Deutsche Meister 2026 im Kanuslalom: alle Titel aus Markkleeberg
Die Deutschen Meisterschaften im Kanupark Markkleeberg haben am Sonntag ihre Sieger gefunden, und zwar in Abwesenheit fast aller deutschen Spitzenathleten. Die Titel in den Slalomdisziplinen gingen an Stefan Hengst (KR Hamm), Andrea Herzog (Leipziger KC), Niels Zimmermann (Leipziger KC) und Annkatrin Plochmann (SGV Nürnberg-Fürth). Im Kajak-Cross setzten sich Felix Sachers (Leipziger KC) und erneut Annkatrin Plochmann durch.
Parallel liefen die Meisterschaften der Altersklassen U18 und U16, und dort gab es Leistungen, die über den Tag hinaus interessant sind: Zwei Nachwuchsathleten wären mit ihren Zeiten in der Leistungsklasse auf das Podest gefahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Kajak-Einer: Stefan Hengst und Annkatrin Plochmann.
- Canadier-Einer: Niels Zimmermann, erstmals, und Andrea Herzog.
- Kajak-Cross: Felix Sachers und Annkatrin Plochmann.
- Drei Titel für Annkatrin Plochmann: Kajak, Cross und Zeitfahren, mit Schwester Antonia dreimal mit auf dem Podest.
- Der Nachwuchs trumpft auf: Kilian Käding und Nova Müller hätten mit ihren Zeiten in der Leistungsklasse Bronze geholt.
- Das Thema des Wochenendes: Fast die ganze Spitze fehlte, und die Meister sagen deutlich, was das kostet.
Hengst gewinnt mit zwei Strafsekunden
Stefan Hengst zeigte im Kajak einen starken Lauf. Trotz zweier Strafsekunden nahm der 32-Jährige dem Zweitplatzierten Marten Konrad (WSC Dormagen) noch 1,63 Sekunden ab. Dritter wurde Titelverteidiger Benjamin Kies (BSV Halle).
Hengst bedauerte, dass Noah Hegge nicht am Start war, und wurde deutlich: „Klar wäre es schön, wenn bei einer Deutschen Meisterschaft auch die Top- und Elitefahrer mit am Start sind. Anfang der Saison war es eigentlich als Pflichtveranstaltung für alle Nationalmannschaftsathleten angesetzt.“
Dahinter steckt für ihn mehr als eine Frage der Besetzung. „Wenn wir uns international vergleichen, dann sind die anderen Nationen deutlich besser aufgestellt, was den Nachwuchs anbelangt.“ Und bei einer Meisterschaft wie dieser, bei der Athleten ab 14 Jahren dabei sind, sei es „umso wichtiger, dass die Topsportler hier sind, für die Motivation sowohl im Training als auch im Wettkampf“. So könne der Nachwuchs sehen, welches Niveau zu erreichen ist, und den Spaß am Sport behalten.
Herzog dreht das Finale
Im Canadier der Damen lief es bis zum Finale gegen die Favoritin. Ihre Vereinskameradin Lucie Krech gewann Vorlauf und Halbfinale, doch im entscheidenden Lauf war Andrea Herzog 7,66 Sekunden schneller. Dritte wurde Jannemien Panzlaff (KV Schwerte).
Herzog bedeutet der Titel viel, und das gerade deshalb: „Lucie hat es mir dieses Jahr definitiv nicht leicht gemacht. Sie hat mir im Vorlauf und Halbfinale gezeigt, dass ich mich doch ein bisschen strecken muss.“ Entsprechend sei im Finale Druck dagewesen, und den halte sie für wichtig. „Es ist schön, dass man den Deutschen Meistertitel nicht einfach geschenkt bekommt, sondern ihn sich auch hart erarbeiten muss.“
Dass sie in Markkleeberg und nicht beim Supercup in China startete, war für sie schnell klar, „weil ich zuhause sein möchte, weil ich meinen Heimatverein unterstützen möchte“. Für die jungen Athleten sei es „total wichtig, dass sie sich auch mit uns vergleichen können“, dass sie sehen, wie die Spitze Wettkämpfe angeht und fährt. Ihr Satz dazu fasst die Debatte des Wochenendes zusammen: „Je besser der Nachwuchs ist, umso besser ist am Ende auch die Spitze.“
Zimmermann holt seinen ersten Titel
Niels Zimmermann wurde erstmals Deutscher Meister im Canadier. „Ich bin sehr glücklich“, sagte der 20-Jährige, und das vor allem, weil er wegen der Grundausbildung bei der Bundeswehr im Vorfeld nicht gut trainieren konnte. „Jetzt habe ich mich trotzdem gut reingefunden und habe mich einfach auf den Spaß am Paddeln konzentriert. Und das hat sehr gut geklappt.“
Auch er hätte sich mehr Konkurrenz gewünscht, namentlich Sideris Tasiadis (KS Augsburg) und seinen Vereinskameraden Lennard Tuchscherer, „vor allem, weil es auch Vorbilder sind, und es immer Spaß macht, gegen die Großen fahren zu dürfen“. Platz zwei ging an Konrad Ginzel (Leipziger KC) vor Hannes Trummer (KV Zeitz).
Plochmann verteidigt, und holt zwei weitere Titel
Titelverteidigerin Annkatrin Plochmann setzte sich im Kajak erneut durch. In Abwesenheit von Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach) und Emily Apel (KS Augsburg) gewann sie mit 7,26 Sekunden Vorsprung vor ihrer Schwester Antonia. Bronze holte Lara Kriesinger (Augsburger KV).
„Es war mein Ziel, meinen Deutschen Meistertitel zu verteidigen“, sagte sie, und sie freue sich, nun mit ihrer Schwester auf das Podest steigen zu dürfen. Dazu kamen der Titel im Kajak-Cross und der im Einzelzeitfahren, womit sie als Einzige des Wochenendes drei Titel mitnahm. Im Cross wurde Antonia Plochmann Zweite, Dritte war Christin Heydenreich (Leipziger KC).
Vom 31. Platz zum Titel
Der Kajak-Cross der Herren lieferte die ungewöhnlichste Geschichte. Felix Sachers startete mit Platz 31 im Einzelzeitfahren, also mit der schlechtesten Ausgangslage für die Vierer-Rennen.
„Beim Time Trial hatte ich einen Fault beim Start bekommen, wir wissen noch immer nicht, warum. Dann hatte ich immer die schlechteste Position am Start. Aber ich habe mich durchgekämpft auf meiner Heimstrecke“, sagte der 20-Jährige. Für ihn sei es ein guter Abschluss einer langen Saison. Zweiter wurde Jonas Büchner (Augsburger KV) vor Stefan Hengst.
Was Kajak-Cross ausmacht: Vier Starter gehen gleichzeitig von einer Rampe ins Wasser, Körperkontakt ist erlaubt, und in einer festgelegten Zone muss jeder eine Eskimorolle fahren. Mehr dazu steht auf unserer Seite zum Kanu-Slalom.
Der Nachwuchs, und zwei Zahlen zum Merken
Bei den Junioren paddelten im Kajak-Einer Kilian Käding und Jakob Ungvari (beide Leipziger KC) in einer eigenen Liga. Käding verteidigte seinen Titel mit einem Finallauf, der in der Leistungsklasse für Platz drei gereicht hätte. Beide hätten sich mit ihren Zeiten locker in das Finale der Erwachsenen gefahren.
Dass es nicht zum Duell der beiden kam, lag an einem äußerst knapp verpassten Tor im Halbfinale, das Ungvari 50 Strafsekunden und das Weiterkommen kostete. Käding sagte dazu: „Nachdem ich gestern sah, dass Jakob herausgeflogen ist, war ich ein bisschen traurig, dass der Kampf zwischen uns zwei Freunden vorbei war. Schade für ihn. Und heute wollte ich ein bisschen die Großen ärgern. Das habe ich, glaube ich, geschafft.“ Silber ging mit 11,72 Sekunden Rückstand an Marian Arnu (KK Rosenheim), Bronze an Moritz Eichele (KS Augsburg).
Die zweite Zahl liefert Nova Müller (KST Rhein-Ruhr). Die 17-Jährige gewann bei den Juniorinnen Kajak und Canadier, und ihre Kajakzeit hätte in der Leistungsklasse zu Bronze gereicht.
Im Canadier der Junioren beherrschte Pascal Brandenburg (BSV Halle) das Feld, dort ist der Abstand zur Leistungsklasse allerdings noch groß. Dasselbe gilt für die Juniorinnen im Canadier, wo Nova Müller vor Titelverteidigerin Neele Krech (Leipziger KC) gewann.
Bei der U16 machten die Augsburger Oliver Reys und Samuel Bitsch auf sich aufmerksam: Reys gewann knapp, und die Zeiten der beiden hätten auch bei der U18 für die Podestplätze hinter Käding gereicht. Nele Gust (Leipziger KC) gewann die U16 im Kajak mit 7,14 Sekunden Vorsprung deutlich. Bitter war auch hier eine Torberührung: Anni Müller (Leipziger KC) verlor durch 50 Strafsekunden den Endlauf, obwohl ihre reine Fahrzeit locker gereicht hätte.
Alle Ergebnisse
Die Podestplätze aller 24 Wertungen, nach Altersklassen sortiert.
Leistungsklasse
| Wertung | Name | Verein | |
|---|---|---|---|
| K1 Damen | 1. | Annkatrin Plochmann | SGV Nürnberg-Fürth |
| 2. | Antonia Plochmann | SGV Nürnberg-Fürth | |
| 3. | Lara Kriesinger | Augsburger KV | |
| K1 Herren | 1. | Stefan Hengst | KR Hamm |
| 2. | Marten Konrad | WSC Dormagen | |
| 3. | Benjamin Kies | BSV Halle | |
| C1 Damen | 1. | Andrea Herzog | Leipziger KC |
| 2. | Lucie Krech | Leipziger KC | |
| 3. | Jannemien Panzlaff | KV Schwerte | |
| C1 Herren | 1. | Niels Zimmermann | Leipziger KC |
| 2. | Konrad Ginzel | Leipziger KC | |
| 3. | Hannes Trummer | KV Zeitz | |
| Cross Damen | 1. | Annkatrin Plochmann | SGV Nürnberg-Fürth |
| 2. | Antonia Plochmann | SGV Nürnberg-Fürth | |
| 3. | Christin Heydenreich | Leipziger KC | |
| Cross Herren | 1. | Felix Sachers | Leipziger KC |
| 2. | Jonas Büchner | Augsburger KV | |
| 3. | Stefan Hengst | KR Hamm | |
| Zeitfahren Damen | 1. | Annkatrin Plochmann | SGV Nürnberg-Fürth |
| 2. | Andrea Herzog | Leipziger KC | |
| 3. | Antonia Plochmann | SGV Nürnberg-Fürth | |
| Zeitfahren Herren | 1. | Stefan Hengst | KR Hamm |
| 2. | Niels Zimmermann | Leipziger KC | |
| 3. | Jonas Büchner | Augsburger KV |
Junioren U18
| Wertung | Name | Verein | |
|---|---|---|---|
| K1 weiblich | 1. | Nova Müller | KST Rhein-Ruhr |
| 2. | Katharina Nesselträger | KSV Bad Kreuznach | |
| 3. | Lina Hellmeier | KV Schwerte | |
| K1 männlich | 1. | Kilian Käding | Leipziger KC |
| 2. | Marian Arnu | KK Rosenheim | |
| 3. | Moritz Eichele | KS Augsburg | |
| C1 weiblich | 1. | Nova Müller | KST Rhein-Ruhr |
| 2. | Neele Krech | Leipziger KC | |
| 3. | Lina Hellmeier | KV Schwerte | |
| C1 männlich | 1. | Pascal Brandenburg | BSV Halle |
| 2. | Mika Benzien | Leipziger KC | |
| 3. | Nils Karoske | BSV Halle | |
| Cross weiblich | 1. | Britta Jung | WSF Zweibrücken |
| 2. | Lina Hellmeier | KV Schwerte | |
| 3. | Katharina Nesselträger | KSV Bad Kreuznach | |
| Cross männlich | 1. | Kilian Käding | Leipziger KC |
| 2. | Moritz Eichele | KS Augsburg | |
| 3. | Jakob Ungvari | Leipziger KC | |
| Zeitfahren weiblich | 1. | Britta Jung | WSF Zweibrücken |
| 2. | Neele Krech | Leipziger KC | |
| 3. | Nova Müller | KST Rhein-Ruhr | |
| Zeitfahren männlich | 1. | Kilian Käding | Leipziger KC |
| 2. | Jakob Ungvari | Leipziger KC | |
| 3. | Matti Neumann | KS Augsburg |
Jugend U16
| Wertung | Name | Verein | |
|---|---|---|---|
| K1 weiblich | 1. | Nele Gust | Leipziger KC |
| 2. | Elisa Steinke | KST Rhein-Ruhr | |
| 3. | Mia Herzberg | BSV Halle | |
| K1 männlich | 1. | Oliver Reys | KS Augsburg |
| 2. | Samuel Bitsch | KS Augsburg | |
| 3. | Lasse Süggeler | WSC Lippstadt | |
| C1 weiblich | 1. | Elisa Steinke | KST Rhein-Ruhr |
| 2. | Johanna Biermann | KST Rhein-Ruhr | |
| 3. | Nele Gust | Leipziger KC | |
| C1 männlich | 1. | Rolf Neumann | Leipziger KC |
| 2. | Ron Bahmann | KSV Bad Kreuznach | |
| 3. | Maximilian Scott | KK Rosenheim | |
| Cross weiblich | 1. | Änna Pannek | BSV Halle |
| 2. | Nele Maxeiner | KCE Waldkirch | |
| 3. | Johanna Biermann | KST Rhein-Ruhr | |
| Cross männlich | 1. | Levi Eichele | KS Augsburg |
| 2. | Samuel Bitsch | KS Augsburg | |
| 3. | Ron Bahmann | KSV Bad Kreuznach | |
| Zeitfahren weiblich | 1. | Nele Maxeiner | KCE Waldkirch |
| 2. | Anni Müller | Leipziger KC | |
| 3. | Elisa Steinke | KST Rhein-Ruhr | |
| Zeitfahren männlich | 1. | Levi Eichele | KS Augsburg |
| 2. | Oliver Reys | KS Augsburg | |
| 3. | Julian Kraan | KST Rhein-Ruhr |
☕ Kaffee spendieren und Kanu zum Frühstück unterstützen
Hinter Kanu zum Frühstück steckt kein Medienkonzern, sondern echtes Herzblut für den Kanu- und Wassersport. Wenn du magst, dass wir solche Berichte weiter schreiben, freuen wir uns über einen Kaffee.
☕ Jetzt Kanu zum Frühstück einen Kaffee spendieren ➞Häufige Fragen zur DM 2026 in Markkleeberg
Wer ist Deutscher Meister 2026 im Kanuslalom?
Warum fehlten die Spitzenathleten?
Wer hat die meisten Titel geholt?
War der Nachwuchs konkurrenzfähig?
Was ist ein Einzelzeitfahren im Kajak-Cross?
Wo wurde gefahren?
Wie siehst du das?
Sollten Nationalmannschaftsathleten bei der Deutschen Meisterschaft Pflicht sein, oder geht der Supercup vor? Schreib es uns in die Kommentare.
Zum Wochenende gehörte noch ein zweiter Moment: Franz Anton hört auf: Abschied im Kanupark Markkleeberg. Was vorher zu erwarten war, stand in unserer Vorschau auf die Deutschen Meisterschaften, und die nächsten Termine sammelt der Terminkalender. Einen Verein in deiner Nähe findest du im Branchenbuch.
