Kajak fahren direkt in München – immer wieder Ärger an der Floßlände

Schon seit über 100 Jahren paddeln in München die Kanuten. Im Stadtteil Thalkirchen wurde sogar das Flusssurfen erfunden. Kanuten können am Maria-Einsiedel-Bach direkt nach dem Feierabend in ihr Kanu steigen und lospaddeln.

Im Jahr 1912 wurde der Deutsche Touring-Kajak-Club (DTKC) in München gegründet. Seitdem wird der Bach von Kajakfahrern genutzt. Die Vereinsmitglieder trainieren im Maria-Einsiedel-Bach sowie auf der Floßlände, Werkkanal und Isar. Mittlerweile gibt es sechs Kanu- und Kajakvereine in München. Die Gewässer werden nicht nur von Kanuten und Surfern genutzt. Auch Schwimmer und Stand-up Paddler erfreuen sich an der städtischen Idylle. Insgesamt nutzt eine stolze Zahl von 4.000 Sportlern die Gewässer zu Trainingszwecken. Trotz der großen Beliebtheit gibt es immer wieder Ärger mit der Stadtverwaltung.

Kanuten im Streit mit der Stadtverwaltung

Vor drei Jahren gab es zum ersten Mal Probleme an der Floßlände. Plötzlich brach die berühmte Welle in sich zusammen. Der Grund: es fehlte an Wasser. Und das, weil die Stadtverwaltung München das Wasser gedrosselt hat. Für viele Wassersportler war das unverständlich. Sogar der Oberbürgermeister Dieter Reiter sprach sich damals für die Kanuten aus. Seiner Meinung nach sollte neben dem Eisbach auch die Floßlände für die Sportler zur Verfügung stehen. Der Eisbach ist nur für echte Könner nutzbar. Die Floßlände kann hingegen auch von Anfängern genutzt werden. Daher ist der Betrieb beider Wellen wichtig. Damals arbeiteten Kanuten, Ingenieure und Experten aus der Stadtverwaltung gemeinsam an einer Lösung. 2015 fanden sie einen Weg. In das Bachbett wurde ein patentierter Einbau eingesetzt. Dieser bringt die Welle wieder nach oben. Seitdem können Flöße, Kajaks und Kanus die Stelle wieder problemlos passieren.

Doch in diesem Frühjahr kamen erneut Probleme auf. Plötzlich drosselt die Stadtverwaltung München das Wasser. Abends um halb sechs fließt jetzt nur noch halb so viel Wasser. Die Folge: die Welle bricht wieder zusammen. Doch gerade abends, nach Feierabend, zieht es die Sportler aufs Wasser. Ohne die Welle macht es allerdings nur noch halb so viel Spaß. Die Sportler protestieren natürlich. Daraufhin wurde ein Runder Tisch im Umweltreferat einberufen. Surfer, Kanuten und Vertreter der zuständigen Stellen sitzen hier zusammen. Gemeinsam wollen sie eine Lösung finden, die allen Interessen gerecht wird. Kanu zum Frühstück hält euch auf den Laufenden.

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