Weil sie im Finalweltcup besser platziert war, ging der zweite Gesamtrang an sie.
Daraus folgt noch mehr. Weltcupsiegerin Robinson-Shaw ist als amtierende Weltmeisterin ohnehin für die Weltmeisterschaft 2027 im spanischen Sort gesetzt. Hacker rückt deshalb über den Weltcup nach und hat ihr Startrecht sicher.
Lukas Ramsayer: endlich der Sieg
Im Kajak der Junioren ging eine Saison zu Ende, die bis dahin knapp an den großen Erfolgen vorbeigelaufen war. Lukas Ramsayer hatte sowohl bei der Europameisterschaft als auch beim ersten Weltcup den Vorlauf gewonnen, im Finale aber jeweils nur Bronze geholt.
In Krakau brachte er die Leistung bis zum Schluss auf das Wasser. Mit 1343,33 Punkten gewann er vor dem Spanier Marc Silva Fores und dem Franzosen Arthur Genovese. Damit holte er den Tagessieg, den Gesamtweltcup und die direkte Qualifikation für die WM 2027.
Bei den Juniorinnen verpasste Marie Dimke als Vierte das Podest knapp. Dank ihrer konstanten Saison steht sie im Gesamtweltcup auf Platz drei.
Gefahren wird in einer stehenden Welle oder Walze, nicht auf einer Strecke. In einem Lauf von meist 45 Sekunden zeigen die Fahrerinnen und Fahrer so viele Tricks wie möglich. Jede Figur hat einen festen Wert, Wiederholungen zählen nur begrenzt. Deshalb stehen am Ende dreistellige oder vierstellige Punktzahlen und keine Zeiten.
Die deutschen Plätze im Gesamtweltcup
Über die Medaillen hinaus stehen viele deutsche Namen weit vorn in der Jahreswertung:
| Klasse | Deutsche Platzierungen |
|---|---|
| Canadier Herren | 3. Sebastian Nelle, 8. Leon Schacher |
| Canadier Damen | 2. Lucia Hacker, 5. Anica Schacher, 8. Sonja Hacker, 9. Pia Heinrich |
| Kajak Herren | 6. Roman Glasman |
| Kajak Damen | 8. Lucia Hacker |
| Kajak Junioren | 1. Lukas Ramsayer, 8. Felix Ramsayer |
| Kajak Juniorinnen | 3. Marie Dimke, 5. Marla Wilhelm, 7. Linn Schäfer |
Zehn Athletinnen und Athleten unter den besten zehn ihrer Klasse: Das erklärt den ersten Platz in der Nationenwertung besser als jede einzelne Medaille.
Wie es weitergeht
Die Saison 2026 ist damit beendet. Der nächste große Termin ist die Weltmeisterschaft 2027 im spanischen Sort. Zwei Startplätze sind bereits vergeben, die übrigen entscheidet der deutsche Verband über seine eigenen Qualifikationen.
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