Kanutour auf dem Schwarzen Regen
Das Wichtigste in Kürze
- Im Bärenloch sind Helm und Weste Pflicht: Zwischen Oberauerkiel und Teisnach ist das Tragen von Rettungsweste und Schutzhelm behördlich vorgeschrieben, und Verstöße können ein Bußgeld kosten.
- Nur kleine Boote: Erlaubt sind höchstens vier Plätze und sechs Meter Länge. Größere Boote dürfen nicht auf den Fluss.
- Feste Uhrzeiten: Gefahren wird zwischen 10 und 18 Uhr, und ein- und ausgesetzt nur an den beschilderten Stellen.
- Leichtes Wildwasser, kein Flachlandfluss: Bärenloch und Gumpenrieder Schwall liegen im Bereich Wildwasser I bis II. Wer nur ruhige Flüsse kennt, unterschätzt das leicht.
- Die Strecke Regen bis Teisnach misst 18,5 Kilometer und führt durch den einsamsten Teil der Waldschlucht.
Der Schwarze Regen ist das Gegenteil der Flüsse, die auf diesem Portal bisher beschrieben sind. Kein Netz aus stillen Fließen, kein Fluss mit fünfzehn Zentimetern Gefälle je Kilometer, sondern eine Waldschlucht mit Strömung, Felsen im Bett und zwei Abschnitten, für die eine Behörde Helm und Schwimmweste vorschreibt. Er entsteht in Zwiesel aus Großem und Kleinem Regen, misst als Schwarzer Regen sechzig Kilometer und heißt ab dem Zufluss des Weißen Regen bei Blaibach nur noch Regen.
Für Paddler ist das Revier deshalb interessant, weil es beides hat: lange ruhige Passagen durch einen fast unbesiedelten Talgrund und dazwischen zwei Stellen, an denen es zur Sache geht. Wer schon einmal im Kanadier saß, kommt auf dem größten Teil der Strecke gut zurecht. Wer das Bärenloch fahren will, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Diese Seite sagt, was erlaubt ist, was Pflicht ist und wo die Grenze verläuft.
Was den Schwarzen Regen von anderen Revieren unterscheidet
Der Unterschied lässt sich in einem Satz sagen: Hier gibt es Strömung. Auf der Altmühl paddelst du jeden Kilometer selbst, im Spreewald entscheidest du über die Fahrtrichtung. Auf dem Schwarzen Regen trägt dich der Fluss, und an zwei Stellen trägt er dich schneller, als dir lieb ist.
Das Tal dazwischen ist der zweite Grund, herzukommen. Zwischen Regen und Viechtach liegt ein Abschnitt, an dem über Kilometer weder Straße noch Ort ans Wasser reicht. Verleiher vor Ort nennen es die Waldschlucht des Regen, und der Vergleich mit Kanada, den man dort öfter hört, ist Werbung, trifft aber die Stimmung.
Der dritte Punkt ist die Wasserführung. Ein Fluss mit Gefälle ist nach trockenen Wochen schnell zu flach und nach Regenfällen schnell zu viel. Beides ändert den Charakter der Strecke, und im Zweifel ist die Auskunft des Verleihs vor Ort wertvoller als jede Beschreibung im Netz.
Die Ausgangspunkte
Regen, die Kreisstadt, ist der wichtigste Start. Von hier beginnt die klassische Strecke durch die Waldschlucht, und hier sitzen Verleiher.
Teisnach ist das Ziel der kurzen Variante und der Punkt, an dem der Abschnitt mit der Helmpflicht endet. Wer nur den ruhigen Teil fahren will, steigt hier aus.
Gumpenried und Viechtach liegen weiter flussabwärts und sind die Ziele der langen Tagestouren. Zwischen Teisnach und der Staustufe Gumpenried empfiehlt die Behörde das Tragen von Weste und Helm weiterhin, schreibt es aber nicht mehr vor.
Blaibach, Cham, Roding und Nittenau stehen für den unteren Lauf, der dann schlicht Regen heißt. Dort wird der Fluss ruhiger und breiter, und dort liegen die meisten Kanustationen.
Das ist Teil der Befahrungsregelung für die Strecke zwischen Regen und der Mündung der Aitrach und gilt auf ganzer Länge. Wo kein Schild steht, wird nicht eingesetzt, auch nicht kurz.
Strecken für einen Tag
Die bekannteste Strecke führt von Regen nach Teisnach und misst 18,5 Kilometer. Sie enthält das Bärenloch und damit den Abschnitt mit der Helm- und Westenpflicht. Wer weiter fährt, kommt nach Gumpenried oder Viechtach; Anbieter vor Ort rechnen dafür mit etwa sieben beziehungsweise acht Stunden.
Diese Zeiten sind ehrlicher als die üblichen Angaben, denn auf einem Fluss mit Strömung schwankt die Fahrzeit stark mit dem Wasserstand. Bei viel Wasser bist du schneller unterwegs, als dir die Kilometer sagen, bei wenig Wasser schiebst du über flache Stellen und brauchst länger als geplant.
Zur Einordnung: Die Befahrungsregelung erlaubt das Fahren zwischen 10 und 18 Uhr. Damit stehen acht Stunden zur Verfügung, und eine Achtstundentour ist entsprechend eng kalkuliert. Wer zum ersten Mal hier fährt, nimmt die kürzere Variante.
Mehrtägig und mit Übernachtung
Der Regen ist als Mehrtagestour gut geeignet, denn hinter der Waldschlucht geht es weiter: Ab Blaibach heißt der Fluss nur noch Regen, wird ruhiger und läuft über Cham, Roding und Nittenau auf Regensburg zu, wo er in die Donau mündet. Entlang dieser Strecke liegen Kanustationen und Zeltplätze am Wasser, mehr als im oberen Abschnitt.
Zwei Dinge sind bei der Planung zu beachten. Erstens gilt die Zeitregel von 10 bis 18 Uhr auf dem geregelten Abschnitt, die Etappen richten sich also nach dem Tageslicht und nach den erlaubten Stunden. Zweitens ist das Ein- und Aussetzen an die beschilderten Stellen gebunden, was die Wahl der Übernachtungsplätze einschränkt.
Was ins Boot gehört, steht in unserer Packliste für die Kanutour. Für den Regen kommt zweierlei dazu, das anderswo optional ist: eine Schwimmweste, die den Anforderungen genügt, und ein Schutzhelm. Beides ist im Bärenloch keine Empfehlung, sondern Vorschrift.
Helm und Weste: was vorgeschrieben ist
Das ist der Punkt, der dieses Revier von allen anderen auf diesem Portal unterscheidet. Auf den meisten deutschen Flüssen ist die Schwimmweste dringend empfohlen, aber nicht vorgeschrieben. Am Schwarzen Regen ist sie es auf einem Abschnitt, zusammen mit dem Helm.
- Oberauerkiel bis zur Straßenbrücke Teisnach: Für die Befahrung des Bärenlochs sind das Tragen einer Rettungsweste nach EN 395 und eines Schutzhelms nach DIN 1385 behördlich vorgeschrieben. Das Verzeichnis der Befahrungsregelungen vermerkt dazu ausdrücklich, dass ein Bußgeld möglich ist.
- Teisnach bis Staustufe Gumpenried: Hier wird das Tragen von Rettungsweste und Schutzhelm behördlich empfohlen, aber nicht vorgeschrieben.
Praktisch heißt das: Wer die Strecke ab Regen fährt, hat den Helm ohnehin dabei, weil das Bärenloch auf dem Weg liegt. Leihboote kommen üblicherweise mit Weste, beim Helm lohnt die Nachfrage vor der Buchung. Wer mit eigenem Boot anreist, packt beides ein und lässt es auf dem Kopf, statt es im Boot spazieren zu fahren.
Was ein Paddler mitbringen oder besorgen muss, ist in Deutschland von Land zu Land verschieden. Auf der Altmühl nichts, im Spreewald eine Kennzeichnung am Boot, im Donautal einen bezahlten Platz im Tageskontingent, an der Lippe eine Anmeldung. Am Schwarzen Regen ist es die Ausrüstung am Körper. Und auf der Wiesent in der Fränkischen Schweiz schreibt eine Verordnung sogar vor, wie lang dein Boot sein darf und zu welchen Uhrzeiten du fahren darfst.
Die Befahrungsregeln
Für die Strecke von Regen beziehungsweise der Raithmühle bis zur Mündung der Aitrach ist die Befahrung ganzjährig erlaubt, allerdings mit Einschränkungen, die zusammengenommen ein enges Korsett ergeben:
- Nur kleine Boote mit höchstens vier Plätzen und maximal sechs Metern Länge.
- Nur zwischen 10 und 18 Uhr.
- Nur in der Flussmitte oder an der tiefsten Stelle fahren.
- Ein- und Aussetzen nur an den per Schild gekennzeichneten Stellen.
Die Regel, in der Flussmitte zu bleiben, ist keine Schikane. Sie schützt die Flachwasserbereiche am Ufer, in denen Fischbrut und Wasserpflanzen sitzen, und sie ist auf einem Fluss mit wechselnder Wassertiefe zugleich die sichere Linie.
Der Bayerische Kanu-Verband führt diese Regelungen in seinem Verzeichnis der Befahrungsregelungen. Wie überall gilt: Vor der Tour den aktuellen Stand prüfen, denn Regelungen ändern sich, und die Schilder am Wasser sind maßgeblich.
Bärenloch und Gumpenrieder Schwall
Die beiden Namen stehen für die anspruchsvollen Stellen. Das Bärenloch liegt zwischen Regen und Teisnach und gilt als leichtes Wildwasser im Bereich der Stufen I bis II: Strömung und Felsen im Flussbett, aber keine Passage, die Wildwassererfahrung zur Bedingung macht. Der Gumpenrieder Schwall weiter flussabwärts hat ähnlichen Charakter.
Wichtig ist die Einordnung. Wildwasser II ist für Paddler mit Wildwassererfahrung unproblematisch und für jemanden, der bisher nur ruhige Flüsse kennt, eine echte Umstellung. Der Unterschied liegt nicht in der Schwierigkeit der einzelnen Stelle, sondern darin, dass sie sich nicht anhalten lässt: Wer im ruhigen Wasser einen Fehler macht, korrigiert ihn; in der Strömung fährt der Fehler mit.
Deshalb die zwei nüchternen Empfehlungen. Erstens: Beim ersten Mal mit einem Anbieter fahren, der die Stelle kennt, oder wenigstens vorher fragen, wie es gerade aussieht. Zweitens: Helm und Weste tragen, auch dort, wo sie nur empfohlen sind. Beides kostet nichts und ist genau für den Fall da, in dem etwas nicht nach Plan läuft.
Bei höherem Wasserstand steigt der Anspruch deutlich, und im Bereich der Schwälle werden dann Schwierigkeitsgrade genannt, die erfahrenen Paddlern vorbehalten sind. Was gerade gilt, sagt dir der Pegel und der Blick auf die Stelle. Aktuelle Werte findest du in unserer Übersicht der Pegelstände.
Boot leihen oder selbst mitbringen
Für die erste Fahrt spricht am Regen mehr für den Verleih als anderswo, und der Grund ist nicht die Bürokratie, sondern die Strecke. Die Anbieter kennen den Wasserstand, sie wissen, wie das Bärenloch heute aussieht, und sie bringen dich zum Einstieg und vom Ausstieg zurück. Auf einem Streckenfluss ohne Rundtouren ist das die halbe Organisation.
Wer das eigene Boot mitbringt, achtet auf die Bootsgrenze: höchstens vier Plätze, höchstens sechs Meter. Ein kurzer Kanadier oder ein wendiges Kajak passen; ein langes Wanderkajak ist auf den Schwällen im Nachteil und stößt an die Längengrenze. Aufblasbare Boote kommen mit Felskontakt besser zurecht als Festrumpfboote, sollten aber steuerbar sein.
Zur Jahreszeit: Der Regen lebt vom Wasser, und das ist im Frühjahr am verlässlichsten. Im Hochsommer kann es nach trockenen Wochen knapp werden, dann sind die flachen Passagen mühsam und die Schwälle harmlos. Nach starkem Regen kehrt sich das um.
Verleiher, Vereine und Kanustationen am Regen stehen direkt darunter auf der Karte. Bundesweit findest du sie in unserem Kanuverleih-Verzeichnis.
Verleiher und Kanustationen am Regen
Betriebe, Vereine und Zeltplätze am Regen zwischen dem Bayerischen Wald und der Mündung bei Regensburg. Die Verleiher vor Ort sagen dir auch, wie das Bärenloch beim aktuellen Wasserstand aussieht.
Kanu-Station
DKV-Kanu-Station
Post an: Badstraße 31, 93413 Cham
Regen
Noch nicht bewertet
Kanu-Verein
DKV-Kanu-Station
Post an: Badstraße 31, 93413 Cham
Regen
Noch nicht bewertet
Kanu-Station
Oberes Dorf 7, 93476 Blaibach
Regen
Noch nicht bewertet
Verleiher
Fludern 1, 93486 Runding
Regen
Noch nicht bewertet
Verleiher
Am Burghof 16, 93149 Nittenau
Regen
Noch nicht bewertet
Kanu-Station
St 2650, 93426 Roding
Regen
Noch nicht bewertet
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