Drei deutsche Kanu-Polo Mannschaften sind Europameister

Bei der Kanu-Polo Europameisterschaft in Coimbra (Portugal), konnten alle vier deutschen Nationalmannschaften das Finale erreichen. Lediglich die Damen mussten sich den Britinnen in der Verlängerung geschlagen geben, alle drei weiteren Teams sicherten sich den Titel.

Ungeschlagene Kanu-Polo U21 Herren sind Europameister

Die Damen- und die Herren-U21-Mannschaft konnte während des gesamten Wettkampfes die Konkurrenz beherrschen, lediglich die U21-Damen mussten in der Zwischenrunde ein Unentschieden gegen den späteren Finalgegner aus Großbritannien hinnehmen. Die U21-Herren-Mannschaft setzte sich im Finale deutlich gegen Italien durch – die als großer Favorit gehandelten Franzosen verabschiedeten sich schon früh aus dem Turnier. Nach zahlreichen zweiten Plätzen in den vergangenen Jahren belohnte sich das Team von Willi Franken schließlich für die Arbeit und gewann souverän den Titel. Die U21-Damen zählen seit Jahren zu den Titelgaranten und unterstrichen auch in diesem Jahr ihre Sonderstellung. Das Team ist im Vergleich zum vergangenen Jahr auf vier Positionen verändert und insgesamt sehr jung und unerfahren – zwei der Spielerinnen sind national noch im Jugendbereich aktiv. Doch Trainerin Jennifer Niß konnte die Spielerinnen immer wieder gut auf die Gegner einstellen, sodass sie im Finale schließlich ebenfalls souverän den Titel gewannen.

Auch mit neuem Kanu-Polo Bundestrainer Europameister

Die Herrenmannschaft wurde in diesem Jahr von Holger Diedrich geleitet, der die Traineraufgabe von Erfolgscoach Björn Zirotzki übernahm. Im Vergleich zum Weltmeisterteam aus dem vergangenen Jahr war die Mannschaft nur auf einer Position verändert, Marco Hoppstock (WSF Liblar) war nicht Teil des Teams, für ihn rückte Felix Junge (RSV Hannover) nach. Die Männer spielten ein starkes Turnier und trafen im Halbfinale schließlich etwas überraschend auf Italien. Die Italiener erreichten als Gruppenzweiter die Zwischenrunde und mussten sich am Sonntagmorgen im letzten Gruppenspiel etwas überraschend der jungen Mannschaft aus Großbritannien geschlagen geben. Die Deutschen beendeten die Zwischenrunde auf den ersten Platz und setzten sich im Verlauf unter anderem gegen die starken Mannschaften aus Frankreich und den Niederlanden durch. Im Halbfinale konnte sich die Mannschaft nach einem spannenden Spiel gegen die Italiener durchsetzen und zog in das Finale ein. Im zweiten Halbfinale traf das Team aus Großbritannien etwas überraschend auf das Team aus Polen, die sich gegen Frankreich durchsetzten und erstmals ein Halbfinale erreichten. Hier wurden sie aber von den Briten weggenascht. Im Finale wartete also die junge Mannschaft aus Großbritannien auf die Deutschen. Mit einer ungewöhnlichen Verteidigungsform hatte die Mannschaft von der Insel im Turnierverlauf schon einige Teams zum Verzweifeln gebracht, auch die deutsche Mannschaft hatte das gesamte Spiel über Probleme, ihre Angriffe erfolgreich durchzuspielen. Bezeichnend hierfür sind auch die beiden Tore der Deutschen, die in Kontersituationen gefallen sind. 20 Sekunden vor Schluss verwandelte Lukas Richter (ACC Hamburg) den entscheidenden Treffer nach einem überragenden Pass von Robert Pest (RKV Berlin). Die Mannschaft aus Großbritannien besteht zu großen Teilen aus der überaus erfolgreichen U21-Mannschaft aus den vergangenen Jahren, die sowohl Weltmeister- als auch Europameistertitel gewinnen konnten.
Die Damenmannschaft konnte als einziges deutsches Team nicht den Titel gewinnen. Im Turnierverlauf haben sie alle Spiele gewonnen, einige allerdings erst in den letzten Sekunden. Im Halbfinale gegen die starken Italienerinnen gewannen sie erst in der Verlängerung durch ein Tor von Katharina Kruse. Im Spielverlauf liefen sie lange Zeit einem 0:1 Rückstand hinterher. Auch im Finale gegen Großbritannien – die Neuauflage des WM-Finals aus dem vergangenen Jahr – lag die deutsche Mannschaft lange zurück, konnte schließlich aber eine Verlängerung erzwingen. Durch ein Foul beim Torwurf war diese aber schnell beendet. Die Britinnen bekamen einen Penalty zugesprochen, den Bethan Littlewood sicher verwandelte.

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