SUP und Kajak richtig lagern
Die meisten Schäden an Booten und Boards entstehen nicht auf dem Wasser. Sie entstehen im Keller, in der Garage und unter der Plane, zwischen Oktober und April. Ein Rumpf, der ein halbes Jahr auf dem Boden lag, hat eine Delle. Ein Board, das prall aufgepumpt in der Sommerhitze stand, hat gelitten. Und ein Boot, das feucht eingepackt wurde, riecht im Frühjahr nach Keller.
Das Gute daran: Lagern kostet nichts außer einer halben Stunde und ein bisschen Platz. Man muss nur wissen, worauf es ankommt.
Die sechs Regeln
- Trocken ist wichtiger als warm. Feuchtigkeit richtet mehr Schaden an als Kälte. Erst wenn alles trocken ist, wird eingepackt.
- Luftboote mit wenig Druck, nicht prall und nicht leer. Flach ausgelegt und leicht gefüllt ist dem Material am liebsten.
- Hartschalen nie auf dem Rumpf. Kieloben auf zwei Böcke oder in Gurte hängen, sonst gibt es Dellen.
- Über dem Gefrierpunkt und unter etwa 38 Grad. Diese Spanne empfiehlt der Deutsche Kanu-Verband für alle Bootstypen.
- Kein Sonnenlicht und keine aufliegende Folie. UV bleicht nicht nur, es treibt den Weichmacher aus dem Material.
- Alles Lose raus. Sitz, Fußstütze, Lenzstopfen und Finne gehören einzeln getrocknet und gelagert.
Die drei Gegner
Der Deutsche Kanu-Verband bringt es auf drei Faktoren: Hitze, Feuchtigkeit und Belastung. Alles, was du beim Einlagern richtig oder falsch machen kannst, lässt sich darauf zurückführen.
Hitze ist das Problem der Hartschale. Polyethylen wird weich, und ein weicher Rumpf nimmt jede Form an, auf der er liegt. Als Spanne nennt der Verband Temperaturen über dem Gefrierpunkt und unter etwa 38 Grad. Eine Garage unter einem Blechdach erreicht im Sommer mehr. Dazu kommt die Sonne: UV-Strahlen bleichen das Material nicht nur, sie sorgen auch dafür, dass der Weichmacher schneller entweicht. Das Boot wird spröde.
Feuchtigkeit ist das Problem von allem, was Nähte, Textil oder Hohlräume hat. Restwasser im Luftkanal, ein feuchter Tragegriff, eine nicht getrocknete Sitzschale: Daraus wird Schimmel, und der geht nicht mehr raus.
Belastung ist das Problem der Lagerposition. Ein Boot, das auf einer kleinen Fläche sein ganzes Gewicht abstützt, verformt sich dort. Deshalb gilt überall derselbe Satz: Gewicht verteilen.
Was vor dem Einlagern passieren muss
Die Reihenfolge ist bei jedem Bootstyp dieselbe, und sie dauert keine halbe Stunde.
- Mit klarem Wasser abspülen. Salz und Sand sind die beiden Stoffe, die über den Winter arbeiten. Salz zieht Feuchtigkeit, Sand schmirgelt. Decathlon empfiehlt bei stärkerer Verschmutzung eine milde Seifenlösung mit dem Schwamm und ausdrücklich keine aggressiven Reiniger.
- Alles Lose ausbauen. Sitz, Rückenlehne, Fußstützen, Lenzstopfen, Finne, Gurte. Diese Teile trocknen einzeln deutlich schneller, und darunter sitzt der Dreck.
- Die Tragegriffe nicht vergessen. Das ist die Stelle, an der am häufigsten Schimmel entsteht, weil dort Wasser im Gewebe stehen bleibt.
- Innenräume offen trocknen lassen. Luken auf, ein paar Tage stehen lassen, erst dann schließen.
Wie das Reinigen im Detail geht und welche Mittel nichts am Boot zu suchen haben, steht in Kajak richtig reinigen und pflegen.
Aufblasbares Board und Luftboot
Hier stellt sich die Frage, über die in der Szene am meisten gestritten wird: aufgepumpt oder gerollt?
Die beiden belastbarsten Quellen sagen dasselbe. Der Deutsche Kanu-Verband empfiehlt, aufblasbare Boote im leicht aufgeblasenen Zustand zu lagern. Decathlon schreibt, sie gehören mit verringertem Druck verstaut, also nicht vollständig entleert. In der Praxis haben sich dafür Werte um 5 bis 7 psi eingebürgert, also deutlich unter dem Fahrdruck.
Der Grund ist einfach: Ein flach ausgelegtes, leicht gefülltes Board hat keine Knickstellen. Und Knickstellen sind das, was PVC und Drop-Stitch langfristig kaputt macht, nicht die Luft.
Händler und Magazine empfehlen oft, das Board über den Winter zusammenzurollen, und das ist nicht falsch, nur nachrangig. Es ist die Antwort auf ein Platzproblem, nicht auf eine Materialfrage. Wer rollen muss, rollt locker und mit Restluft, nicht scharf gekantet, und nicht bei Frost, weil PVC in der Kälte steif wird und an der Kante reißen kann.
Zwei Dinge gelten unabhängig davon. Nicht eng verschnüren und nichts Schweres darauflegen, beides nennt der Verband ausdrücklich. Die Kiste mit dem Winterzeug gehört nicht auf das Board.
Welche Luftboote überhaupt was aushalten, hängt stark an der Bauweise. Was es da gibt, steht bei den aufblasbare Kajaks und auf unserer Seite zu Gumotex. Für Boards findest du die Bauweisen auf der Seite zum Stand-up-Paddle-Board.
Hartschale und Hardboard
Die wichtigste Regel steht im Negativ: nicht mit dem Rumpf auf dem Boden. Ein Kajak aus Polyethylen, das ein halbes Jahr auf seinem Kiel oder auf einer Kante liegt, hat im Frühjahr eine Delle, und die geht nur mit Wärme und Geduld wieder raus, wenn überhaupt.
Der Verband empfiehlt, das Boot kieloben auf zwei Böcke zu legen. Kieloben, damit sich kein Wasser in der Sitzluke sammelt. Auf zwei Böcken, damit das Gewicht auf zwei breiten Flächen ruht. Wichtig ist, die Auflagepunkte am Rand mit Schaumstoff zu unterlegen, sonst entstehen genau dort die Druckstellen, die man vermeiden wollte.
Decathlon formuliert es anders und meint dasselbe: nicht am Boden lagern, sondern in ein Gestell oder in ein Hängesystem, das Gewicht gleichmäßig verteilen, und das Kajak mit der Öffnung nach unten ablegen.
Wer das Boot an die Wand oder unter die Decke hängt, nimmt breite Gurte unter dem Rumpf. Niemals an den Tragegriffen aufhängen: Die sind für das Tragen gemacht, nicht dafür, ein Boot ein halbes Jahr zu halten.
Ein Rumpf, der schon eine Delle oder einen Riss hat, wird über den Winter nicht besser. Was sich selbst beheben lässt und was in die Werkstatt gehört, steht in Kanu reparieren, PE, GFK und Epoxidharz.
Faltboot
Faltboote dürfen zusammengelegt in der Packtasche überwintern, aber nur absolut trocken. Das betrifft die Haut genauso wie das Gerüst, und beim Holzgerüst besonders die Verbindungen.
Der Verband gibt dazu einen Rat, den man leicht überliest: das Boot zwischendurch einmal aufbauen. Nicht zum Fahren, sondern um die Verbindungselemente zu kontrollieren und zu pflegen. Ein Faltboot, das zwei Jahre ungeöffnet in der Tasche lag, ist die häufigste Ursache für eine überraschende Reparatur im Frühjahr.
Wenn es draußen lagern muss
Nicht jeder hat Platz im Keller. Draußen geht auch, wenn drei Dinge stimmen.
- Luken geschlossen. Deckel drauf, damit kein Wasser und kein Tier hineinkommt.
- Plane mit Abstand. Der Verband nennt mindestens zwei Zentimeter zwischen Abdeckung und Boot. Darunter muss Luft ziehen können.
- Keine aufliegende Folie. Eine Folie direkt auf dem Rumpf ist schlechter als gar keine Abdeckung. Darunter schwitzt das Boot, und die Feuchtigkeit bleibt.
Dazu gehört ein Platz, der nicht den ganzen Tag in der Sonne liegt. Die Nordseite der Garage ist der bessere Stellplatz als die Südwand, auch wenn es dort gemütlicher aussieht.
Das Zubehör vergisst man zuerst
Das Boot steht, und der Rest liegt im Sack. Genau dort entstehen die Schäden, die im Frühjahr Geld kosten.
- Spritzdecke nicht gefaltet lagern. Neopren bekommt an Faltkanten bleibende Falten und wird dort undicht. Lose rollen oder über eine Stange legen.
- Neoprenanzug hängend, nicht in der Sonne. Wie er vorher gewaschen wird, steht in Neoprenanzug waschen.
- Schwimmweste trocken und unbelastet. Eine Weste, die ein halbes Jahr unter einer Kiste liegt, verliert an den Druckstellen Auftrieb.
- Paddel geteilt lagern. Ein Steckverbinder, der über Monate unter Spannung steht, geht schwerer auseinander.
- Pumpe entleeren. Restwasser im Schlauch friert, und der Schlauch wird an der Stelle spröde.
- Paddelkleidung gewaschen einlagern. Salz und Schweiß arbeiten über den Winter weiter, siehe Funktionswäsche waschen.
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☕ Jetzt Kanu zum Frühstück einen Kaffee spendieren ➞Häufige Fragen zur Lagerung
Soll ich mein SUP aufgepumpt oder gerollt lagern?
Mit wie viel Druck lagert man ein aufblasbares Board?
Darf das Board im Keller liegen?
Kann ein Kajak draußen überwintern?
Schadet Frost einem aufblasbaren Boot?
Muss die Finne vor dem Einlagern ab?
Und im Frühjahr
Wer im Herbst sauber einpackt, hat im Frühjahr wenig zu tun: aufpumpen, Ventile und Nähte ansehen, Anbauteile wieder einsetzen. Alles weitere rund um Pflege, Technik und Ausrüstung findest du im Paddel-Ratgeber. Und wenn das Boot aus Hartschale ist, lohnt vor der ersten Fahrt ein Blick auf den Rumpf, den du beim Kajak nachlesen kannst.
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