Wildwasserrennsport: Zwei neue Zentren sollen den Sport voranbringen
Der Wildwasserrennsport ist eine der kleineren Disziplinen im Kanusport, und er wird international von einer Deutschen geführt: Manuela Gawehn steht dem Wildwasser-Komitee von Paddle Worldwide vor und inzwischen auch dem europäischen Gremium. Drei Tage lang haben beide Komitees in Tschechien zusammengesessen und darüber beraten, wie es mit dem Sport weitergeht. Zwei Zentren stehen im Raum, eines in Europa, eines in Lateinamerika.
Das Wichtigste in Kürze
- Wer: die Wildwasser-Komitees von Paddle Worldwide und Paddle Europe.
- Wo: Český Krumlov, parallel zum Krumlovský Vodácký Maraton.
- Geplant: eine weltweite Datenbank des Sports.
- Im Gespräch: zwei Wildwasser-Zentren, Europa und Lateinamerika.
- An der Spitze: Manuela Gawehn aus Deutschland.
Drei Tage neben einem Volksfest auf dem Wasser
Getagt wurde in Český Krumlov im Süden Tschechiens, und zwar bewusst an dem Wochenende, an dem dort der Krumlovský Vodácký Maraton stattfindet. Fast alle Mitglieder beider Komitees waren angereist.
Gawehn nennt das eine Gelegenheit, „die Arbeit mit der Atmosphäre einer großen Paddelveranstaltung zu verbinden“. Zwischen den Sitzungen sprachen die Komiteemitglieder mit Aktiven aus der Slowakei, Großbritannien und Neuseeland über deren Sicht auf die Zukunft der Disziplin. Das ist für ein Verbandstreffen bemerkenswert: Die Leute, über deren Sport verhandelt wird, saßen nicht nur im Protokoll, sondern im selben Ort.
Was konkret vorgesehen ist
| Vorhaben | Worum es geht | Stand |
|---|---|---|
| Datenbank | Eine Übersicht über Trainerinnen und Trainer, Vereine und Nachwuchsleute weltweit. Sie soll zeigen, wie weit der Sport heute wirklich reicht. | als Priorität benannt |
| Zwei Zentren | Je ein Wildwasser-Zentrum in Europa und in Lateinamerika, als Anlaufstelle für Ausbildung, Entwicklung und Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Verbänden. | bisher ein Vorschlag |
| Klare Zuständigkeiten | Wer in welchem der beiden Gremien welche Aufgabe hat, wurde überprüft und neu festgelegt. | umgesetzt |
| Blick auf andere Kontinente | Welche Strukturen bestehen schon, und wo fehlt Unterstützung? | als Arbeitsauftrag |
Die Datenbank klingt unscheinbarer, als sie ist. Kleine Disziplinen haben regelmäßig dasselbe Problem: Niemand weiß genau, wie viele Vereine, Trainerinnen und Nachwuchsleute es überhaupt gibt. Ohne diese Zahlen lässt sich weder Förderung begründen noch erkennen, wo eine Region abreißt. Eine solche Übersicht ist deshalb die Grundlage für alles andere.
Die beiden Zentren sind bislang ein Vorschlag, kein Beschluss. Gedacht sind sie als Knotenpunkte, an denen Athletinnen, Trainer, Vereine und Verbände zusammenkommen und an denen lokale Strukturen Unterstützung bekommen. Dass eines davon in Lateinamerika liegen soll, zeigt, wohin der Verband wachsen will: Der Wildwasserrennsport ist bisher stark auf Europa konzentriert.
Was das für den Sport hierzulande bedeutet
Für deutsche Paddlerinnen und Paddler ist die Nachricht aus zwei Gründen interessant. Erstens sitzt mit Gawehn jemand an der Spitze, der den deutschen Vereinssport aus eigener Anschauung kennt. Sie war selbst Leistungssportlerin im Wildwasserrennsport und im Slalom und hat im Deutschen Kanu-Verband den Wildwasser-Fachausschuss geleitet.
Zweitens kommt der deutsche Wildwassernachwuchs gerade in Fahrt. Bei der Sportlerwahl in Nordrhein-Westfalen steht mit Luisa Puttkammer vom Kajak-Club Düsseldorf-Hamm eine Wildwasserfahrerin als Newcomerin des Jahres zur Wahl, nach WM-Silber bei den Erwachsenen und zweimal Gold bei der U23-EM. Eine Disziplin, die international Strukturen aufbaut, und ein Nachwuchs, der Medaillen holt: Das passt zusammen.
Dass der Wildwasserrennsport dabei nicht olympisch ist, bleibt sein größtes Hemmnis. Wie sehr das die Aktiven umtreibt, zeigt schon ein älterer Beitrag über einen dreifachen Weltmeister, der von der großen Bühne träumte. An diesem Punkt hat sich bis heute nichts geändert, und das Treffen in Tschechien hat daran auch nichts geändert: Über olympische Programme wurde dort nicht gesprochen.
An der Spitze des Weltverbands steht mit Thomas Konietzko ohnehin ein Deutscher. Wer selbst einmal auf fließendem Wasser fahren will, findet die Grundlagen im Paddel-Ratgeber, und die nächsten Veranstaltungen stehen im Terminkalender.
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Was ist Wildwasserrennsport?
Wer ist Manuela Gawehn?
Sind die beiden Zentren schon beschlossen?
Wie oft treffen sich die Komitees?
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