Erfahrungsbericht Nelo Viper 46 – Ein Review nach 1.500 km

Wir haben euch den Nelo Viper 46 ja bereits vorgestellt. Thomas Rommel vom Wannseer Kanu Club ist Kanu zum Frühstück Fan, hat den Beitrag gelesen und uns prombt seinen Erfahrungsbericht Nelo Viper 46 zugesandt. Viel Freude beim Lesen.


Im Herbst 2018 entschied der Familienvorstand, dass ein neues Kanu angeschafft werden könne. „Zufällig“ hatte ich mich im Vorfeld bei der Firma Gußer Kanusport am Mellensee bei Berlin über das Einer-Kajak Nelo Viper 46 informiert und seit einem Jahr fahre ich jetzt dieses Boot. Nach mittlerweile 1.500 km hier mein Erfahrungsbericht.

Thomas Rommel vom WKC Berlin in seinem Nelo Viper 46.

Erfahrungsbericht Nelo Viper 46 – Die Eckdaten

Die Nelo Viper 46 wurde neu bestellt in der Ausführung WWR; das Boot ist 5,20 m lang, 46 cm breit,wiegt 11,7 kg, hat die bei Nelo üblichen serienmäßigen Einbauten, wie mehrfach höhenverstellbaren Rennsitz und Stemmbrett/Fußstütze (bei mir mit Pullbar) und ist hervorragend verarbeitet. Zumindest außen ist der Gelcoat makellos, stabil und einwandfrei. Zahlreiche Kontakte mit anderen Booten, dem Steg, und manchmal auch der Uferböschung hat das Kanu klaglos überstanden. Da sowohl der Bug als auch das Heck senkrecht ausgeführt sind, kann man die Viper in der Bootshalle sowohl vorne als auch hinten mit halbierten Tennisbällen sehr effektiv schützen. Die Farbverläufe auf der Oberseite des Bootes – der Bootskörper meiner Viper ist weiß mit blauen Streifen – sind einwandfrei gemacht, einschließlich Süllrand. Sieht man aber in das Innere des Kajaks so merkt man, dass der portugiesische Bootsbaumeister sich nur für die Außenseite zuständig fühlte. Innen war offensichtlich der Lehrling am Werk, denn die Oberfläche sieht aus und fühlt sich an wie eine zerknitterte Plastikfolie. Mittlerweile habe ich mich aber an diese persönliche Note gewöhnt.Von der Konstruktion her ist das Boot perfekt, wenn man davon absieht, dass die dem Sitz zugewandten Schienenenden des Stemmbretts messerscharf sind und man daher die Füße beim Einsteigen sehr, sehr vorsichtig nach vorne bewegen sollte.

„Ein Masterboot, das wie ein reinrassiges Rennkajak wirkt“

Wenn man dann im Kajak sitzt stellt man fest, dass es hervorragend im Wasser liegt. Sitz und Stemmbrett lassen sich fein justieren, die Steuerung ist Nelo-typisch zuverlässig. Der Bootsboden ist unter dem Sitz leicht abgeflacht und die Viper 46 ist darum von hoher primärer Stabilität, d.h. man kann entspannt im Boot sitzen, etwas trinken oder sich einen Pullover überziehen, ohne gleich zu kentern. Der Nachteil dieser Bootsform ist, dass das Boot in flachem Wasser, also in Ufernähe beispielsweise, doch erheblich an Fahrt verliert. Bewegt man sich aber auf glattem freiem Wasser, kann die Viper ihre ganzen konstruktionsbedingten Stärken ausspielen. Und dann ist eine wahre Freude, mit der Nelo Viper 46 zu fahren. Auch gerne etwas schneller! Denn das macht den Reiz dieses Bootes aus: Es ist im Grunde ein Mastersboot, aber es wirkt von der Silhouette und Form her wie ein reinrassiges Rennboot der Cinco-Klasse. Vom Süllrand an läuft das Boot nach vorne lang und spitz zu, dabei fällt die Spitze zum Bug hin leicht ab. Das gibt dem Boot eine inspirierende Leichtigkeit, die sich auf den Fahrer überträgt. Sehr motivierend, denn die Beschleunigung dieses leichten und schlanken Bootes ist phänomenal. Der senkrechte Bug aber zieht im Wasser treibende Blätter geradezu magisch an, was die Herbst- und Frühjahrssaison zu einer gewissen Herausforderung macht. Aber man kann den Bug leicht freiwippen – und Spaß macht das auch noch. Ein weiterer Effekt dieses schlanken Bugs ist, dass die Viper 46 nicht über Wellen von vorne steigt, sondern sie gerade durchsticht. Mitunter brechen sich Wellen dann erst am Süllrand, aber diese Bugform macht das Kanu schnell und stabil. Hinter dem Sitz befindet sich die breiteste Stelle des Kajaks. Daher wird es relativ leicht von langen Wellen angehoben, wenn die gerade von hinten kommen. Echte Könner machen sich das zunutze und surfen souverän auf der Heckwelle von Ausflugsdampfern, die im Sommer den Wannsee durchpflügen. Wir haben mittlerweile noch eine zweite Nelo Viper 46 im Club und die Besitzerin ist bekannt dafür, mühelos über lange Strecken auf der Welle auch mit Surfskis mitzuhalten. Kleine, kurze Wellen von der Seite dagegen sind für manche in der Viper 46 eine Herausforderung. Dann hilft es, das Boot zu beschleunigen und damit wieder in den stabilen Bereich zu kommen. Denn ab einer gewissen Geschwindigkeit ist das Boot sehr gut beherrschbar, es läuft zuverlässig und unbeirrt geradeaus und stellt damit, gerade für den Masters-Bereich, ein ideales Boot für das Training über das ganze Jahr hin dar.

Das Fazit zum Nelo Viper 46

Auch der Familienvorstand ist mit der Wahl der Nelo Viper 46 zufrieden: sie weiß, dass ich in der nächsten Zeit kein neues Boot kaufen werde.


Der Erfahrungsbericht Nelo Viper 46 wurde erstellt von Thomas Rommel vom Wannseer Kanu-Club (WKC Berlin). Vielen lieben Dank dafür! Ihr wollt auch gerne eure Erfahrungen mit eurem Kanu, Paddel, etc. teilen, damit andere Paddler von eurem Wissen profitieren können? Kein Problem! Schreibt uns einfach eine Mail an hannes@kanu-zum-fruehstueck.com.

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