Palm Solo Adventure: Der Kanu-Verband hat die SUP-Weste mit eingebautem Leash-Gurt gefahren
Wer auf dem Stand-up-Paddle-Board Sicherheit ernst nimmt, trägt zwei Dinge: eine Schwimmhilfe und eine Leash mit Schnellverschluss. Bislang waren das zwei getrennte Teile, die Weste und darunter oder darüber ein Hüftgurt. Palm hat den Verschluss jetzt in die Weste gebaut. Das Ressort Stand-Up-Paddling im Deutschen Kanu-Verband hat die neue Solo Adventure gefahren und uns seinen Bericht geschickt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Hüftgurt entfällt. Der Schnellverschluss für die Leash sitzt jetzt im Brustgurt der Weste.
- Getestet hat der Verband selbst, im Rahmen der Arbeitsgruppe SUP und Sicherheit mit den Rettungsgesellschaften.
- Die Zugkraft bleibt dreistufig einstellbar, der Auslösepunkt lässt sich also an die Situation anpassen.
- Der Auftrieb hängt an der Größe, von 40 Newton in XXS bis 55 Newton in XL/XXL.
- 145 Euro kostet die Adventure bei Denk Outdoor, die normale Solo gibt es für 78 Euro.
Warum das Thema gerade jetzt kommt
Seit Juni 2026 gibt es eine gemeinsame Handlungsempfehlung zum sicheren Stand-up-Paddeln. Dahinter stehen die Wasserwacht, die DLRG, der Deutsche Kanu-Verband und der Verband Deutscher Wassersport Schulen. Zur Ausrüstung sagt sie zwei Dinge, die hier zusammenpassen: Eine Schwimmweste mit 50 Newton Auftrieb nach DIN EN ISO 12402-5 gehört an den Körper, und für die Leash gilt die Empfehlung, eine mit Quick Release oder Panikverschluss zu nutzen.
Dazu kommt ein Satz, den viele unterschätzen: Auf dem Fluss soll die Leine möglichst nicht am Fuß befestigt werden. Der Grund ist unangenehm konkret. Hängt die Leine an einem Ast oder an Treibgut fest, zieht die Strömung dich unter Wasser, und du kommst an den Fuß nur schwer heran.
Thomas Hanke-Hanel, Ressortleiter Stand-Up-Paddling im Deutschen Kanu-Verband, beschreibt genau diesen Zusammenhang als Anlass des Tests. In der Arbeitsgruppe SUP und Sicherheit seien die Regeln überarbeitet und Westen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet worden. In diesem Rahmen kam die neue Palm auf den Tisch.
Was Palm geändert hat
Die Solo gibt es seit Jahren. Sie ist schmal geschnitten, hat einen seitlichen Einstieg über Schnallen statt eines Reißverschlusses und ist mit gut einem halben Kilo die leichteste Weste im Palm-Programm. An diesen Eigenschaften hat der Hersteller nichts angerührt.
Neu ist der Brustgurt mit Schnellverschluss. Die Leash wird hinten am Rücken in eine Schlaufe eingehängt, der Auslöser sitzt vorn in Griffweite. Dass der Anknüpfpunkt hoch liegt, ist kein Zufall: Dort verfängt sich die Leine seltener als auf Hüfthöhe, und sie läuft über die Schulter ab, wenn du im Wasser liegst.
Aus dem Bericht des Verbands stammt ein Detail, das auf keiner Händlerseite steht: Die Zugkraft lässt sich weiterhin in drei Stufen einstellen. Du entscheidest also selbst, wie viel Zug nötig ist, bevor die Verbindung aufgeht. Auf dem See darf das mehr sein als im fließenden Wasser.
Was der Kanu-Verband beim Fahren festgestellt hat
Der Bericht kommt ohne Note und ohne Punktzahl aus, dafür mit klaren Aussagen. Entscheidend war der Testgruppe, dass zwei Dinge zusammengehen, die sich sonst widersprechen: genug Bewegungsfreiheit zum Paddeln im Stehen und genug Auftrieb für den Fall, dass man ins Wasser fällt. Beides, so das Ressort, vereint die Solo.
Gelobt wird außerdem, was man erst bei schlechtem Wetter bemerkt. Die Weste hat reflektierende Elemente an den Schultern bekommen, und es gibt sie in einem kräftigen Orange, das auf dem Wasser deutlich besser zu sehen ist als das dunkle Blau. Eine große Bauchtasche nimmt Telefon und Schlüssel auf, im Rücken sitzt eine Tasche für ein Trinksystem.
Das Fazit des Ressorts fällt in einem Satz: eine Weste fürs SUP, die Schwimmhilfe und Leash in einem vereint und dabei noch gut aussieht.
Der Testbericht stammt nicht von uns, sondern vom Ressort Stand-Up-Paddling im Deutschen Kanu-Verband. Thomas Hanke-Hanel leitet dieses Ressort und sitzt in der Arbeitsgruppe, die gemeinsam mit den Rettungsgesellschaften die SUP-Regeln überarbeitet hat. Der Verband verkauft keine Westen und vertritt keinen Hersteller. Das macht den Bericht zu einer der wenigen unabhängigen Quellen zu diesem Modell.
Ein Punkt, den du vor dem Kauf kennen solltest
Die Handlungsempfehlung nennt 50 Newton Auftrieb. Die Solo Adventure erreicht diesen Wert nicht in jeder Größe, und das ist kein Makel, sondern Systematik: Je kleiner die Weste, desto leichter die Person, für die sie gebaut ist, und desto weniger Auftrieb braucht sie.
| Größe | Auftrieb | Brustumfang |
|---|---|---|
| XXS | 40 Newton | 68 bis 80 cm |
| XS/S | 45 Newton | 78 bis 94 cm |
| M/L | 50 Newton | 94 bis 110 cm |
| XL/XXL | 55 Newton | 110 bis 126 cm |
Wichtig ist auch die Einordnung der Bauart. Die Solo Adventure ist eine Schwimmhilfe nach ISO 12402-5, keine Rettungsweste. Sie hält dich oben und lässt dich arbeiten, aber sie dreht dich nicht selbsttätig auf den Rücken. Für den Paddelsport ist das richtig so, eine echte Rettungsweste wäre beim Paddeln im Stehen unbrauchbar.
Was die Weste kostet
In unseren Partnershops führt die Solo Adventure bisher nur Denk Outdoor, dort in beiden Farben und vier Größen zu je 145 Euro. Palm selbst nennt eine unverbindliche Preisempfehlung von 150 Euro. Die normale Solo ohne Brustgurt kostet 78 Euro.
Die 67 Euro Aufpreis rechnen sich, sobald du den Schnellverschluss ohnehin brauchst. Ein separater Hüftgurt mit Quick Release kostet je nach Hersteller 40 bis 80 Euro. Wer ihn noch nicht hat, zahlt kaum drauf und trägt ein Teil weniger am Körper. Alle Daten, der Vergleich mit der normalen Solo und die aktuellen Preise stehen auf unserer Seite zur Palm Solo Adventure.
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