Kanu-Polo-WM Finaltag: Gold für die deutschen Damen, Silber für die Herren
Das Wichtigste in Kürze
- Gold für die Damen: Im Finale gegen Frankreich gewinnt das deutsche Team 8:1 und ist Weltmeister.
- Silber für die Herren: Gegen Italien reicht es nach einem 1:3-Rückstand und dem 3:3-Ausgleich erst in der Verlängerung nicht mehr, Endstand 3:4.
- Zwei Halbfinals gewonnen: Die Damen schlagen Großbritannien 5:2, die Herren Frankreich 4:3 nach Verlängerung.
- Vier Teams, vier Medaillen: Gold, Silber und zweimal Bronze durch die U21-Mannschaften.
- Sechs Tage Heim-WM: 28 Nationen und 76 Teams machten Duisburg zur größten Kanu-Polo-WM der Geschichte.
Die Heim-Weltmeisterschaft in Duisburg endet so, wie sie sich das ganze Team erhofft hatte. Die deutschen Damen sind Weltmeisterinnen, die Herren holen Silber, und zusammen mit dem zweimaligen Bronze der U21-Teams gehen vier Medaillen an den Gastgeber.
Am Sonntag standen vier deutsche Spiele auf dem Programm: zwei Halbfinals am Vormittag, zwei Endspiele am Nachmittag. Die Ergebnisse der Vortage stehen im Bericht zum fünften Wettkampftag, alles zum Turnier auf unserer Seite zur Kanu-Polo-WM 2026 in Duisburg.
Die deutschen Ergebnisse am Finaltag
| Zeit | Spiel | Gegner | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 9:45 | Damen, Halbfinale | Großbritannien | 5:2 |
| 10:20 | Herren, Halbfinale | Frankreich | 4:3 nach Verlängerung |
| 15:00 | Damen, Finale | Frankreich | 8:1 |
| 15:40 | Herren, Finale | Italien | 3:4 nach Verlängerung |
Alle Spielberichte mit Torschützen und Zeitpunkten stehen in der offiziellen Ergebnisliste der WM.
Vormittag: Zwei Halbfinals, zwei Siege
Die Damen machten gegen Großbritannien früh klar, wohin der Weg geht. Nina Hachenburg traf zur Führung, und auch nach dem britischen Ausgleich blieb das Team ruhig: Jill Rutzen, Laura Saliou und erneut Hachenburg stellten auf 4:1. Am Ende hieß es 5:2, den Schlusspunkt setzte Nele Schmalenbach in der letzten Minute.
Bei den Herren wurde es deutlich zäher. Gegen Frankreich führte Deutschland durch Jonas Vieren und Tim Riecke schnell 2:0 und nach Rieckes zweitem Treffer 3:1. Doch innerhalb von 40 Sekunden glich Frankreich zum 3:3 aus, und die Partie ging in die Verlängerung. Dort war es wieder Jonas Vieren, der das 4:3 erzielte und die Herren ins Finale brachte.
Damen: Ein 8:1 im Finale und der Weltmeistertitel
Im Endspiel gegen Frankreich ließen die deutschen Damen nie Zweifel aufkommen. Esra Özbay traf in der zweiten Minute, Jill Rutzen legte nach. Frankreich verkürzte einmal, doch Nele Schmalenbach stellte den alten Abstand wieder her. Mit 3:1 ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel wurde aus dem Sieg ein Schaulaufen. Katharin Grünewald, zweimal erneut Jill Rutzen und Nina Hachenburg bauten die Führung aus, Laura Saliou setzte den Schlusspunkt zum 8:1. Jill Rutzen traf im Finale dreimal, Nina Hachenburg war laut Verband die Torschützin des Turniers.
Neben der Offensive überzeugte das Team mit einem variantenreichen Spiel und einer starken Abwehr. Die Europameisterinnen sind damit auch Weltmeisterinnen, und das vor heimischem Publikum.
Herren: Comeback im Finale, Entscheidung in der Verlängerung
Das Endspiel der Herren gegen Italien war der dramatischste Auftritt dieser WM. Die erste Halbzeit blieb torlos, obwohl sich das Team von Bundestrainer Michael Günzel gute Gelegenheiten erspielte.
Nach der Pause ging Italien in Führung, doch Erik Beukenbusch antwortete keine halbe Minute später. Als die Italiener auf 3:1 davonzogen, schien die Sache entschieden. Beukenbusch sah das anders: Er verkürzte auf 2:3 und glich kurz darauf zum 3:3 aus. Alle drei deutschen Tore gingen auf sein Konto.
In der Verlängerung dominierte Deutschland weite Strecken, traf aber nicht mehr. In der zweiten Verlängerung fiel dann der entscheidende Treffer für Italien zum 4:3.
Für die deutschen Herren endet damit die Serie von drei Weltmeistertiteln in Folge, Silber bleibt trotzdem eine starke Bilanz. Das Comeback nach dem 1:3 zeigte, wie viel Moral in dieser Mannschaft steckt.
„Ich bin stolz auf alle“
Chefbundestrainerin Leonie Wagner zog nach dem Finaltag ein zufriedenes Fazit: „Gold und Silber am letzten Tag, richtig, richtig stark. Also, dass alle vier Teams im Halbfinale waren, zwei davon jetzt im Finale. Heute die Finalspiele für uns und Gold für unsere Damen. Wir können so zufrieden damit sein. Perfekt.“
Zum verlorenen Endspiel der Herren sagte sie: „Die Herren waren eigentlich das dominante Team und durch so eine Kleinigkeit jetzt zu verlieren, ist schade. Aber ich bin stolz auf alle.“ Ihr Ziel vor dem Turnier, vier Medaillen in Deutschland zu behalten, ist damit aufgegangen.
Die deutsche Medaillenbilanz
| Team | Platz | Entscheidung |
|---|---|---|
| Damen | Gold | 8:1 im Finale gegen Frankreich |
| Herren | Silber | 3:4 nach Verlängerung gegen Italien |
| U21-Damen | Bronze | 2:1 gegen Frankreich |
| U21-Herren | Bronze | 2:1 gegen die Niederlande |
Alle vier deutschen Mannschaften standen im Halbfinale, zwei davon im Endspiel. Das passt zu einer Weltmeisterschaft, die auch sonst Maßstäbe gesetzt hat: 28 Nationen, 76 Teams und sechs Tage Kanu-Polo auf der Regattabahn Duisburg.
Die Heim-WM lebte von den Rängen
Was diese WM von einem Auswärtsturnier unterschied, stand an den Spielfeldrändern: Familien, Vereinskameraden und Nachbarn, Trommeln, Fahnen und Sprechchöre über sechs Tage.
Auch prominente Gäste schauten vorbei. Am Finaltag verfolgten Ronald Rauhe, zweifacher Olympiasieger und heute Staatsminister für Sport und Ehrenamt, und DKV-Präsidentin Dajana Pefestorff die Spiele von der Tribüne aus.
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