Kajak-Cross in Ivrea: Alle deutschen Boote scheitern im Achtelfinale
Das Wichtigste in Kürze
- Früh vorbei: Alle fünf deutschen Boote schieden im Kajak-Cross bereits im Achtelfinale aus.
- Schlechte Starts: Emily Apel und Andrea Herzog erwischten von der Rampe keinen guten Start.
- Duell unter Teamkollegen: Felix Sachers und Marten Konrad nahmen sich im selben Lauf gegenseitig die Chance.
- Bilanz der EM: Bronze für Emily Apel, dreimal Platz fünf im Team, dazu viel Erfahrung für die Nachwuchsathleten.
- Konsequenz: Zur Vorbereitung auf die nächste Saison soll es ein eigenes Kajak-Cross-Trainingslager geben.
Der letzte Tag der Europameisterschaften im italienischen Ivrea verlief für das deutsche Team enttäuschend. Alle fünf Boote, die sich für die Kopf-an-Kopf-Rennen im Kajak-Cross qualifiziert hatten, schieden in der ersten Runde aus. Gefahren wurde am Samstagabend erstmals unter Flutlicht.
Fünfmal Aus im Achtelfinale
Emily Apel (KS Augsburg), zwei Tage zuvor noch Bronzemedaillengewinnerin im Kajakslalom, und Andrea Herzog (Leipziger KC) erwischten in ihren Achtelfinals beide keinen guten Start von der Rampe. Damit war für beide schon im ersten Kopf-an-Kopf-Rennen Schluss.
Felix Sachers (Leipziger KC) und Marten Konrad (WSC Dormagen) trafen im selben Achtelfinale aufeinander. Zunächst sah es gut aus für Sachers: Als Zweiter hatte er bis zum letzten Aufwärtstor gute Chancen auf das Weiterkommen. Dann attackierte ihn Konrad, der zu diesem Zeitpunkt Dritter war. Während die beiden Deutschen miteinander beschäftigt waren, zog der bis dahin Vierte an beiden vorbei. Aus für Sachers, Aus für Konrad.
Stefan Hengst (KR Hamm) lag in seinem Rennen auf Platz drei. Am letzten Aufwärtstor traf er vermutlich die falsche Entscheidung: Statt den vor ihm liegenden Zweiten anzugreifen, befuhr er das zweite Aufwärtstor. Auch sein Aus war damit besiegelt.
Im Kajak-Cross fahren vier Boote gleichzeitig, Körperkontakt ist erlaubt. Kurz vor dem Ziel liegen zwei Aufwärtstore zur Wahl. Wer dort angreift, kann einen Platz gutmachen, verliert aber Zeit, wenn der Angriff misslingt. Wer ausweicht, fährt sauber, bleibt aber hinten. Weiter kommen nur die ersten beiden.
Das Fazit von Cheftrainer Thomas Apel
Trotz des Schlusstags fällt die Bilanz von Cheftrainer Thomas Apel überwiegend positiv aus. Die EM war wegen ihres späten Termins ohnehin speziell. Die Nominierung mit vielen jungen Athletinnen und Athleten hält er im Rückblick für richtig: Mittelfristig sei diese EM ziemlich die letzte Möglichkeit gewesen, „Nachwuchsathleten noch einmal eine Bewährungschance zu geben“, zumal die bei ihren Saisonhöhepunkten sehr überzeugt hatten.
Alle hätten sich offensiv und mutig verkauft. Besonders hob er Anton Weber und Nova Müller hervor. „Das hilft den Sportlern auch, sich und ihre Leistungen einzuordnen“, sagte er, um zu sehen, „welcher Weg zur Weltspitze noch zurückzulegen ist“. Wichtig sei, dass die Jungen ihre Medaillen aus den Nachwuchsklassen nicht zu hoch bewerten: „Sie konnten am eigenen Leib spüren, wie hart das Business mittlerweile ist.“
Die Bronzemedaille von Emily Apel hob er eigens hervor. „Damit kann sie sehr viel Positives mit in den Winter nehmen: Es funktioniert, wenn es mal funktioniert.“ Auch Andrea Herzog habe sich gut geschlagen. „Dass wir bei den Männern eine kleine Baustelle haben, sahen wir schon über die Saison. Da werden wir ansetzen.“ Die Jüngeren hätten gezeigt, „dass sie durchaus in der Lage sind, auf die Etablierten Druck auszuüben“. Die nationale Qualifikation wird damit kein Selbstläufer.
Was aus dem Kajak-Cross mitgenommen wird
Die Zeitfahren im Kajak-Cross bewertete Apel als solide. Negativ sei gewesen, dass in den Kopf-an-Kopf-Rennen nicht mehr viel zusammenlief, obwohl alle motiviert waren, unter Flutlicht zu starten. „Es war ein Mix aus unglücklichen Entscheidungen. Und ich glaube, bei manchen war auch ein bisschen die Luft raus.“
Die Lehre daraus: In der Vorbereitung auf die nächste Saison soll ein eigenes Kajak-Cross-Trainingslager angeboten werden.
Die deutsche EM-Bilanz
| Wettbewerb | Bestes deutsches Ergebnis |
|---|---|
| Kajak Damen | Bronze für Emily Apel |
| Canadier Damen | 6. Andrea Herzog |
| Team Kajak Damen | 5. Apel, Pirro, Müller |
| Team Canadier Damen | 5. Herzog, Krech, Müller |
| Team Canadier Herren | 5. Tuchscherer, Weber, Ungvari |
| Team Kajak Herren | 11. Hengst, Ungvari, Käding |
| Kajak-Cross | Achtelfinale, alle fünf Boote |
Wie die EM begann, steht in unserem Bericht vom ersten Wettkampftag mit Qualifikation und Teamwettbewerben. Das deutsche Aufgebot und den Zeitplan findest du im Vorbericht zur EM in Ivrea.
☕ Kaffee spendieren und Kanu zum Frühstück unterstützen
Hinter Kanu zum Frühstück steckt kein Medienkonzern, sondern echtes Herzblut für den Kanu- und Wassersport. Wenn du magst, dass wir die Saison weiter so begleiten, freuen wir uns über einen Kaffee.
☕ Jetzt Kanu zum Frühstück einen Kaffee spendieren ➞Wie siehst du das?
Sollten zwei Teamkollegen im selben Lauf voll gegeneinander fahren, oder gehört im Cross Absprache dazu? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
- 60 Prozent auf die NRS Vapor: Schwimmweste für 39,99 Euro bei Denk Outdoor - 27. September 2026
- Olympia-Bewerbung: Der Kanu-Verband stellt sich hinter München - 27. September 2026
- Kajak-Cross in Ivrea: Alle deutschen Boote scheitern im Achtelfinale - 27. September 2026
