So erfolgreich sind Deutschlands Renn-Kanuten

Der Kanusport hat eine Menge Facetten und begeistert viele Menschen. Medial führt er allerdings leider ein Schattendasein. Oder hast du in letzter Zeit die Namen Sebastian Brendel, Marcus Groß oder Max Rendschmidt im Fernsehen gehört oder in der Zeitung gelesen? Dass die drei Herren in der deutschen Öffentlichkeit kaum bekannt sind, ist überaus schade, handelt es sich bei ihnen doch um mehrfache Olympiasieger. Von denen hat Deutschland im Laufe der Jahrzehnte einige hervorgebracht. Eine Kanutin ist sogar eine der erfolgreichsten Olympionikinnen aller Zeiten.

Goldmedaillensammlerin Birgit Fischer

Acht goldene und vier silberne Medaillen bei Olympia – das ist die Bilanz, die Birgit Fischer nach ihrer überaus eindrucksvollen Karriere vorweisen kann. Dazu kommen noch 27 Weltmeistertitel, die Fischer zu einer der erfolgreichsten Sportlerinnen aller Zeiten machen. Fischer stammt aus Brandenburg und ging erstmals 1980 bei den Olympischen Spielen an den Start. In Moskau siegte sie im Einer-Kajak über 500 Meter. In Seoul gewann sie vier Jahre später zwei weitere Goldmedaillen im Zweier- und im Vierer-Kajak, ebenfalls jeweils über 500 Meter. Auch von den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, 1996 in Atlanta, 2000 in Sydney und 2004 in Athen brachte sie stets mindestens eine Goldmedaille mit nach Hause. Derzeit gibt es nur fünf Athleten, die mehr Olympiasiege aufweisen als Birgit Fischer. Nur eine Frau, nämlich die sowjetische Turnerin Larissa Latynina, die zwischen 1956 und 1964 insgesamt neun Goldmedaillen bei Olympia gewann, war noch erfolgreicher als die deutsche Kanutin. Ihre Karriere beendete Fischer im Jahr 2005, allerdings plante sie anschließend zwei Mal ein Comeback. Das Vorhaben, ihre Medaillenausbeute bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 zu erhöhen, musste sie aber jeweils aufgeben.

Die erfolgreichsten deutschen Kanu-Männer

Bei den männlichen Kanuten kann selbstverständlich keiner Birgit Fischer das Wasser reichen. Eine vergleichbare Medaillensammlung konnten drei deutsche Herren aufbauen, die insgesamt fünf Mal bei Olympischen Spielen auf dem Treppchen standen. Bei ihnen handelt es sich um den DDR-Sportler Rüdiger Helm sowie um Kay Bluhm und den derzeitigen Kanu-Bundestrainer Andreas Dittmer. Alle drei sind jeweils drei Mal Olympiasieger geworden, Bluhm und Dittmer haben daneben je eine Silber- und eine Bronzemedaille vorzuweisen. Bluhm bildete bei Olympia 1992 und 1996 mit Torsten Gutsche die Besetzung des Zweier-Kajaks, wodurch auch Gutsche dreifacher Olympiasieger ist. Allerdings fehlt Gutsche die Bronzemedaille, die Bluhm 1988 mit dem Kajak-Vierer der DDR gewann. Sechs Mal gewann übrigens der Schwede Gert Fredriksson Olympia und ist damit der erfolgreichste männliche Kanute aller Zeiten.

Mehr Aufmerksamkeit für den Kanusport

Gegen Schwergewichte wie Fußball, Tennis und Basketball wird sich der Kanusport ziemlich sicher niemals durchsetzen können. Eine Chance besteht allerdings für herausragende Kanuten darin, sich in Eigenregie eine Plattform zu schaffen und so ihre Bekanntheit zu steigern. Dafür bietet vor allem das Internet verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist der Einsatz von sozialen Medien. Ein Account bei Facebook, Instagram, Twitter und Co. ist kostenlos, kann aber unbezahlbar werden. Je mehr Menschen sich nämlich für einen Kanal interessieren, desto größer kann dessen Reichweite werden. Witzige und spannende Posts werden mit Freunden geteilt, die dann ihrerseits ihre Follower darauf aufmerksam machen. Mit geringen Mitteln lässt sich so Aufmerksamkeit generieren, die nicht nur für mehr Fans, sondern auch für das Interesse von Sponsoren sorgt. Denn mit Werbeverträgen muss sich der Kanute keine Sorgen um seine finanzielle Absicherung machen und kann sich stattdessen voll und ganz auf seine sportlichen Leistungen konzentrieren. Ein weiteres Instrument zur Steigerung der Aufmerksamkeit ist das Kaufen von Backlinks. Dabei werden Artikel auf anderen Homepages gebucht, in denen Links platziert werden, die auf die eigene Internetseite führen. Das verbessert das Google-Ranking und bringt dementsprechend mehr Menschen auf die eigene Online-Präsenz. Ein Experte für Backlinks ist Patrick Tomforde von Performanceliebe. Der studierte Online-Marketing-Fachwirt hat sich vor einigen Jahren auf Themen wie SEO, Suchmaschinenwerbung und soziale Medien spezialisiert. 2012 hat er seine Agentur Performanceliebe gegründet und seitdem vielzähligen Unternehmen im deutschsprachigen Raum zu mehr Aufmerksamkeit im Internet verholfen. Tomforde hat somit ein exzellentes Verständnis davon, wie Firmen und Personen am besten im Internet aufzufinden sind.

Dreifacher Olympiasieger

Sebastian Brendel im C1 1.000m Finale beim Worldcup 2019 in Duisburg (Bild: Martina Amrein)

Deutlich mehr Aufmerksamkeit als derzeit hat definitiv Sebastian Brendel verdient. Der Brandenburger ist nämlich mit drei Olympiasiegen einer der erfolgreichsten Kanuten aller Zeiten. Mit dem Kanusport begann der 32-Jährige mit acht Jahren und wurde neun Jahre später zweifacher Junioren-Weltmeister im Einer-Canadier. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann er auf Anhieb Gold im Einer-Canadier über 1.000 Meter. Den Titel verteidigte er vier Jahre später in Rio de Janeiro, zudem siegte er mit Jan Vandrey im Zweier-Canadier über 1.000 Meter. Neben seinen Olympiasiegen ist Brendel auch zehnfacher Welt- und zwölffacher Europameister. Seit 2019 ist er zudem Träger des Verdienstordens des Landes Brandenburg.

Erfolgreiches Duo

In der jüngeren Vergangenheit taten sich auch zwei weitere deutsche Kanuten bei Olympischen Spielen hervor, nämlich Marcus Groß und Max Rendschmidt. Im Jahr 2012 landete Groß mit dem deutschen Vierer-Kajak auf dem vierten Platz bei der Weltmeisterschaft. Ein Jahr später tat er sich mit Rendschmidt zusammen, um fortan die Besetzung für ein Zweier-Kajak zu bilden. Kurz darauf gewann das Duo bei der Europameisterschaft 2013 zwei Titel, und zwar über 500 und 1.000 Meter. Bei der WM 2013 waren Groß und Rendschmidt über 1.000 Meter erfolgreich. Es folgten Siege bei der Weltmeisterschaft 2015 und den Europameisterschaften 2014 und 2015. Im Jahr 2016 starteten Groß und Rendschmidt erstmals bei den Olympischen Spielen. Im Zweier-Kajak holten sie über 1.000 Meter die Goldmedaille, außerdem waren sie Teil des siegreichen Kajak-Vierers, der zudem aus Max Hoff und Tom Liebscher bestand. Als Olympiasieger wurden die vier Kanuten im November 2016 vom damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Zudem wurde Groß in Berlin und Rendschmidt in Nordrhein-Westfalen als Sportler des Jahres 2016 geehrt.

Die deutschen Damen

Sabrina Hering-Pradler, Franziska John, Caroline Arft und Tina Dietze sind bei der WM in Szeged mit dabei. (Foto: Martina Tirolf)

Auch bei den Damen ist der deutsche Kanusport derzeit exzellent aufgestellt. Bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro holte die Frauenmannschaft zwei Silbermedaillen. Der Kajak-Zweier mit Tina Dietze und Franziska Weber war dabei ebenso erfolgreich wie der Kajak-Vierer aus Dietze, Weber, Sabrina Hering und Steffi Kriegerstein. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London konnten sich Tina Dietze und Franziska Weber bereits eine Goldmedaille sichern, als sie im Kajak-Zweier siegten. Zuletzt sorgte Tabea Medert für Aufsehen in der Kanu-Szene, als sie bei der Weltmeisterschaft 2018 zwei Mal Silber holte. Eine Medaille gewann sie im Einer-Kajak über 5.000 Meter, die andere mit Sarah Brüssler im Zweier-Kajak über 1.000 Meter.

Deutschland im Medaillenspiegel

Traditionell zählt Deutschland im Kanusport zu den besten Nationen der Welt. Das zeigt der Blick auf die Medaillenausbeute bei Olympia und Weltmeisterschaften eindrucksvoll. Inklusive der Olympischen Spiele 2016 in Rio gewannen deutsche Kanuten 36 Mal Gold, 23 Mal Silber und 22 Mal Bronze bei Olympia. Sowohl die Anzahl der Olympiasiege als auch die der Medaillen ist unerreicht. Dabei floss in die Wertung noch nicht einmal die Ausbeute der DDR mit ein. Diese holte 14 goldene, sieben silberne und neun bronzene Medaillen und liegt damit im olympischen Medaillenspiegel auf dem fünften Platz – und das Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch des Staates. Bei Weltmeisterschaften ist nur Ungarn historisch gesehen besser als Deutschland. Die Osteuropäer gewannen bislang 216 WM-Titel, die gesamtdeutsche Kanu-Mannschaft 134. Hinter der Sowjetunion mit 102 Weltmeisterschaften liegt die DDR, die 73 WM-Goldmedaillen gewann. Die BRD kommt ihrerseits zwischen 1954 und 1990 auf 13 Weltmeistertitel. Addiert man die Triumphe der DDR, der BRD und Gesamtdeutschland, dann ergeben sich 220 deutsche Weltmeisterschaften. Damit würde Deutschland vor Ungarn auf den ersten Platz des WM-Medaillenspiegels rücken.

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